Hybride Teams mit KI führen (Teil 1)

Hybride Teams mit KI führen (1/2)

Titelbild Podcast Business Akupunktur

Robert und Sven über Leistungsbewertung bei hybriden Teams

Führungskräfte müssen noch lernen, wie sie die Leistung eines hybriden Teams bewerten, wenn sowohl Menschen als auch KI die Arbeit leisten.

Robert und Sven über Ressourceneinsatz bei hybriden Teams

KI ist nicht nur ein Tool, sondern ein Kommunikationspartner, der selbst Entscheidungen trifft – Führung bedeutet, diese Ressourcen richtig einzusetzen.

Robert und Sven über zukünftige Fähigkeiten von Führungskräften

Viele Führungskräfte sind noch im Command-and-Control-Modus, doch die Zukunft erfordert mehr Orchestrierung und Agilität in der Führung.

Robert und Sven über Vertrauen zur KI

Vertrauen entsteht durch Erfahrung, und ich vertraue einer KI oft mehr als einem unbekannten Menschen, weil ich ihre Kommunikationsweise kenne.

Robert und Sven über Führungshaltung bei hybriden Teams

Hybride Teams mit KI zu führen bedeutet, Führungshaltung und Methoden neu zu denken, um nachhaltig wirksam und wertschöpfend zu bleiben.

Zusammenfassung

In dieser Episode spreche ich mit meinen Gästen Sven Schnägelberger und Robert Vogel darüber, was es bedeutet, hybride Teams zu führen – also Teams, in denen Menschen und KI-Systeme gemeinsam arbeiten. Wir sind uns einig, dass KI nicht nur ein technisches Tool ist, sondern als echte Ressource und Kommunikationspartner im Team verstanden werden sollte, die geführt werden muss – ähnlich wie ein Werkstudierender oder ein Consultant, dem ich Kontext, klare Aufträge und Feedback gebe. Genau darin liegen sowohl große Chancen für Wertschöpfung und Wirksamkeit als auch neue Fragen: Wer trägt Verantwortung, wie messe ich Teamleistung, und welches KI-Know-how braucht eine Führungskraft?

Im Gespräch zeigen wir, dass viele Organisationen KI bisher eher punktuell und individuell nutzen, etwa über Chatbots oder Transkriptionstools, während der wirklich wirksame Einsatz in Prozessen und mit spezialisierten KI-Agenten erst in wenigen Unternehmen stattfindet. Für moderne Führung bedeutet das, KI bewusst als Ressource in Wertschöpfungsprozessen einzuplanen, Aufgaben passend zu den „Talenten“ von Menschen und KI zu verteilen und die Ergebnisse im Sinne von „Human-in-the-loop“ zu prüfen. Gleichzeitig wird deutlich, dass klassische Command-and-Control-Muster an Grenzen stoßen und Führung sich stärker in Richtung Orchestrierung von Systemen, Ressourcen und Kommunikation entwickeln muss – ohne dabei auf klare Entscheidungen und gelegentlich notwendige Ansagen zu verzichten.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Rolle von Vertrauen, Haltung und Kultur im Zusammenspiel von Menschen und KI. Robert beschreibt, dass er seine eigenen KI-Agenten inzwischen besser einschätzen kann als fremde Menschen, weil er deren „Sozialisierung“ – also Trainingsdaten, Bias und eingerichteten Kontext – kennt, und wir diskutieren, wie sich dadurch Vertrauensverhältnisse und Teamkultur verschieben. Wir sind uns einig, dass KI bestehende kulturelle Muster in Organisationen irritiert und Widerstände auslösen kann, weshalb wir eher auf geschützte Experimente und Pilotprojekte setzen als auf große Rollouts – mit dem Ziel, Schritt für Schritt eine Arbeitswelt zu gestalten, in der hybride Teams aus Menschen und KI wirksam, wertschöpfend und verantwortungsvoll zusammenarbeiten.

