Ausgelagertes Denken: Wie wir unsere Kompetenzen im KI-Zeitalter aktiv sichern

Was passiert mit unserem Gehirn, wenn wir immer mehr an Künstliche Intelligenz auslagern? Diese Frage steht im Mittelpunkt dieses LinkedIn Live Webinars. Zu Gast ist Iris Komarek, Lerncoach, Lernbegleiterin und Corporate Learning Professional. Iris begleitet Jugendliche, junge Erwachsene und Mitarbeitende in Unternehmen dabei, leichter und erfolgreicher zu lernen. Das Gespräch knüpft an eine frühere Episode meines Podcasts Business Akupunktur an (Episode 44: „Warum soll ich in Zeiten von KI noch lernen?“) und vertieft das Thema mit konkreten Tipps, Methoden und spannenden Erkenntnissen aus der Lernpsychologie.

Das erwartet dich in diesem Webinar

  • Das „Use it or lose it“-Prinzip: Was die Gehirnforschung über das Verkümmern kognitiver Fähigkeiten sagt und warum das durch KI so relevant wird.
  • Die Komfortfalle: Wie verhindert man, dass KI-Effizienz zur mentalen Trägheit führt? Mit einem konkreten Team-Workshop-Ansatz.
  • KI-Poker: Eine kreative Methode, im Team gemeinsam auszuhandeln, welche Fähigkeiten man bewusst behält und was man an KI abgibt.
  • Prompting als neue Kernkompetenz: Warum das Stellen guter Fragen die entscheidende menschliche Fähigkeit im Umgang mit KI ist.
  • Emotionale Intelligenz und Identität: Wie verändert sich unsere Rolle, wenn KI immer mehr übernimmt und wie bleiben wir trotzdem Schöpfer statt Sklaven der Maschine?
  • KI-Ergebnisse kritisch prüfen: Warum rund ein Drittel aller KI-Faktenantworten falsch ist und wie man einen Reflexprozess zum Hinterfragen entwickelt.
  • Müssen wir heute anders lernen? Welche klassischen Lernstrategien wie Gedächtnistechniken, Visualisierung und multisensorisches Lernen jetzt eine neue Bedeutung bekommen.
  • Innovation und KI: Warum echte Kreativität und Innovation immer noch den Menschen brauchen und wie Mensch und Maschine dabei optimal zusammenspielen können.

Mein Gast

Iris Komarek | Lerncoach, Lernbegleiterin, Corporate Learning Professional
Iris begleitet Menschen in Unternehmen, leichter und erfolgreicher zu lernen.

Das Fazit von Iris Komarek

„Lernen macht glücklich, Lernen macht zufrieden.

Es ist ein psychologisches Grundbedürfnis.

Und KI darf uns gerne dabei helfen.“

Transkript

Dierk

So, hallo und herzlich willkommen zu meinem zweiten LinkedIn Live Webinar in diesem Jahr. Zu Gast habe ich Iris Komarek, ihr seht das so schön. Ich hatte Iris bereits in meinem Podcast Business Akupunktur zu Gast. Das war im letzten Jahr in der Episode 44. Da haben wir zum Thema „Warum soll ich in Zeiten von KI noch lernen?“ gesprochen. Das hat eine gute Stunde gefüllt. hat auch noch sehr viel Interesse im Nachgang hervorgerufen. Dann gibt es also doch einige Menschen, die den Podcast sich noch mal anhören, die das Transkript noch mal lesen. Und heute wollen wir den Bogen spannen zu noch mehr Tipps und zu noch mehr Aktivitäten. Und ihr habt ja den Titel gesehen: ‚Ausgelagertes Lernen‘, warum wir überhaupt noch lernen sollen, was das mit uns macht. Und insofern vielleicht ganz kurz zur Vorstellung, Iris, ich habe nichts vorbereitet für die Vorstellung von dir, weil ich beim letzten Mal auch gemerkt habe, beim Podcast, du brauchst gar nicht viel Vorstellung. Insofern ergänze noch mal das, was wie du dich noch vorstellen würdest.

Iris

Ja, ich bin wirklich Lernbegeisterte. Ich bin Lerncoach, Lernbegleiterin, Corporate Learning Professional. Also alles bei mir dreht sich irgendwie um das Thema Lernen, begleite Jugendliche, junge Erwachsene und Mitarbeitende in Unternehmen, leichter und erfolgreicher zu lernen.

Dierk

Sehr schön. Und ich habe hier im letzten Jahr, habe ja gesagt, den Podcast mit ihr aufgenommen und das war inspiriert dadurch, dass ich bei Iris eben die Ausbildung zum Lerncoach gemacht habe. Also das nochmal so zu unserer Verbindung, wie Iris und ich sozusagen hier virtuell zusammengekommen sind. Also wir kennen uns schon länger, aber das war so nochmal so wirklich eine sehr intensive Art der Zusammenarbeit. Also ausgelagertes Lernen Und wie gesagt, die Erweiterung zu dem Thema aus dem Podcast „Warum soll ich in Zeiten von KI überhaupt noch lernen?“ Lasst uns mal anfangen mit einer ganz prägnanten und mit einer ganz griffigen Frage. Es gibt dieses „Use it or lose it“-Prinzip und das gilt wahrscheinlich auch zum Gehirn, oder auch für das Gehirn. Das heißt, im Podcast haben wir diskutiert, warum man immer noch lernen soll. Ich finde es so schön, du hast damals so von davon gesprochen, es ist ja, wenn es künstliche Intelligenz ist, dann müssen wir ja trotzdem noch lernen. Also es braucht, brauchen auch menschliche Intelligenz. Das heißt, wir haben gelernt, warum man überhaupt noch lernen soll. Jetzt geht es um so ein bisschen um so biologische Konsequenz. Also vielleicht kannst du das Prinzip noch mal kurz erläutern und vor allen Dingen, was bedeutet das dann aus deiner Sicht als Lernpsychologin, als Lerncoaching für das menschliche Gehirn?

Iris

Na ja, also dieser Spruch „use it or lose it“ ist ein geflügelter Spruch im Kontext Gehirnforschung, weil er einfach besagt, dass wenn wir bestimmte Dinge eben nicht mehr machen, dass sie dann im Gehirn reduziert werden bis hin zu Absterben. kann sich das vorstellen, das ist eben wie ein Muskel auch. Wenn ich den Muskel nicht trainiere, dann wird er immer weniger verkümmert und wenn ich ihn trainiere, dann wird er immer stärker. Und genau so können wir uns eben das Gehirn vorstellen. Und wenn wir das jetzt in Bezug setzen auf KI und ich bin dir total dankbar für diese Frage, weil es ist für mich so die absolut grundlegende überhaupt zum Thema KI und Lernen, Weil sich daraus eine ganz wichtige Frage ableitet, nämlich, wie sehr sind wir bereit, auf bestimmte kognitive Fähigkeiten zu verzichten, weil wir werden verzichten müssen, wenn wir sie nicht mehr trainieren. Und es kann in bestimmten Bereichen hilfreich sein, weil wir sagen, O. K., brauchen wir eh nicht und in anderen Bereichen ist es eine grundsätzliche Entscheidung und daraus ergibt sich so wahnsinnig viel.

Dierk

Ja, ich find es auch interessant, weil die gleiche Frage, dieses gleiche geflügelte Wort, hätten wir uns sicherlich oder haben wir uns sicherlich auch gestellt, als wir anfingen mit Google, da konntest du alles suchen, da war die Diskussion sicherlich die gleiche und finde, was man dabei auch beachten muss, ist wie es auf uns wirkt, die wir schon in einem etwas reiferen Alter sind und wie das ist mit Menschen ist, die gerade erst anfangen zu lernen, weil wir haben ja noch gelernt zu lernen ohne KI, wir haben noch gelernt zu lernen ohne Google. Das ist bei den Jüngeren eben nicht mehr der Fall. Gibt es denn, wenn du dieses Beispiel mit diesem Muskel hier gerade noch mal so genannt hast, gibt es denn verschiedene Muskeln? Also könnte man da verschiedene Sachen verlernen oder geht es nur um das Lernen, um die Gehirnbenutzung an sich?

Iris

Also, es geht einerseits wirklich um die Gehirnbenutzung an sich. Das ist ja ein hochkomplexes System, wo ganz viele unterschiedliche Bereiche gerade bei komplexen Aufgaben zusammenwirken, Netzwerke aktiviert werden, Verbindungen hergestellt werden, Es gibt aber auch ganz spezifische Themen, also weil du jetzt gerade Google angesprochen hast, was in diesem Kontext ja auch sehr gerne genannt wird, ist die Nutzung eines Navis und so das räumliche Denken beispielsweise ist unter anderem im Hippocampus angesiedelt. Und wenn ich überhaupt keine Ahnung habe mehr, wie man eine Landkarte liest, wo Norden und Süden ist, wo bestimmte Städte oder Länder angesiedelt sind, dann kann man das tatsächlich auch nachweisen, dass der Bereich im Hippocampus, der fürs räumliche Denken zuständig ist, immer mehr verkümmert. Und so lässt sich das auf andere Themen auch übertragen. Aber das Dramatische ist tatsächlich das grundsätzliche komplexe Zusammenspiel von ganz vielen unterschiedlichen Gehirnarealen, die das einfach zurückgeht, je weniger komplexe Aufgaben wir übernehmen.

Dierk

Jawohl, zurückgeht oder sich wahrscheinlich auch gar nicht erst ausbildet. Denn wenn wir eben nicht mehr lernen zu lernen, sondern alles gleich irgendwie sozusagen auslagern, dann werden diese Muskeln da gar nicht erst aufgebaut.

Iris

Ja, Und insofern ist es auch, je älter man ist, wunderbar, weil wir haben schon so einen gewissen Grundstock, weil Lernen ja auch immer mit Vorerfahrungen und Vorwissen zu tun hat. Und wenn ich jetzt 17 bin, dann habe ich einfach ein geringeres Vorwissen und wäre schön, wenn ich da ein gutes, starkes Netz aufbauen würde, einfach die Bewältigung der Herausforderungen, der Aufgaben, die auf uns zukommen.

Dierk

Ja. Und du hattest vor ein paar Monaten bei LinkedIn auch mal so eine Frage gestellt, wie, also ich weiß nicht mehr den Kontext der Frage. Ich weiß nur, dass ich mit dem Prüfer-Framework von Barbara Geyer geantwortet habe, die ja auch sagt, sie muss sich als Hochschuldozentin darauf einstellen, dass ihre Studierenden eben mit KI arbeiten. Das ist für sie auch. Das ist für sie ein bisschen ein Problem, weil sie natürlich die Konsequenzen sieht, aber sie kann es ja nicht verhindern. Und sie hat dieses Prüfe-Framework entwickelt und hat dann, das setzt sie eben ein, damit sie sagt, die Menschen, wie gehen sie mit Texten um. Und interessant war ihre Erfahrung, dass sie gesagt hat, diese Menschen brauchen ja auch, um kritisch die Antwort zu reflektieren, brauchen sie das Fachwissen. Und das geht ja auch in diese Richtung. Also wenn wir sagen, Man kann KI einsetzen, man muss die Antworten überprüfen, dann muss man ja das Wissen haben, um das zu überprüfen. Man kann sich vielleicht ein bisschen auf seinen gesunden Menschenverstand verlassen, aber der wird bei spezifischen Fachthemen auf jeden Fall nicht ausreichen. Also auch das geht in die gleiche Richtung.

Iris

Ja, absolut. Also es ist gerade so bei diesem Thema Prüfungen, lässt sich so schön auch noch mal klar machen, um was geht es denn überhaupt? Geht es um das Ergebnis von Lernen oder geht es darum, dass wir eben als Menschen permanent uns weiterentwickeln und uns geistig fit halten und geistig fit machen, um Herausforderungen gut bewältigen zu können und auch das Leben genießen zu können. Es geht eben nicht mehr nur ums Ergebnis. Und das ist jetzt durch KI klar geworden. Ich meine, für mich war das vorher schon viel erstrebenswerter, das Lernen an sich in den Vordergrund zu stellen und nicht die Ergebnisse.

Dierk

Ja, ja, gut und ich meine, jetzt will ich das große Fass der Schule nicht aufmachen, aber deswegen hat, denke ich, auch die Schule wird ein großes Problem haben. Also, die haben jetzt schon ein Problem, aber werden das noch verstärkt haben, wenn da, da werden ja auch Ergebnisse abgefragt und nicht der Lernweg.

Iris

Ja, wobei sich da, das muss ich an der Stelle wirklich einwerfen, unglaublich viel getan hat. Ja, also ich erlebe unglaublich viel Kreatives Überlegen: Wie können wir die Prüfungssituationen anders gestalten? Also beispielsweise, wo man früher gesagt hat: „OK, mach eine Präsentation zur Französischen Revolution“, das brauchst du jetzt nicht mehr machen. sondern es geht vielmehr darum, ja, welche Fragen hast du gestellt, was ist wichtig, das in dieser Präsentation vorkommt, kannst du Fragen dazu beantworten. Das rückt viel mehr in den Vordergrund und da ist ein enormes Umdenken da. Ja, also bin ich sehr überrascht und auch sehr erstaunt, wie innovativ da in der Schule nicht alle, aber sehr, sehr viele unterwegs sind.

Dierk

Ja, ja, Wie gesagt, ich will das große Fass nicht aufmachen, aber da könnte ich auch stundenlang erzählen von dem, was meine große Tochter erlebt, die eben jetzt auch junge Lehrerin ist und auch da ganz anders dran geht an das Thema. Aber wie gesagt, das Fass wollen wir nicht aufmachen, wir wollen bei unserem Thema bleiben. Was wir eben so ein bisschen besprochen haben bei dieser „Use it or lose it“-Frage war ja im Prinzip mit dem Lernen und mit dem Verkümmern von Muskeln. Daraus könnte man ja ableiten, dass man allen Menschen erklärt, lernen es erst mal ohne KI, um es dann mit KI zu verbessern oder zu verfeinern. Das wäre ja vielleicht eine Möglichkeit. Da sehe ich das Problem der Bequemlichkeit von uns Menschen, also die Komfortfalle, ja. Wir beide begleiten Teams, wir beide begleiten Menschen beim Lernen, bei Veränderungen, wo auch immer, aber wir sehen eben, dass die Menschen bequem sind und das ist auch gar kein Vorwurf, es ist eine Feststellung. Wir beide sind genauso bequem in anderer Stelle. Das heißt, wie können wir aus deiner Sicht verhindern, dass in den Unternehmen sozusagen diese Effizienz, die wir mit KI bekommen, dass das so mit mentaler Trägheit nicht verwechselt wird? Also wie kriegen wir das hin, dass wir das letzten Endes schon klug entlasten? Das soll uns ja helfen, aber trotzdem, dass wir die Kompetenz im Unternehmen, bei den Menschen, wo auch immer behalten, weil einfach ist es ja erstmal.

Iris

Also ich glaube, dass es so zwei Richtungen sind. Das eine ist einfach diese Aufklärung, dass vielleicht man sich schnell von der KI eine Präsentation erstellen lassen kann, dass man Daten zusammensuchen lassen kann, dass man eine komplexe Recherche sich machen lassen kann, dass das für den Moment vielleicht schlau und klug ist, wo wir uns aber dann eben die Frage stellen müssen, wenn wir das zur Gewohnheit machen, dann werden wir die Fähigkeiten, gut zu recherchieren, gute Präsentationen zu erstellen, gut Daten zu sammeln und diese dann auch einzuschätzen, die werden wir verlieren. Also das ist kein, jede Studie in der Richtung weist darauf hin und die hat auch schon immer darauf hingewiesen, ist jetzt noch viel verstärkter. Genauso auch der Gegenpol, dass es meines Wissens eben auch keine Studie gibt, die nachweist, dass man die kognitiven Fähigkeiten durch KI sich verbessert hätten, sondern sie werden einfach schlechter. Das muss man erst mal die Aufklärungsarbeit haben und dann knüpft sich aus meiner Sicht die zweite Sache an und das ist kein Ding, was man überstülpen kann, sondern dann geht es wirklich ins Team und zu fragen, okay, was ist denn in Ordnung, wenn wir es nicht mehr können und wenn wir vielleicht auch nicht mehr zehn Leute es können, sondern nur noch eine Person aus dem Team gute Präsentationen erstellen kann. Und was ist etwas, wo wir sagen, nee, diese Fähigkeit, die dürfen wir uns auf keinen Fall nehmen lassen und deswegen werden wir, keine Ahnung, die Hälfte macht die KI und die andere Hälfte sind wir immer noch aktiv beteiligt, weil wir dieses Know-how und diese kognitiven Fähigkeiten uns nicht nehmen lassen wollen. Also es ist ein Teamprozess, den man in Workshops tatsächlich aufbröseln kann, wo man ein bestimmtes Thema in den Raum stellt und dann reihum diskutiert, was kann aufgegeben werden, sehenden Auges, dass diese Fähigkeit verkümmern wird und was, was wollen wir behalten. Das ist ein gemeinschaftlicher Prozess.