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Transkript der Episode

Dierk

Herzlich Willkommen zur 49. Episode des Business Akupunktur Podcast mit dem Titel „Hybride Teams mit KI führen“. Die regelmäßig Hörenden dieses Podcasts werden bemerkt haben, dass ich das Thema künstliche Intelligenz vermehrt aufnehme, gerade in der letzten Episode mit meinem Praxisgast Frank Strickstrock von Sartorius. Heute freue ich mich jedoch auf dieses Thema mit einem anderen Thema zu kombinieren, nämlich mit dem Thema Führung. Auch dazu hatte ich ja schon einige Episoden. Und um die Kombination komplett zu machen, habe ich zwei Gäste, nämlich Sven Schnägelberger und Robert Vogel. Und bevor eventuelle Missverständnisse auftreten, will ich den Titel kurz erklären. Es geht nicht darum, Teams mithilfe von KI zu führen. Das wäre sicherlich auch ein interessantes Thema, aber heute geht es darum, hybride Teams zu führen. Hybride Teams, in denen Menschen und KI-Systeme gemeinsam agieren. Die Führung solcher Teams stellt Führungskräfte vor völlig neue Herausforderungen, birgt aber auch natürlich große Chancen. Das mag für viele noch nicht vorstellbar sein, ist aber realer als man denkt. Hallo Sven, Hallo Robert, herzlich willkommen und vielen Dank für eure Zeit. Wollt ihr euch beide vielleicht bitte mal kurz vorstellen?

Sven

Ja, hallo Dierk, danke für die liebe Einladung. Dann starte ich einfach mal mit meiner Kurzvorstellung. Sven Schnägelberger, ich bin 64 Jahre alt. Und habe die ersten 20 Jahre meines Berufslebens IT in der Logistikbranche gemacht, war in den letzten zehn Jahren davon Leiter IT und Organisation bei einem mittelständischen Logistikdienstleister. Bin irgendwann Ende der 90er Jahre mit dem Thema Workflow-Management in Berührung gekommen, fand das Thema super spannend und habe dann 2004 mit meinen Partnern Uwe Federn und Thilo Knuppertz eine Beratungsgesellschaft zum Thema Prozessmanagement und prozessorientierte Organisationsentwicklung gegründet. deren Geschäftsführer und der Gesellschafter ich dann mit den beiden anderen zusammen 20 Jahre lang war, bis ich zum 1.4. aus dem operativen Geschäft der BPMO rausgegangen bin. Ich bin dann wieder in die Selbstständigkeit und habe mich parallel dazu bei der Firma von Robert Vogel beteiligt, bei der Unternehmen mit Zukunft GmbH, zu dem der Robert gleich noch was erzählen möchte. Und da fokussieren wir uns ja ganz klar auf das Thema Experten-KIs, KI-Agentik, KI-Infrastruktur, Use Case, Beratung, alles was zu dem Thema gehört. Da kann ich meine alte Welt, Prozessmanagement, Automatisierung, Optimierung wunderbar mit dem neuen Thema verbinden. Und ich liebe es, mit dem lieben Robert zusammenzuarbeiten.

Robert

Ja, das war das Schlagwort, der Hinweis für mich. Ganz lieben Dank, Dierk, dass ich da sein kann. Danke, Sven, für den gedanklichen Ball, den du zur Vorstellung rüber geworfen hast. Zwei Seiten, zwei Sätze, vielleicht ganz kurz zu mir. Robert Vogel, mein Name, habe vor langer Zeit Informatik studiert. Das ist die eine der beiden Seiten, nämlich die technische und bin nach den zwölf Jahren Bundeswehr in verschiedenste Führungsrollen gekommen. Dort auch bei den Technikgiganten, die man so damals kannte, Citrix, Netscape und Microsystems. Und jetzt seit fast zehn Jahren selbstständig mit der eigenen kleinen Firma. Und mit dieser helfen wir und unterstützen wir Organisationen und Unternehmen, das Thema Führung und künstliche Intelligenz miteinander zu verbinden. Und deswegen, lieber Dierk, ganz herzlichen Dank, dass du dieses Thema hier auch aufgreifst und im Rahmen der Führung hybrider Teams uns die Möglichkeit gibst, das mit dir zu diskutieren und zu besprechen.

Dierk

Ja, ich bin auch erfreut, zwei so alte Hasen zu haben. Die alten Hasen mit Betonung auf erfahren.

Sven

Betonung liegt auf Alt.

Dierk

Wir hatten schon viel Spaß bei der Vorbesprechung eben. Ich hoffe, dass wir das jetzt trotzdem sachlich rüber bringen weiter. Beide schütteln mit dem Kopf. Egal. Bevor wir fachlich einsteigen, die Frage, die ich immer zu Beginn stelle, was hast du gedacht, und das gehe jetzt mal an Robert, an Sven wieder weiter, was hast du gedacht, was habt ihr gedacht, als ihr zum ersten Mal den Titel Business Akupunktur dieses Podcast gehört habt?

Robert

Ja, vielleicht, das ist ein wunderschönes Bild und mir kommen natürlich gleich die Nadeln in den Sinn, die man dort in und unter die Haut steckt. Und wenn man das mit Business verbindet, ist sicherlich an der einen oder anderen Stelle der Organisation, das Business dort eine Nadel zu setzen, damit hinterher Wirksamkeit und das Geschäft wieder zum Fließen kommt. Das ist so das Bild, was mir dort in den Sinn kommt.

Sven

In Verbindung mit KI habe ich noch ein etwas anderes Bild. Du hast schon eben gesagt, Nadeln stecke ich mir in die Haut, KI geht unter die Haut. Das war so eine direkte Assoziation. Und gleichzeitig auch Business-Akupunktur im Kontext so ein bisschen gut gezielter Einsatz von wirksamen Mitteln. Ja.

Dierk

Perfekt, sehr schön.

Sven

Egal in welchem Kontext. Natürlich auch super passend im Kontext von KI.

Robert

Ja, und das Spannende ist, man muss wissen, wo man diese Nadeln setzt, das wäre vielleicht auch noch so ein Punkt. Ja.

Sven

Stimmt.

Dierk

Ja, das haben wir häufig in der Diskussion, dass ich auch ganz klar sage, also Nadeln setzen können viele, aber richtig setzen, das können nicht so viele.

Sven

Nadelstechen kann jeder.

Dierk

Und wenn man sie nicht richtig setzt, dann kann es ja auch ganz schön gefährlich werden. Also insofern freue ich mich darauf, ich habe es ja schon gesagt, die beiden alten Hasen zu haben, die aber… Und das kann ich sozusagen auch sagen, weil ich ja mit euch schon zusammenarbeite, die aber auch den Finger in der Wunde haben, an dem Puls der Zeit sind. Also insofern, ich habe einen Techniker, ich habe einen Prozessmenschen dabei, das wird gut. Wir fangen mal an mit dem Punkt, dass ich vielleicht erst mal… eure Meinung, eure Einschätzung dazu hören würde, ob das überhaupt schon ein Thema ist. Denn als ich das zum ersten Mal gehört habe, hybride Teams mit KI führen, habe ich gedacht, was muss ich denn ein KI-Agenten führen? Beispielsweise mal ganz platt gesprochen. Also, wie nehmt ihr aktuell den Wandel in der Führungsarbeit wahr?

Robert

Ja, gerne. Also ich habe mal gepostet, dass Führungskräfte dort die wirksamsten Menschen sind, mit KI umzugehen. weil sie in der Lage sind, dort mit KI in den Austausch zu gehen. Das bedeutet, wenn ich da draußen bin, wenn wir Trainings haben, wenn wir in der Diskussion sind, dann kriege ich oft zurückgespiegelt, die drei Worte eingegeben wie bei Google und die Ausgabe, die ich zurückbekomme, die ist ja gar nicht das, was ich erwartet habe.

Und dann spiegle ich zurück und sage, überleg doch mal, wenn jetzt diese KI, wenn ihr die so behandelt wie einen Werkstudenten, wenn ihr die praktisch führt, wenn ihr die an die Hand nehmt, wenn ihr den Kontext erklärt, dann antwortet die ganz anders.

Dann hat die auf einmal einen Hintergrund, ein Verständnis und ihr könnt mit der viel besser zusammenarbeiten. Und das Ganze entwickelt sich jetzt gerade dahin, dass wir ja nicht mehr einzelne, ich sag jetzt mal Chat-GPTs oder Agenten haben, sondern mehrere Agenten und mehrere Menschen auch zusammenarbeiten, um komplexere Aufgaben zu erfüllen. Also ein Agentensystem oder… Wie du es ja auch schon gesagt hast, unser Begriff ist da auch hybride Teams. Und jetzt kommt es natürlich erst recht darauf an, wie gehe ich da als Führungskraft, als Mitarbeiter um, den Kontext zu beschreiben, die Aufgabe zu beschreiben, auch zu erkennen, welcher der Menschen, welcher der KIs denn für ein bestimmtes Thema ein Talent hat, welchen Hintergrund denn die KIs oder die Menschen haben. Und so, denke ich, wird sich unsere Arbeitswelt verändern. Wir sehen das auch schon in den ersten Organisationen, dass dort die Organisationen am wirksamsten werden, wenn es nicht so ist, dass sie KI als Tool verstehen, sondern wirklich als Teil des Teams verstehen und so die Führungsaufgabe wichtiger wird, weil man auch diese KI-Agenten führen darf, um wirksamere und bessere Ergebnisse zu erzielen.