Dierk

Ja, also aufklären und das betrifft ja jeden Einzelnen, das heißt, das was wir, wenn wir darüber aufklären, das kann jeder mit nach Hause nehmen für sein tägliches Leben und dann eben bezogen auf das, was wir im Unternehmen haben, in den Teams, an Prozessen oder auch mit gemeinsamem Lernen, mit gemeinsamen Arbeiten, dass man das entsprechend auch sozusagen auch vielleicht noch mal übt, es nicht mit KI zu machen.

Iris

Was da übrigens, ich weiß gar nicht, weil ich gerade so ein bisschen aufgeräumt habe, Und wir haben vor einem Jahr ungefähr so einen KI-Poker im co-kreativen Team entwickelt. Das sind so Karten, so ähnlich wie ein Delegation-Poker, wo man einfach eine Fragestellung in den Raum stellt, wie zum Beispiel das Coden eines Programms. Und dann hat jeder so einen Kartensatz. Und eins wäre jetzt, das macht nur der Mensch, keine KI beteiligt und die höchste Zahl sieben. Das macht nur die KI und dieses ganz automatisch codiert sie dann und alles dazwischen kann man eben dann auch in die Mitte legen und so kommt man sehr schön und sehr schnell und ohne Bewertungen ins Gespräch. Also das ist eine tolle Möglichkeit, um wie Ja, es ist dies auszuhandeln. Wie viel wollen wir selber behalten und wie viel, also wie viel lagern wir aus und wie viel behandeln wir. Und man braucht da gar keine Kartensets, ehrlich gesagt, dazu, sondern einfach sieben Kärtchen, wo man 1 bis 7 drauf schreibt und das dann eben im Team macht.

Dierk

Für alle die, die an diesem KI-Poker interessiert sind, kann man das nicht, hast du Informationen, wo man das bekommen kann, Iris?

Iris

Also eigentlich haben wir es nur so für uns in einem kleineren Rahmen gemacht, gibt es nicht zu kaufen, aber man könnte sich an mich wenden oder an die Simone Engelhardt oder den Simon Qualmann, da sind einige Personen beteiligt gewesen.

Dierk

Sehr schön, ja. Erinnert mich an etwas anderes, was ich sehr interessant finde, ist ein Mensch auf LinkedIn, der so etwas Ähnliches gemacht hat, was du gerade gesagt hast, nicht mit dem Broker, also nicht uns im Team zu entscheiden, sondern der seine Arbeiten quasi damit klassifiziert, also genauso in der Richtung. Und war für mich sehr interessant für mich zu sehen, wo sind denn meine Arbeiten. Also ich bei mir ist es so, ich lasse mich von der KI selten inspirieren. Also ich hab meine Ideen, also in meinem Kopf entsteht die Idee und dann überlege ich mir, was muss ich tun, dann lass ich mich da vielleicht begleiten, aber am Anfang und am Ende steht immer noch mein Gehirn und meine Ideen. Deswegen glaube ich, war das bei ihm in seiner KI unterstützt. Also ich lass mich unterstützen, ich finde das auch nicht schlimm, auch da gibt es ja unterschiedliche Meinungen, aber insofern Anfang und Ende ist immer noch bei mir an der Stelle, das fiel mir gerade nur so ein.

Iris

Ja, das finde ich total interessant, weil ich glaube, die meisten würden das andersrum machen, dass sie erst die KI mal so einen groben Entwurf machen. Geht es dann für dich oft in eine andere oder in eine falsche Richtung? Oder ist es dann nicht mehr deins? Weil ich finde es sehr interessant, dass du zuerst dein eigenes kreatives Potenzial ausschöpfst.

Dierk

Ja, ich weiß gar nicht, woran das liegt. Ich arbeite sehr lang und sehr intensiv mit KI Es gibt auch einige Bereiche, wo ich nicht mehr mit KI arbeite oder wo ich die Nutzung auch wieder zurückfahre, aber es sollte immer noch, ich glaube, es liegt so ein bisschen an diesem Anspruch an mich und an meiner Arbeit, weil ich sage, also das kann nur gut sein, wenn es von mir kommt und das klingt vielleicht so ein bisschen eingebildet, aber die Idee kommt von mir und das Finale, den Haken dran, das muss immer noch von mir kommen und das ist, glaube ich, so der Ursprung für diese Schätzung zu sagen, ist überhaupt für mich auch gar kein Problem zu sagen, ich arbeite mit KI, auch da würden wir jetzt vielleicht ein riesen Fass aufmachen. Ich glaube aber, dass es unprofessionell wäre, in meinem Job heutzutage, ohne KI zu arbeiten, auch das propagiere ich da an der Stelle. Aber wie gesagt, wichtig ist für mich sozusagen am Anfang und Ende muss ich stehen mit den Ideen und mit dem, was ich sozusagen nach draußen gebe.

Iris

Das unterstützt ja auch die wissenschaftliche Erkenntnis, dass Kreativität tatsächlich die menschliche Komponente braucht. Also all das Erfahrungswissen, all die Intuition, die in dir steckt und dieses Verknüpfen, das assoziative Denken, das halt im Menschen noch mehr tatsächlich da ist als bei KI. Also da deuten alle Studien darauf hin, dass Innovation und Kreativität den Mensch braucht. Und ich finde es super, dass du damit beginnst.

Dierk

Alles klar. Ja, danke. Vielleicht auch, weil ich eben in die Zukunft gucke. Und das ist ja auch so ein grundlegender Unterschied, dass die KI nur auf Daten arbeitet, die in der Vergangenheit liegen. Und ich habe irgendwelche Ziele, die ich erreichen möchte, Ideen, die ich habe. Also liegt auch vielleicht daran, dass ich eben in die Zukunft gucke und mit KI etwas erschaffen möchte, was in der Zukunft ja sich erst umsetzen lässt. Wir hatten eben diesen tollen Spruch ‚Use it or lose it‘. Wir hatten das Beispiel mit dem Navigieren, das hattest du gebracht, also Kartenlesen, klassische Kartenlesen. Und dann ist auch immer noch dieses Beispiel Taschenrechner. Da komme ich auch immer drauf mit meiner Tochter, die auch immer sagt: ‚Habt euch nicht so.‘ Ja, die Leute lernen noch rechnen, obwohl sie einen Taschenrechner haben. Manche Sachen lernen Sie vielleicht nicht mehr, weil Sie wissen, Sie haben den Taschenrechner. Aber die Frage ist eben, wo haben wir Basiswissen, wo brauchen wir vielleicht detaillierteres Prozesswissen, was muss man überhaupt noch im Kopf haben. Also müssen wir noch Grammatik lernen können, wenn wir eine KI haben, die uns schon korrigiert und so weiter und so weiter.

Iris

Also ich würde sagen, ja, auf jeden Fall und vielleicht sogar noch mehr als Frage. weil die Verlockung halt so groß ist. Wenn das Navi und der Taschenrechner, das sind, ich sag mal, die erleichtert eine erleichternde Technik, aber die KI, die hat das Potenzial zu ersetzen. Also bei beim Taschenrechner muss ich zumindest noch wissen, dass ich irgendwas, wenn es in einer bestimmten Weise formuliert ist, dass ich dann ein Plus rechne und bei KI spreche ich einfach rein und sagen wir mal das Ergebnis. Also ich muss noch viel weniger. mitdenken und das macht es halt, ich sag mal, herausfordernd, den guten Umgang damit zu finden. Das Basiswissen aus meiner Sicht ist unersetzlich und das würde ich mir auch niemals nehmen lassen. Also Basiswissen, was meinen wir damit? Das kann ja sowas wie Sprache, also Vokabeln sein, wenn ich in einer Fremdsprache sprechen möchte. Klar kann ich dann mit einem simultanen KI-Übersetzer, in jeder Sprache sprechen, aber das ist ja keine menschliche Verbindung, wenn mir ein Gegenüber wirklich wichtig ist. Ich brauche auch dieses Basiswissen, um Qualität zu kontrollieren. Wer schaut denn da noch, ob etwas richtig oder falsch ist, wenn wir alles abgeben? Und was völlig unterschätzt ist aus meiner Sicht, ist die emotionale Komponente dabei. Wir wollen ja ein gutes Leben führen und dazu gehört, dass wir auch nach den psychologischen Grundbedürfnissen leben. Und ein Aspekt der psychologischen Grundbedürfnisse ist Kompetenz erleben. Und wenn ich zumindest so ein Basiswissen in unterschiedlichen Bereichen habe, dann habe ich die Chance, mich als kompetent erleben zu können. Und es macht mich froh und es macht mich glücklich und es führt dazu, dass ich ein zufriedenes Leben führen kann. wenn ich das nicht mehr habe, sondern jedes Mal reinsprechen muss, hilf mir mal den Satz zu formulieren oder irgendwelche anderen Basiswissenfragen stellen muss. Irgendwann erleb ich mich, hab ich diese Chance gar nicht mehr, mich kompetent erleben zu können.

Dierk

Ja, Und das ist jetzt ja so ein bisschen auch auf den normalen Bereich bezogen. Also das, was du gerade sagtest, war ein ganz allgemeines Erleben von uns Menschen. Wenn wir das Ganze jetzt noch übertragen auf Unternehmen, ja, dann müssen die Menschen trotzdem wissen, ich sag mal, wie eine Buchhaltung funktioniert, was wir im Marketing machen. Also die grundlegenden BWL Dinge müssen bekannt sein und dann brauche ich trotzdem oder brauche ich ergänzend dazu in bestimmten Bereichen auch die Experten. Also ich brauche Experten in der Buchhaltung, ich brauche Experten im Controlling Expertin in der Produktentwicklung, also Menschen, die die Ergebnisse dann kontrollieren und die auch vielleicht schon die richtigen Fragen stellen, bevor ich die oder damit ich die KI richtig anstoße.

Iris

Ja. Und auch beim Programmieren. Wenn es verlockend wäre, was da für ein Unsinn rauskommt, wenn Menschen am Werke sind, die eben genau dieses Basiswissen nicht haben.

Dierk

Nicht haben, ja. Und auch da glaube ich, dass die dass Softwareentwickler weiterhin eine Daseinsberechtigung haben. Sie müssen eben nur, hast du auch schon gesagt, sie müssen besser werden. Sie müssen andere Qualitäten mitbringen, also sie müssen nicht mehr schnell tippen können, sondern sie müssen die richtigen Fragen stellen können, sie müssen die richtigen Zusammenhänge erkennen und Dinge, die so eine KI nicht so einfach oder gar nicht erkennen kann.

Iris

Ja.

Dierk

Ich habe eben schon zwei, dreimal dieses Thema Fragen stellen in den Raum geworfen und das wäre so mein nächster Punkt, auf den ich mit dir zu sprechen kommen wollte, nämlich wie wir so eine KI richtig nutzen. Für mich ist KI ein sehr tolles Instrument zum Lernen. Das werde ich auch noch weiter ausbauen in meinem Angebot, sag ich mal. Und jetzt kommt das Aber, aber wir müssen natürlich damit richtig umgehen. Und ich habe vor ein paar Tagen zum ersten Mal die sonst einen neuen Begriff gehört. Es gibt ja jetzt tausende, immer von, immer tausende neue Begriffe und da ging es gar nicht mehr um Prompt Engineering, sondern um Content Engineering. Und als ich darüber ein bisschen nachgedacht habe, habe ich gesagt, nee, für mich ist das nach wie vor prompten, man muss nur richtig prompten, man muss wirklich lernen, die Fragen richtig zu stellen. Also insofern, was würdest du dazu sagen, ist für dich Prompting eine neue Kernkompetenz, die ich habe oder haben muss als Mensch.

Iris

Also, ich sage mal, es mündet in einer neuen Kernkompetenz, weil davor brauchst du ja die Fähigkeit, gute Fragen zu stellen. Du brauchst die Fähigkeit. Klarheit zu haben. Um was geht es überhaupt? Wie will ich es haben? Wozu will ich die Informationen haben? Was mache ich jetzt damit? Also davor ist ja ein Wahnsinns-Denkprozess und es ist gut so und auch ein Klärungsprozess, ein Präzisierungsprozess, zugleich aber auch ein vernetztes Denken, ein kreatives Denken, wo ich dann eben in der Lage sein muss, das in Fragen zu formulieren. das wiederum in einer vernünftigen Form in einen KI Prompt münden zu lassen. Also davor ist schon unglaublich viel passiert im menschlichen Kopf und von daher plädier ich auch immer dafür, wirklich selber zu prompten und nicht die KI zu fragen, welcher Prompt wär denn jetzt für die Verfassung dieses Themas wichtig?

Dierk

Ja, Ich fand deinen Hinweis sehr gut, dass das quasi in eine neue Kernkompetenz mündet. Also die jetzige Kernkompetenz, würde ich sagen, die ein Mensch jetzt schon haben sollte, die richtigen Fragen zu stellen. Ne, auch das wissen wir mit Fragen führen und so weiter. Also gut Gespräche zu führen mit Fragen, das ist unbenommen, das ist ’ne sehr gute, schon jetzt zu fordernde Fähigkeit von Menschen, von Führungskräften, von Arbeitskollegen, Kolleginnen. Oh, da sehe ich jetzt gut, da geht schon der erste Gast wieder raus. Also das ist eine Kompetenz und die mündet dann eben, wenn ich dich richtig verstanden habe, dahin, in die Kernkompetenz richtig zu prompten, also die KI richtig zu bedienen. Gut und dann würde ich auch sagen, für mich ist das die mit diesem Content Engineering jetzt keine neue Kernkompetenz. Es ist einfach für mich vielleicht neuer Begriff, dass ich einfach sage, Menschen müssen, wenn sie mit der KI vernünftig arbeiten wollen, die Kompetenz entwickeln, richtig zu fragen. Also die KI richtig zu fragen, ne?

Iris

Ja, ja, absolut. Und in Teams übrigens, wenn man so das oder nicht nur in Teams, sondern auch für sich selber, kann man wie so ’ne Art kleinen Wettbewerb machen, dass wir, dass man sagt, O. K., maximal mit 3 Fragen erzielen wir oder mit 3 Prompts erzielen wir ein gutes Ergebnis. Und dann wird vorher halt getüftelt und dann wird geschaut, ja, diese Fragestellung könnte man jetzt verwenden. Ah nee, hier müssen wir noch mal präzisieren und das müssen wir noch mal hinzufügen und dann ist man schon im Gespräch und am Tüfteln und ausprobieren und dann kommt sozusagen der möglichst perfekte Prompt raus. und das kann manchmal wie so ein Wettbewerb sein. Sagt, schauen wir mal, wie wenige Prompts man braucht.

Dierk

Ja, das finde ich, finde ich interessant, um auch klarzumachen, also man könnte ja die Aufgabe so starten, fragt mal und dann sammelt man und dann kommen die einen mit 10, einen mit 15 und dann sagt man so und jetzt neue Aufgabe, ihr habt nur noch 3, dass man das auch mal wirklich rausarbeitet. Ja, super. Ja, so, ich weiß gar nicht, ob ob du so ein, du hast so ein Motto, mein Motto lautet ja: Menschen und Teams stärken, empathisch und kompetent. Jetzt ist die Kompetenzseite wird so ein bisschen stärker vielleicht durch die KI abgebildet, die empathische Seite sicherlich nicht. Wenn wir das überlegen, wir haben, wir sprechen ja von künstlicher Intelligenz. Ich hab mal so scherzhafterweise gesagt, es würde uns helfen, genug menschliche Intelligenz zu haben. Das war aber ganz böse, also das wollen wir jetzt auch nicht diskutieren. Reden wir über die emotionale Intelligenz. Wie wichtig ist denn emotionale Intelligenz quasi als Ergänzung zu menschlicher und künstlicher Intelligenz?