Sven

Also ich erlebe das ja jetzt schon selber tagtäglich in der eigenen Arbeit. Ich bin solo selbstständig und bin Gesellschafter beim Robert, bin Gesellschafter bei der BPMO und arbeite natürlich mit meinen Kollegen der BPMO noch in Projekten zusammen und mit Robert ganz viel, auch in unserem Businessmodell und so weiter und so fort. Und je mehr ich in das Thema eingetaucht bin, umso mehr nutze ich selber KI. Und ich habe mittlerweile auch ein Team, Und zwar kein Team aus Menschen, das ist Robert und ich, aber Robert und ich haben auch ein Team, teilweise sogar die gleichen Assistenten, auf die wir beide zurückgreifen können, denen wir Arbeit zuspielen, mit denen wir gemeinsam Dinge bearbeiten, wo wir auch über unsere Plattform nicht nur mit einer KI was tun, sondern mehrere KIs in einen virtuellen Raum stecken, ja. Und da Dinge gemeinsam entwickeln. Und da merke ich halt auch, dass die KI dann auch mal Rückfragen stellt, Aufgaben genauer beschrieben haben möchte, mit mir anfängt zu diskutieren wie ein Mensch. Und die Art der Zusammenarbeit gar nicht mal so groß unterschiedlich ist, als wenn ich mit Menschen zusammenarbeiten würde. Also das ist der eine Aspekt, wie fühlt sich das an, im Team mit KI zu arbeiten? Deine Frage ging ja aber auch sehr stark auf das Thema Führen von hybriden Teams.

Und da hatte ich eine kurze Gelegenheit, ich glaube, das ist jetzt auch schon fast ein Jahr her, mit Fabian Kienbaum, das ist der Co-CEO von Kienbaum Consultants. Das ist ja eine sehr bekannte, renommierte Personalberatung, die sich natürlich ganz viel mit dem Thema beschäftigt. Führung, Führungskräfteentwicklung, auch mit Führungsziele setzen, wie messe ich Erfolg. Und Fabian hat in dem Gespräch einmal gesagt, gerade was das Thema Führung angeht, im Kontext von KI, werden wir uns noch viele, viele, viele Gedanken machen müssen. Weil wie behältst du die Leistung eines hybriden Teams? Wenn die Leistung nicht nur von Menschen, sondern von KI und Menschen erbracht wird. Wer ist schuld, wenn was in die Hose geht? Derjenige, der den Assistenten aufgerufen hat oder der, der die KI gebaut hat? Wie bewerte ich Teamleistung als Führungskraft? Wie viel KI-Know-how brauche ich? Wie erkenne ich, welche KIs ich einsetzen muss? Das sind alles Fragestellungen, die sich eine klassische Führungskraft noch nie gestellt hat. Und die sich, glaube ich, alle Führungskräfte in den nächsten Jahren stellen müssen. Also wenn ich mit Personalern spreche, höre ich, dass viele Personaler sich vorstellen können, in ihren Unternehmen KI-basierte Führungskräfte-Coaches einzusetzen, die natürlich gut trainiert sind, spezielle Aufgaben haben, spezielle Themen haben, aber als virtueller Coach für Führungskräfte angeboten werden. Das heißt, die Personaler denken schon daran, in der Personalentwicklung, in der Führungskräfteentwicklung, in der Kommunikation für den Dialog mit Führungskräfte KI einzusetzen. Und das ist viel, viel mehr als Workflows bauen mit N8N.

Robert

Ich würde da einen Satz noch ergänzen wollen und dir Sven vielleicht auch ein klein bisschen widersprechen, weil was ich gerade merke, ist, wenn ich so ein Stückchen so meine alten Führungstalente wieder raushole, die ich früher mit meinem Consulting-Team gepflegt habe, dann merke ich, wenn ich das tue, dann funktioniert das auch mit den KI-Teams, die der Sven gerade besprochen hat, besser.