Iris

Naja, ich glaube, sie wird auch immer wichtiger werden, die menschliche Verbindung. Ich meine, der Mensch ist ein soziales Wesen, ist ein Verbindungswesen und das darf nicht verloren gehen, weil man sonst alle miteinander unglücklich werden. Insofern ist die emotionale Intelligenz enorm wichtig, auch in Teams, in der Zusammenarbeit mit den Kolleginnen, mit den Kundinnen, dass man lernt, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, dass man lernt, empathisch zu sein, dass man lernt, Pausen zu lesen. Das ist etwas, das kann nur der Mensch noch wahrscheinlich. Ja, also dass das so, was zwischen den Zeilen passiert, zwischen dem, was ausgesprochen wird. was da passiert, je mehr wir da geschult sind und je mehr wir da feinfühlig sind, desto besser und empathische Teams sind erfolgreicher.

Dierk

Und auch zu überlegen und nicht nur zu überlegen, quasi sofort zu wissen, was macht dieses Ergebnis, wie wirkt das auf die einzelnen Teammitglieder, also da kommen rationale Ergebnisse raus, die sind sehr gut erklärt, die sind total logisch, Aber es gibt menschliche Reaktionen darauf, und das könnte eine KI auch voraussagen. So das Motto: „Hier, es gibt diese verschiedenen Menschentypen“, aber trotzdem, dass wir als Mensch eben diese. künstlichen, andersrum, diese intelligenten Antworten auch emotional bewerten. Hättest du eine Idee, wie man das so stärken könnte, wie man das eben rausarbeiten könnte?

Iris

Die emotionale Intelligenz grundsätzlich oder als als Reaktion auf K.I?

Dierk

Ergebnisse, als Reaktion auf die KI Ergebnisse.

Iris

Also eigentlich ganz klassisch über Reflexion, über Austausch. Das heißt, es gibt ein Ergebnis und das dann wie so ein Blitzlicht ist, wie geht es euch jetzt damit? Und zwar nicht vom Kopf her, sondern wie fühlt sich das an? Weiß ich nicht über eine Smiley-Abfrage, um dann erst mal so ein Gespür dafür zu bekommen, was löst das eigentlich aus? Und dann darüber ins Gespräch zu kommen, ist total wichtig.

Dierk

Klingt alles so gut, wenn ich jetzt daran denke, ich schreibe gerade mit KI-Unterstützung eine Beitragsserie Peter Drucker und KI, also wie würde der schon lange verstorbene Peter Drucker auf KI reagieren und der hat ja immer so diesen diesen tollen oder schon diesen tollen Spruch gesprägt und hat dann zwischen effizient und effektiv und die Frage ist ja, gehen die Unternehmen mit KI mehr in die Effizienzrichtung, sprich Sie versuchen, menschliche Arbeitskräfte abzubauen. Das halte ich für das Wahrscheinlichste, einfach um Kosten zu senken. Das ist das, was wir brauchen. Und dann bleibt das ja auf der Strecke, was du gerade gesagt hast, weil dann ich ja die Zeit, die ich einspare im Team mit der KI oder vermeintlich einspare, also auch da kann man ja noch drüber diskutieren, die könnte ich ja investieren in bessere Ergebnisse. wird aber nicht passieren, wenn die Unternehmen, wenn die Teams nur auf die Effizienz achten. Also nicht darauf achten, bessere Ergebnisse zu erzielen, also effektiver zu sein.

Iris

Ja, das wird so sein. Auf der anderen Seite erlebe ich ja immer wieder, dass gesagt wird, ja, dafür haben wir jetzt keine Zeit oder das schaffen wir nicht. Mein Tag hat nur 24 Stunden. Also wenn da so viel Zeit frei geschafft wird, dann kann man ja neue Projekte in Angriff nehmen und sich um andere Dinge kümmern, um die man sich bisher nicht kümmern konnte, weil eben die Zeit nicht dafür da ist.

Dierk

Ja, und da ist einfach wichtig darauf hinzuweisen, dass also darauf auch hinzuarbeiten, dass das eben dafür genutzt wird und nicht um Stellen oder Zeiten zu reduzieren.

Iris

Ja, ja, absolut.

Dierk

Ja, Hinweis auch nur noch mal die Teilnehmenden, die dürfen natürlich gerne auch Fragen stellen, schreibt sie ruhig in den Chat mit rein. Wir haben für uns ein paar Fragen vorbereitet, aber wir sind natürlich offen, eure Fragen auch hier zu beantworten. Also insofern gerne raus damit. Wie gesagt, im Chat, den hab ich hier so rechts im Blick, kann man die mit aufnehmen. Du hast vorhin auch schon so ein bisschen drauf hingewiesen und ich habe auch, ich muss mal einmal hier kurz klicken und ich habe auch bis drauf hingewiesen, wie man mit KI arbeitet. Und du hast auch darauf hingewiesen, dass es für Menschen wichtig ist, Kompetenz zu erleben. Und letzten Endes kann es ja sein, dass die Frage würde ich jetzt stellen, wie sich unsere Identität verändert, wenn wir nicht mehr die Schöpfer eines Textes sind. Ich hab ja gesagt, ich hab eine Idee, lasse den Text vorbereiten über, also ich verarbeite ihn, bin dann aber sozusagen nur noch der Redakteur. Ja, wie gesagt, ich für mich würde mich schon noch als Schöpfer sehen, als Unterstützung, wie auch immer, wie verändert sich unsere Identität, wenn wir nicht mehr der Schöpfer sind, weil wir alles selbst schreiben, sondern wenn wir nur noch in Anführungsstrichen Redakteur sind.

Iris

Mhm, kurze Rückfrage an dich, hast du bisher gerne und leicht von der Hand geschrieben oder war es eher mühselig, das, was du im Geiste erschöpft hast, zu Papier zu bringen?

Dierk

Gute Rückfrage, das ist das Thema richtig fragen, ne, durch Fragen führen. Also es hat mir vorher nicht so viel Spaß gemacht, beziehungsweise wenn ich mich gezwungen habe, auch das wieder in Anführungsstrichen, war ich mit dem Ergebnis nicht immer so zufrieden.

Iris

In diesem Falle würde ich jetzt die Vermutung anstellen, dass du in deiner Rolle nicht groß beeinträchtigt bist, sondern eher deine Schöpfungsfreude und dein schöpferisches Potenzial viel mehr zum Ausdruck bringen kannst und damit deine Rolle eher gestärkt wird. Bei mir ist es anders. Ich schreibe total gerne. Ich schreibe vor allem auch um in meinem Kopf Klarheit und Struktur reinzubringen. Und wenn das jetzt die KI machen würde, dann hätte ich lauter Knoten und Chaos im Kopf. Also ich brauche es für mich als als Psycho oder als Gehirnhygiene, dass ich selber schreibe und meine schöpferisches oder meine meine Rolle würde beeinträchtigt werden, wenn ich das Schreiben an die KI abgebe. Die Frage ist, Was hat die Rolle ausgefüllt? So wie ich dich verstanden habe, ist ja das Schöpferische das, was deine Rolle, das sage ich mit 80 Prozent jetzt in diesem Falle ausmacht. Und das Schreiben ist nicht das Wesentliche.

Dierk

Ja, ja, das Ergebnis muss stimmen.

Iris

Ja, aber das Ergebnis könnte ja auch die KI alleine machen. Es braucht schon dich als Schöpfer.

Dierk

Also insofern, als ich gesagt hab, das Ergebnis muss stimmen, hab ich gesagt, so ein Quatsch. Wir haben gerade vorhin gesagt, das Ergebnis ist nicht mehr so wichtig, der Weg dahin ist wichtig. Aber an der Stelle würd ich schon sagen, dass das Ergebnis wichtig ist, aber natürlich nicht überhaupt ein Ergebnis zu erzielen, sondern ein sinnvolles Ergebnis, was vielleicht in diesem Falle mich zufriedener stellt, mich zufriedener macht, als wenn ich es selber geschrieben hätte, diesen diesen Text. Ja, ja.