Dann kriege ich wirksamere Ergebnisse. Dann muss ich mir manchmal selber an die Nase fassen, weil die Emma, einer unserer KI-Agenten, sagt, das hast du mir aber so gar nicht erklärt. Und dann denke ich mir, eigentlich ist meine Arbeit in diesem hybriden Team unterscheidet sich eigentlich gar nicht von der Arbeit, die ich früher als Director Consulting hatte. Auch da habe ich angerufen, habe Sachen erklärt, habe Rücksprache gehalten, kritisch hinterfragt, habe mir die Ergebnisse zuschicken lassen, habe über die Ergebnisse geguckt und dann bewertet, macht das Sinn, das dem Kunden weiterzuschicken, nochmal hinterfragt. Und wenn ich diese alten Führungsqualitäten so gerade jetzt wieder raushole, kriege ich immer wieder Gänsehaut, wie klasse das mit den KI-Agenten dann passt. Also der Unterschied, den ich momentan sehe, ist wirklich nur im Augenblick, dass ich da ein technisches Konstrukt habe, eine Kommunikationsmaschine habe und eben keinen Menschen habe, der dahinter steht. Aber ganz vieles, was ich früher gelernt habe, lässt sich analog auch heute auf dieses Team anwenden. Und deswegen ist meine These und meine Aussage, dass wir da jetzt schon sind und Und ich versuche, aber das mache ich doch gar nicht so lange und gelingt mir auch nicht immer, den Begriff KI aus der Diskussion rauszulassen, weil es geht sofort immer diese, oder sehr oft in diese, ah und KI bringt uns alle um und raubt uns alle Arbeitsplätze und auf der anderen Seite ist das das Heilbringende, was uns alle rettet. Und ich bin ein Stück zurückgetreten und sage, dann lass uns doch, Den Begriff KI einfach rausnehmen. Ich habe noch keinen guten Ersatz gefunden. FTE gefällt mir auch nicht so. Das haben wir früher immer benutzt, aber das ist auch nicht so schön. 00:15:12.100 Und lass uns diese Begrifflichkeiten mal rausnehmen und schauen, was passiert, wenn wir unser Verhalten, was wir früher in den Teams an den Tag gelegt haben, heute auch mit KI-Agenten-Team an den Tag legen und schauen, welche Ergebnisse dann da rauskommen. Und dann müssen wir alle lernen, alle gemeinsam lernen, was da passiert.

Sven

Das setzt natürlich voraus, dass jede Führungskraft mit derselben Führungshaltung unterwegs ist wie du. Und wir beide wissen, dass viele Führungskräfte da draußen in einer sehr, sehr hierarchischen Linienorganisation sozialisiert sind.

Robert

Ja, absolut. Ja.

Sven

Und dass es immer noch sehr, sehr viele Führungskräfte gibt, die Mikromanagement betreiben und weit weg davon sind, was unser eins unter moderner Führung versteht. Ja, ich habe mich ja jetzt 20 Jahre mit dem Thema Prozessmanagement und Prozessorientierung beschäftigt und bin ja auch wie Robert. Robert ist ja auch systemisch ausgebildet, Leadership, Bücher geschrieben. Ich bin auch Solution-Focus-Consultant, habe mich 20 Jahre mit Organisationsentwicklung beschäftigt und habe halt regelmäßig erlebt, wie schwer das ist, aus diesen alten Mustern rauszugehen.

Und auch wenn du sagst, ja, das ist doch irgendwo logisch, es so zu tun, viele sind ja nicht in den Mustern unterwegs, in denen du unterwegs bist, sondern für die wird das nochmal eine größere Herausforderung, so zu denken, so wie du das gerade. Und darfst nicht vergessen, Robert, du bewegst dich jetzt schon in dem Kontext KI, seit zwei Jahren bist du in einer permanenten Lernkurve.

Robert

Absolut. Nein, auch ich vor vier Wochen noch nicht.

Sven

Und vor einem Jahr hättest du das, was du gerade gesagt hast, noch nicht gesagt.

Robert

Absolut. Absolut. Ja.

Sven

Deswegen müssen wir bei so einer Diskussion immer berücksichtigen, dass viele ganz woanders sind, auch ganz anders auf das Thema KI schauen. Und der eine oder andere bekommt vielleicht die Möglichkeit, in diesen Erkenntnisgewinnungsprozess einzusteigen. Und für andere wird das vielleicht ein Sprung ins kalte Wasser. Ja.