Iris

Ja, ich mein, wenn man sich jetzt vorstellt, du hast 2 Stunden Zeit und du kannst eindreiviertel Stunden damit verbringen, dir was auszudenken, zu verwerfen, was Neues hinzuzuholen, ist alles in deinem Kopf drin, dann gibst du es der KI und sie schreibt ’nen schönen Text, ist doch wunderbar. Hast du vielleicht vorher ’ne Stunde gebraucht, bis du das alles geschrieben hast und konntest nur eine Stunde schöpferisch sein. Also insofern. würde ich jetzt sagen, es stärkt deine Rolle.

Dierk

Ja, O. K., aber insofern, da muss man sich dann schon über seine Rolle in dieser, in diesem Arbeitsprozess bewusst sein. Ja, also da, ja, klingt nach nach einer Idee, das noch mal irgendwann weiter zu verfolgen. Also auch zu zu schauen, ich hab eben jetzt eben nur von Schöpfer und von Redakteur gesprochen, aber es gibt ja noch andere Möglichkeiten, da Abstufungen vorzunehmen und seine eigene Rolle zu finden. Sehr schön.

Iris

Ich finde auch, diese Frage ist total wichtig. Was, was ist denn eigentlich meine Rolle? Und wenn man darüber Klarheit hat, dann würde ich jetzt diese Rolle nicht an eine KI hergeben, sondern ich sag mal, die, die die ausführenden Arbeiten gerne machen lassen. Aber dass das eigentlich, ich sag mal, die eigentliche Leistung, die würd ich schon gerne bei mir behalten, weil ansonsten bin ich ja nur ja ein ein ein Weitergeber, aber nicht mehr, dass ich selber was produziere.

Dierk

Oder vielleicht sogar ein Sklave der Maschine, wenn man das noch weiter treibt, ne? Also kann man richtig, ja, Das erinnert mich so an einen dieser Beiträge, von denen ich eben gesprochen habe. Also das sind immer Gespräche zwischen Peter Drucker und Menschen. Entweder berühmte Menschen, Sam Aldman habe ich auch schon drin gehabt oder auch Menschen wie du und ich. Und da ist eine erste unbekannte Mensch wie du und ich ist Anna, das ist eine Marketing Managerin und die sagt auch, wir produzieren wahnsinnig viel Output und dann kommt die Frage und habt ihr deswegen mehr Kunden gewonnen? Also die ist auch so gefangen in so einem in so einer Rolle, dass sie noch mehr produzieren muss, weil mit KI geht es ja viel schneller, aber die Frage ist ja, bringt das überhaupt noch etwas und sie fühlt sich auch wie in so einer Art Hamsterrad.

Iris

Mhm, kann ich auch.

Dierk

So, jetzt haben wir hier die ersten Fragen im Chat von Sebastian Zwingmann. Zwingi, vielen Dank für die Frage. Ich ich lese die mal so weit vor und hoffe, dass wir die beide dann verstehen, du darfst sie dann gerne noch mal kommentieren. Gibt es eine Methodik, um zu den Kernskills und Kompetenzen zu gelangen? Also andersrum formuliert, wenn ich ’ne Kompetenz behalte und andere abgebe, wie bleibe ich dann dann der Wahl treu? Mhm.

Iris

Also für mich ist erstmal tatsächlich das Herausfinden, was sind denn meine Kernkompetenzen? Was macht mich einzigartig? Was ist so der Kern von meiner Kompetenz? Das kann sein, dass ich einen Stärkentest mache. Das kann sein, dass ich mir ein 360-Grad-Feedback einhole, einfach mal verschiedene Leute frage, was siehst du in mir? Welche Stärken, welche Fähigkeiten? Es kann auch spontan, was wäre anders, wenn ich nicht mehr diesen Job hätte? Wenn ich weg wäre, was würde dann fehlen? Also, dass man so aus unterschiedlichen Perspektiven die eigenen Stärken und Kompetenzen anschaut. Und dann schaut, warum habe ich die? Also was machen die eigentlich aus? ist das etwas, was ich tatsächlich in der KI geben könnte oder brauch ich dafür meinen Charakter, brauch ich dafür auch noch mein Vorwissen, brauch ich dafür auch noch eine Kombination von bestimmten Stärken und dann ist jetzt, wird diese Stärke ja womöglich ganz individuell und einzigartig und die sollte man immer bewahren und hüten, wie einen Schatz.

Dierk

Ja, sehr schön. Ja, also ganz einfach gesprochen, auch wieder ein Beispiel von von Sebastian, das Einmaleins noch können, obwohl man einen Taschenrechner hat. Ja, ja, auf jeden Fall.

Iris

Unbedingt.

Dierk

Ja, ich nehm gleich die zweite Frage von ihm. Da geht es um das Thema Vertrauen auf die Ergebnisse, wenn es die Mitarbeiter erhalten und wie man das mit der KI gemacht hat. Also die Frage ist eben, macht es dann Sinn, den Prompt quasi mitzuliefern, also quasi aufzuzeigen, wie habe ich das Ergebnis überhaupt erreicht, was würdest du dazu sagen?

Iris

Also, es kommt jetzt für mich total auf den Kontext an. Wenn ich einen Artikel im Intranet veröffentliche, würde ich jetzt nicht vorher den Prompt noch mit formulieren, wie ich zu diesem Artikel gekommen bin. Ja, wenn es um darum geht, dass man einen Lösungsvorschlag erarbeitet, hat mit KI, wie ein der Konflikt in einem Team gelöst werden könnte. Dann kann es total hilfreich sein, wenn man dann auch über diesen Prompt diskutieren kann. So wie bist du denn zu dieser Vorannahme gekommen? Das kann ein höchst interessanter Impuls sein, in in Austausch und Diskussion zu kommen. Ja, jetzt hab ich den Anfang der Frage.

Dierk

Ja, also ich würd ja mal, ich würd auch mal vielleicht aus meiner Sicht ergänzen, also ich fand deinen Antwort schon sehr gut, dass es wirklich total auf die Situation ankommt und deine beiden Beispiele waren auch sehr hilfreich, denn meine erste Antwort wäre gewesen, ich würde den Prompt nicht mitliefern und zwar vielleicht auch bei mir wieder, weil ich eigentlich auf ein Ergebnis nicht mit einem Prompt komme, sondern ich, ich beleuchte ein Ergebnis durch verschiedene Prompts, hab dann so eine Art große Masse von Papier, von Buchstaben und dann sortiere ich das für mich rein. Und das heißt, dieses Zusammenführen. Ich könnte sagen, ich habe diese fünf Prompts gehabt, die habe ich abgesetzt, ich habe das dann so und so kombiniert oder so. Also bei mir ist eben auch noch kreative Arbeit mit dabei. Ich hätte also gar nicht diesen einen Prompt, den ich mitliefern könnte. Und auch das ist vielleicht so ein Punkt, dass das eben meine Kernkompetenz ist und unterschiedliche Blickwinkel einzunehmen und dann mit einer eigenen Frage zu kommen. Also ich arbeite viel mit Perplexity, wird auch bei anderen Tools so sein, da kommt ja immer noch was, also noch Fragenvorschläge, die ignoriere ich eigentlich immer, weil ich mit meinen Fragen weitergehen möchte. Also vielleicht auch da, ich denke mal, gleich kommt ’n Daumen hoch vom Sebastian oder auch nicht, dass er seine hat er schon, gut, O. K. Gut, danke. Dann machen wir mal mit unseren Themen weiter. Also, wir hatten ja eben das Thema mit unserer Identität. Also, wie gehen wir mit den Ergebnissen um, wenn wir nicht mehr Schöpfer sind, sondern Redakteur oder nur Redakteur? Wir haben dabei rausgenommen, das ist für mich so ein wichtiger Punkt, dass man sich über seine Rolle bewusst wird. Und auch das dessen, da fiel mir ja noch mal das Gespräch von Anna und Peter Drucker ein, weil sie auch eine andere Rolle hat. Sie dachte, sie wird bezahlt für die Kampagnen, die sie macht. Ist ja nicht so. Also, sie wird ja für was anderes bezahlt, nicht für die Kampagnen und nicht für die Anzahl Wörter oder Buchstaben. Ich würde mal auf das Thema eingehen, was wir vorhin hatten. Ich hatte von diesem Prüfe-Framework gesprochen. Also, wer Interesse hat an diesem Prüfe-Framework, darf sich gerne bei mir melden. Das ist von Barbara Geyer, die findet man auch, eine sehr, wie ich finde, sehr kompetente, ich sag mal, Expertin zu dem Thema KI und Lernen. Es gibt gar nicht so viele Menschen, denen ich sozusagen aktiv bei LinkedIn folge, aber sie gehört auf jeden Fall mit dazu. Und dieses Prüfe-Framework, das ist eine Abkürzung, ist ein Akronym und da geht es eben auch darum, ganz klar zu sagen, man darf der KI nicht vertrauen, man muss damit rechnen, dass Fehler kommen, dass Halluzinationen kommen. Auch da gibt es ja tolle Erklärungen. warum eine KI halluziniert. Also es ist einfach total logisch, wenn ich in der Prüfung sitze als Mensch und ich hab die Überlegung, ich weiß die Antworten nicht, ich kann sagen, ich weiß es nicht oder ich kann sagen, ich kreuze eine von 4 Antworten an, ich hab ’ne Chance, dass ich vielleicht die richtige Antwort durch Zufall treffe. Also das ist gar gar nicht, gar nicht so ’ne schlimme Eigenschaft, das haben wir Menschen auch. Also insofern, was würdest du dazu sagen, wie schulen wir Teams, wie schulen wir Menschen darin, die KI-Ergebnisse kritisch zu hinterfragen, anstatt einfach Copy-Paste, anstatt einfach, mach mir daraus jetzt noch ’ne Folie.