Robert

Absolut. Das kann ich sofort unterschreiben. Und du hast ja angesprochen. Und das, was du dort so, oder was auch so zwischen den Zeilen ist, diese Command- und Control-Tayloristen, die es dort durchaus noch als Führungskräfte gibt, da macht KI jetzt natürlich extrem deutlich, dass es an der Stelle noch Nachholbedarf gibt, Lernbedarf gibt, wie sich Führung verändern darf. Das hat das Internet und die agile Bewegung schon angefangen, aber ist da noch nicht in allen Ecken Einzug gefunden. Aber die KI macht das jetzt sehr, sehr deutlich, weil ich denke, dass Organisationen, die eher mit einem modernen Führungsstil und der Integration von künstlicher Intelligenz in ihren Arbeitsalltag den Organisationen, die das nicht tun, im Rahmen der Wirksamkeit mehr als das Wasser reichen können.

Sven hat es ja angesprochen. Ich bin immer wieder erstaunt, was wir zwei als Solopreneure dort an Wirkung nach außen generieren können, Also kriege ich immer wieder Gänsehaut. Das ist so viel mehr als noch vor einem Jahr oder vor zwei Jahren, was wir dort tun können. Und wir kratzen da schon an größere Organisationen ran, die da noch nicht so weit sind.

Dierk

Und falls es den Hörenden noch nicht aufgefallen ist, der Gastgeber bin ich.

Robert

Hahaha!

Dierk

Und ich habe aber zwei Gäste, wo ich nach wie vor froh bin, diese beiden Gäste zu haben. Wir haben auch im Vorfeld besprochen, wenn wir zu lange brauchen, machen wir da zwei Folgen draus. Also gucken wir mal, wie wir uns so entwickeln. Auf jeden Fall finde ich das super interessant, das, was ihr gerade gesagt habt, auch was das bedeutet, wir haben das also schon in der Praxis, dass wir diese Herausforderung haben und man kann dieser Herausforderung begegnen, indem man KI als Technik sieht, das wäre aber zu wenig, sondern man muss sie als Ergänzung sehen, als Ergänzung für die eigene Arbeit, aber auch als Herausforderung, eine solche KI anders zu führen und wenn ich dich richtig verstanden habe, Robert, da kann man gerne auch nochmal auf alte Führungsqualitäten zurückkommen, also eine KI- muss geführt werden oder sollte geführt werden. Natürlich, es sei denn, es ist eine KI, die sozusagen überschaubare Schritte durchläuft. Aber was du ja gesagt hast, wir müssen Ergebnisse kontrollieren, wir müssen überprüfen, „Human-in-the-loop“ und so weiter.

Dann führt mich das zur nächsten Frage. Die Frage habt ihr teilweise eben schon mal beantwortet. Welche typischen Missverständnisse begegnen euch denn bei Führungskräften, wenn es um den Einsatz von KI in Teams geht?

Robert

Eins hast du gerade auch schon angesprochen, Dierk. Das ist wirklich, KI, das ist ja ein IT-Projekt. Das ist ja Technik. Und da muss ich immer vehement widersprechen. Das ist natürlich durchaus etwas, wo technisches Verständnis hilft. Aber das ist nicht notwendigerweise Technik, sondern ich pflege immer das Ganze wirklich als ein Kommunikationspartner zu verstehen. Und damit komme ich, glaube ich, sehr, sehr weit und kann sehr wirksame Ergebnisse erzielen. Und das Zweite, was mir da einfällt, ist, ich habe… ganz spannende Diskussionen zum Thema, ja die KI, das ist ja nur ein stochastischer Papagei und was die KI macht, das ist ja nur aufgrund von Wahrscheinlichkeit das nächste Wort zu berechnen. Das stimmt, aber mit der Aussage kann man nichts anfangen und wenn man diese Aussage als Grundlage für den Einsatz von KI nimmt, dann kommt man nicht viel weiter. Ich nehme mal die Analogie einer Nervenzelle. Wir wissen ganz genau, wie eine Nervenzelle funktioniert. Da kommt ein Aktivierungspotenzial und da passiert nichts anderes, als die Enzyme von einer Nervenzelle zur nächsten geleitet werden. Das stimmt, aber damit erschöpfen wir überhaupt nicht das Potenzial unseres Gehirns und was wir überhaupt können und wie der Vernetzungsgrad und der Kontext und unsere Sozialisierung uns in die Lage versetzen, mit diesem Gehirn erstaunliche Dinge einzubringen.

Und so sehe ich das bei KI auch. Also ein Missverständnis ist für mich, das zu trivialisieren und zu sagen, ja, ist ja nur ein statistischer, stochastischer Papagei. Da habe ich immer hohe Resonanz und fühle mich geneigt, stärker in die Diskussion einzusteigen. Und ja, die beiden Punkte, die sehe ich häufig. Vielleicht noch einen dritten Punkt. Sven, und dann hast du bestimmt noch den einen oder anderen Punkt, was ich auch oft sehe und höre. Und das ist natürlich auch korrekt, aber es wird oft gesagt, das ist ja nur ein Tool. Und die Herausforderung, die ich dort sehe, ist, wenn man das auch als Kommunikationspartner versteht, schon die Wichtigkeit zu verstehen, dass dieses Tool durchaus Entscheidungen trifft.

Und das unterscheidet es von allen Werkzeugen, die wir in der Vergangenheit benutzt haben. Also wenn ich dort der KI oder dem KI-Team, dem hybriden Team einen Auftrag gebe, entscheiden die Mitglieder in diesem hybriden Team an vielen Stellen selbst, was sie tun. Und das gab es vorher so nicht. Also ist da ein Missverständnis? hinzugehen und zu sagen, alles okay und wir lassen die jetzt mal loslaufen und nicht hinzugehen, wie wir es eben ja auch schon angesprochen haben und zu sagen, nein, wir brauchen dort schon eine Instanz, uns, die wir als „Human-in-the-Loop“ im Rahmen der Zusammenarbeit mit KI verstehen.

Sonst könnte es zu Themen kommen und da gibt es ja auch schon das ein oder andere Beispiel, wo wir hinterher ganz verdutzt schauen, was ist denn da jetzt passiert und die Welt nicht mehr verstehen und soweit möchte ich es da eigentlich auch nicht kommen lassen. Also ganz wichtig, immer die Balance zu sehen, wo hilft uns das, wo ist das wirksam. Aber was haben wir da für eine kraftvolle Maschine eingeschaltet, die uns da tagtäglich jetzt unterstützt? Und das sollten wir nicht unterschätzen. Das ist auch noch so ein Missverständnis, was ich da sehe.

Sven

Also ich glaube, es gibt unzählige Missverständnisse. Ist natürlich immer die Perspektive von wo kommst du, wo stehst du gedanklich zum Thema KI und mit wem redest du da gerade, was definitiv aus meiner Sicht ein Ja, so ein bisschen eine Herausforderung. Gerade draußen ist in der Diskussion, wir kriegen regelmäßig von den unterschiedlichsten Organisationen Studien um die Ohren gehauen. Da gibt es mal Studien, die ein bisschen besser sind, so wie zum Beispiel die letzte von der Stanford, die mal so aufgezeigt hat, welche Entwicklungszyklen es gibt.

Es gibt jetzt gerade eine aktuelle Studie, ich weiß nicht, wer das war, 95 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen schon KI. Ja, das könnte man ja jetzt nehmen und so sagen, super, wir Deutschen sind da Vorreiter. Ich stelle dann immer die Frage, was heißt Nutzen-KI? Das Rumspielen mit Chat-GPT oder Microsoft CoPilot, das Nutzen von einem Chatbot für meinen persönlichen individuellen Workaround, wenn man das mit Nutzung bezeichnet, glaube ich den 95%.

Wenn ich jetzt den Schritt weiter gehe und sage, die Organisationen oder Teams haben sich KI-Assistenten, KI-Agenten gebaut, mit denen sie im Team zusammenarbeiten, oder Dutzend Plattformen, mit denen sie Agentic Automation machen können, also KI-basierte Automatisierung, ganze Vorgänge und Arbeitspakete durch und mit KI bearbeiten zu lassen, würde ich mal aus dem Bauch heraus sagen, sind wir vielleicht bei 5%.

Dierk

Ich wollte sagen, das sind die anderen fünf Prozent. Vielleicht müssen wir nur ein Wort ergänzen bei der Frage, Sven, nämlich „sinnvoll nutzen“. Weil das, was du gerade gesagt hast, glaube ich, diese 95 Prozent, ich erlebe das, dass Menschen jetzt wie wundersam Teams nutzen. Die lassen das aufzeichnen, die lassen das transkribieren, die lassen Aufgaben daraus erzeugen.

Die Aufgaben müssen abgearbeitet werden. Also das nimmt einem dann die KI dann doch nicht ab. Das heißt, ich produziere noch mehr Overhead, aber ich gewinne damit nichts. Eher das Gegenteil.