Iris

Hm, also das ist extrem gruselig, muss ich sagen, weil ich hab neulich erst noch wieder gelesen, dass ungefähr 35% der Fakten Antworten von KI falsch sind und zwar Banale Sachen stimmen einfach nicht und zugleich sind es nur etwa ein Viertel bis ein Drittel, die aktiv Ergebnisse prüfen und kritisch hinterfragen. Und das sind gruselige Befunde und darüber müssen wir wieder aufklären. Und gerade die erste Zahl, ein Drittel, das einfach nicht stimmt. Das heißt, es muss wie eine Art Reflex sein, wenn eine Antwort kommt und je faktenorientierter sie ist, desto wichtiger, dass man einfach bestimmte Stufen durchläuft. Also, dass man nach den Originalquellen fragt und dass man die Originalquellen anschaut, idealerweise 2 unabhängige voneinander. Das ist, dass man einen Experten hat und diesen Experten auch, ich sag mal, weiterhin behält. Also zumindest in einer Firma, ein Controller, der wirklich alles noch im Hirn hat, einen Marketingmensch, der alles noch im Hirn hat und so weiter, dass es in jedem Bereich mindestens einen Experten gibt, dem ich sagen kann: Hey du, stimmt das, was da mir die KI ausgespuckt hat? Auch oft der Menschenverstand, auch da darf man noch mal, stimmt das, stimmt das mit meinem gesunden Menschenverstand, mit meinen Erfahrungen überein? Und man kann natürlich auch verschiedene KIs noch mal fragen oder einfach noch mal nachprompten, stimmt das wirklich? Und dann kommt man oft auf widersprüchliche Ergebnisse. Und das muss ein Reflex sein, dieses das darf, das darf einfach nicht einfach so angenommen werden.

Dierk

Ja, also ich glaub das auch ist erstens aufklären, klar machen, das steht zwar immer da, Antworten können fehlerhaft sein, aber ich meine wir Menschen sitzen vor so einem Gerät und glauben, das wird ja wohl nicht falsch sein. Und es ist wir sind bequem, also es muss ein Reflex sein, das zu hinterfragen, das zu überprüfen und du hast es gesagt, entweder eine andere KI-Fragen mit dem Ergebnis oder was ich, na gut mit Perplexity kann ich das Modell wechseln, was ich aber immer noch nicht immer häufig sehr häufig mache ist, wenn wenn er mir, wenn er durch ist, ich sage, bitte bewerte deine letzte Antwort und deine letzten Antworten äußerst kritisch. Und dann kommt genau die andere Sicht. Also ich hab ja nicht immer, dass ich ihn Rechenaufgaben lösen lasse, sondern ich hab ja viel Text und Meinungen, die ich da zusammenbringe, aber da auch dieses äußerst kritisch ist schon interessant.

Iris

Clever, gute Frage.

Dierk

Ja, an die KI, jawohl. Also wie gesagt, die Quellenkompetenz und das hatte ich ja noch und das noch mal als als Ergänzung, dazu muss man eben das Wissen haben und das ist auch das, was die Barbara Geyer herausgefunden hat oder erlebt hat. Dieses Prüfe-Framework ist gut, sagt sie, aber dazu brauche ich eben auch das Fachwissen, um es überhaupt quasi anzuwenden, um die Antworten wirklich überprüfen zu lassen.

Iris

Und deswegen, Entschuldigung, wenn ich da kurz noch mal einhake, ich glaube, dass deswegen auch Expertenstatus in Zukunft ’ne ganz, ganz wichtige Rolle spielen wird. Also, dass man in bestimmten Bereichen einfach nach wie vor menschlicher Experte ist, weil man diese Menschen als Vertrauenspersonen brauchen werden, die einfach kritisch Dinge hinterfragen und prüfen können. Das, ich glaub, es wird ein neues Berufsbild werden, KI Prüfer oder Vertrauen. Person oder so was.

Dierk

Ja, ja, oder quasi der Anti KI Experte, also der also eine KI wirklich, obwohl er weiß, was da alles Tolles rauskommt, einfach ist wirklich kritisch hinterfragt. Ich hatte zuerst bei deiner Antwort gedacht, dass wir den Experten brauchen zukünftig und hat daran gedacht, dass wir ja jetzt schon Experten haben. Aber du meinst wirklich den Experten in Bezug auf die Arbeit mit der KI, denn ich würde sagen, ergänzend dazu brauchen wir auch anerkannte Experten, wo Menschen wissen, also vertrauenswürdige Menschen wissen, dass das ein vertrauenswürdiger Experte ist. Ja, zu wissen, dass der ein KI Ergebnis überprüfen kann, dass er mir das bewerten kann und ich auf seine, auf sein Wissen vertrauen kann. Ja, ja, ja, sehr schön. Wir hatten an einigen Stellen jetzt schon über die Unterschiede letzten Endes von Menschen zu Maschinen gesprochen, zumindest im Rahmen der künstlichen Intelligenz. Wenn wir jetzt mal gucken, so eine KI geht ja, das hatten wir ja auch schon gesagt, das wissen wir eigentlich alle, dass ein oder sollten alle wissen, dass ’ne KI aus bestehenden Daten, also aus der Vergangenheit, Daten generiert und Daten in dem Sinne Informationen generiert und das als eine Lösung, als eine, als eine Antwort präsentiert. Innovation in die andere Richtung, die guckt ja nach vorne. Innovation guckt nach vorne. Wie kriegen wir das hin, dass wir Menschen und Maschinen zusammenarbeiten lassen, dass sie schon auf der Vergangenheit Wissen erarbeiten, aber Innovation ermöglichen, weil eine KI ja von sich aus keine Innovation ermöglichen wird. Also Stand heute.

Iris

Also ich glaube, dass es nur im Zusammenspiel eben mit dem menschlichen Geist, mit der menschlichen Kreativität funktionieren wird. Also ich stelle mir das dann so vor, dass da drei Leute zusammen in einem Raum sitzen und eine Zukunftswerkstatt machen, in die Zukunft denken, innovativ und kreativ denken und dass es aufgezeichnet wird und dann wiederum als Daten an die KI gefüttert wird. Daraus dann womöglich Innovation entstehen kann. aber diesen diese Brücke des Menschen, die braucht es. Mhm, weil woher soll sie die Daten haben?

Dierk

Ja, O. K., ja, find ich ’ne gute Idee mit dem Aufzeichnen, dass wir quasi damit die KI dahin bringen, quasi die innovativen Gedanken selber erst mal vorzubereiten und dann der KI zu geben und sagen, schau mal drauf oder mach mal was draus.

Iris

Das kann richtig spektakulär dann sein.

Dierk

Ja, das, das glaube ich, Ja, also ich merke immer, dass ich ab und zu schon so rausgucke, dass ich da so Gedanken mitnehme. Da muss muss ich mir alles gleich aufschreiben, was ich hiermit immer alles mitnehme an Gedanken. Das ist ja auch ein Grund, warum ich diese Gespräche mache, warum ich auch den den Podcast gemacht habe. Ich hab auch so viel gelernt in diesen Gesprächen. Gut, aber jetzt haben wir noch ein paar Fragen für uns. Wir haben noch mal die Frage, oder das das Thema KI und Lernen ist ja sozusagen die Überschrift. Ich hab ja gesagt, das ist so ein Thema, was ich sehr schön oder 2 Themen, die ich sehr gerne verbinde. Was denkst du, müssen wir heute anders lernen als vor 5 Jahren? Brauchen wir andere, brauchen wir neue Lernstrategien? Was würdest du da sagen? Also, müssen wir anders lernen als vor 5 oder vor 10 Jahren.

Iris

Also, wir müssen anders lernen. Das Ganze wird sicherlich durch KI noch mal forciert und wird jetzt auch wahrscheinlich den letzten etwas Hinterwäldler bewusst, so können wir nicht mehr weitermachen. Also, was ja oft so dieses Thema, das Auswendiglernen, so ein Thema ist, oder wir müssen nur noch, wir sollten nur noch wissen, wo man Wissen abrufen kann, aber wir brauchen es nicht mehr selber. das würde ich nicht unterschreiben, auf gar keinen Fall. Wir brauchen Wissen und manches Wissen entsteht halt leider auch durch Auswendiglernen, aber das ist nur ein kleiner Teil. Also was jetzt wie Vokabeln oder Fachbegriffe oder Vorgänge bei bei in der Software oder sowas, das muss ich halt, dieses Wissen muss in mein Hirn hinein. stupides Auswendiglernen war schon immer blöd und war schon immer kontraproduktiv und es wird jetzt noch mehr auf die Spitze getrieben. Aber wir können es nicht auslagern, wir da nehmen wir uns ja ’ne ganze Menge. Aber was wir dann, was dann draus gemacht werden kann, das da können wir die KI natürlich ins ins Spiel bringen. Die anderen Sachen, wie jetzt Gedächtnisleistung, also man sieht, dass Gedächtnisleistung jetzt schon grundsätzlich zurückgeht durch KI. Und insofern sind eigentlich viele Lernstrategien, die müssen wieder zum Leben erweckt werden. Also wirklich Gedächtnisstrategien, Memotechniken, Visualisierungstechniken, multisensorisches Lernen, eigentlich die Klassiker, die dürfen eine eine neue Blütezeit erleben.

Dierk

Ja. Das finde ich gut, also das, was du als als Antwort gegeben hast, die Frage war ja, brauchen wir neue Lernstrategien und dann Antwort ja und von mir, aber wir haben das alles schon, also wir müssen nichts Neues erfinden, wir müssen es nur anwenden, wir müssen es auf diese Thematik übertragen und das, was ja dich auch antreibt, ist das Thema, wir müssen Spaß am Lernen haben oder Spaß erzeugen, also Menschen nicht müssen, schlechtes Wort, Menschen sollten Spaß am Lernen haben und mit der KI dann gemeinsam zu lernen, mit den richtigen Techniken, mit den richtigen Fragestellungen, aber einfach, wenn man Spaß hat zu lernen, dann ist das ja schon mal auch der erste Schritt. Das ist auch keine neue Lernstrategie, auch das war früher so. Wobei ich überlege gerade, ich überlege gerade, weil die Frage, also ich ist mal mein Satz zu Ende und dann kommt die andere Angehung, die ich habe. Also Spaß haben am Lernen ist einfach ganz wichtig. Und jetzt, als ich es eben so sagte, kam ich drauf, dass früher ja auch so der Spruch da war, dass Lernen eben nicht immer Spaß machen muss. Du hast es ja auch gesagt, also dass man da auch mal so durch ein Tal der Tränen gehen muss und so weiter. Und ich kam deswegen drauf, weil es eben früher schon das Auswendiglernen, andere Dinge wurden früher schon propagiert. Also, dass wir beide jetzt sagen, wir müssen Spaß am Lernen haben, das war nicht immer so. Und das ist eben etwas, was wir dann quasi neu machen müssen oder wo wir noch mehr Wert drauf legen müssen, dass dieser Spaß da ist und dass es dann auf das Ergebnis ankommt und auf den Prozess, also Spaß zu haben, um zu einem guten Ergebnis zu kommen, also zum guten Lernergebnis zu kommen, das halte ich dann für für wichtig. Das wäre quasi eine neue Strategie, die gar nicht so neu ist.

Iris

Ja, absolut. Und ich würde noch ergänzen, dass Lernen an sich ja was so absolut menschlich in uns liegt. Also, wir sind Menschen, weil wir lernen, permanent lernen und weil wir uns damit eben auch weiterentwickeln. und dass das Lernen eben auch, wenn es mal nicht Spaß macht, wenn man dann plötzlich ’ne Erkenntnis hat, wenn man plötzlich sagt, jetzt weiß ich etwas, was ich vorher nicht wusste. Jetzt erkenne ich plötzlich Zusammenhänge, jetzt kann ich plötzlich ’ne Antwort auf etwas geben. Das ist so ein beglückendes Gefühl und ich glaube, dieses diese Momente, da müssen wir ganz viel Wert drauf legen, dass die wahrgenommen werden und dass die gelebt werden können. Es ist nicht immer nur der Prozess, sondern es ist auch noch mal die emotionale Komponente dabei, was geschafft zu haben und sein Gehirn genutzt zu haben. Das ist unersetzlich.

Dierk

Ja, und wir haben ja im Vorgespräch wiedererkannt, dass wir, dass uns etwas vereint. Wir haben beide Enkelkinder im ungefähr gleichen Alter und da komme ich dann immer drauf, wenn ich sehe, wie freudig Kinder lernen. Und irgendwann lernen Kinder nicht mehr freudig, weil ihnen dieses diese Freude genommen wird. Da kann man sich fragen, woran woran liegt das? Ja, also das muss man ja, die Kinder bringen das ja mit, sie wollen ja lernen, sie haben Spaß daran, sie werden auch gelobt. Und wenn man jetzt, also wenn, wenn es mir jetzt so geht, wenn ich jetzt mich umschaue, bin ich noch kritischer im Blick auf das Außen, wenn ich eben sehe, wie ich sag es mal wertend aus meiner Sicht, wie selten dieser dieses Lob kommt. Nicht bei meiner Enkeltochter, bei einer anderen. Wie sehr da in den Kindesbeinen schon die Fehler gemacht werden, dass dieser Spaß am Lernen eben nicht vermittelt wird. Dass da keine Wertschätzung, kein Lob kommt. Einfach weil die Kinder was gelernt haben. Sie könnten ja mal was Banales, was Falsches gelernt haben. Ist erst mal im Prinzip egal, sie haben was gelernt. Und da muss ich sie eben bestärken, dass das Lernen Spaß macht und dass es was Schönes ist.

Iris

Ja.

Dierk

Gut, das war eine tolle Runde, das ist auch in den Chats hier nochmal gekommen worden oder beschrieben worden. Iris hast du noch irgendein Schlusswort, das ist ja das was ich auch in der Business Akupunktur immer gefragt habe, gibt es noch irgendwas was du hervorheben wolltest, was du noch nicht gesagt hast, so eine Art Schlusswort, was ich dir dann gerne geben würde für diese Aufzeichnung.

Iris

Also mein Schlusswort kann nur sein: Lernen macht glücklich, Lernen macht zufrieden ist ein psychologisches Grundbedürfnis und KI darf uns gerne dabei helfen.

Dierk

Sehr schön. Das lasse ich so stehen und sage vielen Dank, Iris und vielen Dank auch an die Teilnehmenden für ihre Fragen und bis zum nächsten Mal.

Iris

Ich danke dir.