Sven

Also sinnvoll nutzen, auch die Menschen, die KI für die persönlichen Workaround benutzen, nutzen das sinnvoll. Weil sie Dinge schneller, besser in ihrem persönlichen Arbeitsumfeld erledigen. Aber der Nutzen und die Wirksamkeit für das Unternehmen, ist da natürlich deutlich geringer, als wenn ich mir Gedanken mache über einen gezielten Einsatz von KI-Agenten in meinen Prozessen.

Oder KI-Agenten zur Automatisierung zu benutzen. Und du hast gerade gesagt, ja klar, ich meine, es ist schön, wenn eine Zusammenfassung folgt, aber die To-Do-Liste, die da steht, die Zusammenfassung, die gibt es in der KI, die den Auftrag hat, zu überwachen, ob die Dinge auch bearbeitet werden, die dir möglicherweise dann proaktiv zwei Tage nach dem Webinar dir eine Mail schickt, Dierk, und sagt, hör mal, hast du das Arbeitspaket drei schon abgearbeitet? Kann ich dir dabei irgendwie helfen?

Dierk

Ja. Jawohl.

Sven

Und das ist jetzt kein Zukunftsgeschwafel. Das geht heute schon. Und zwar mit relativ einfachen Mitteln, wenn man weiß, wie es geht.

Dierk

Und da kommt dann, wie ich finde, auch Führung wieder ins Spiel, weil man kann als Führungskraft natürlich fragen, hast du schon abgearbeitet? Und wenn man dann die Frage beendet, dann ist es ja Command & Control. Wenn man aber dann sagt, kann ich dir dabei helfen? Dann geht es ja in eine echte Führung, nämlich zu sagen, ich erwarte das von dir, wir haben uns darauf beide committed oder du hast dich committed, wie auch immer man das sieht. Kann ich dir helfen? Und wenn die KI hilft, dann bin ich als Führungskraft ja nicht mehr mit meiner Zeit dabei. Das, was du vorhin sagtest, Robert, du hast Ergebnisse bekommen, du hast sie kontrolliert.

Robert

Und wenn wir jetzt bei den beiden Begriffen auch schon sind und du den Begriff sinnvoll genannt hast, ich würde da auch noch einen ergänzen und vielleicht sogar zwei.

Dierk

Hier kann die KI eben helfen, Ergebnisse zu liefern.

Robert

Sven hat den gerade schon gesagt und zwar die Begriffe wertschöpfend und wirksam. Weil was ich ganz oft sehe ist, und Sven hat es ja auch aufgeführt, ich kann mich durchaus mit dem Thema sinnvoll beschäftigen. Und erziele ich dann aber da auch einen Wert für jemand anders oder generiere ich Leistung, bin ich wirksam? Wenn wir an solche Projekte gehen, ist das immer der Einstieg, mit dem wir dort agieren. Also zu hinterfragen, wozu nutze ich denn KI und erzeuge ich damit Wertschöpfung und Wirksamkeit? Sei es jetzt für eine andere Abteilung, sei es für einen Kunden. Das ist für uns immer so die erste Maßgabe und das ist halt… Das ist uns als Unternehmer schon ein Stückchen in die Wiege gelegt, das immer zu hinterfragen und das immer mitzubringen und mitzunehmen. Man kann sich wunderbar beschäftigen und dann hat man sich zwei Wochen damit beschäftigt und dann kommt aber nichts raus. Dann geht Beschäftigung sehr schnell in Verschwendung. Und dann geht die Beurteilung und die Bewertung, was mit KI passiert, sehr oft in „ihr habt ja da nur mit rumgespielt“.

Darum ist unsere erste Herangehensweise immer ein ganz wichtiges, nämlich zu überlegen, wo macht das Sinn, wo entsteht Leistung, wo bin ich wertschöpfend und wirksam, wenn wir an das Thema KI gehen. Und ihr merkt auch, auch da ist KI natürlich noch nicht als technischer Begriff irgendwo drin, sondern eigentlich das, was wir als Unternehmer auch egal wie immer mit in den Vordergrund stellen sollten, Und Sven, auch da ist natürlich, das ist auch ein Stückchen im Gegensatz zu dem ganzen Command und Control und Tayloristischer Führung entgegenpaart, den wir da natürlich immer mit in die Organisationen tragen und in die Projekte tragen.

Dierk

Wenn ich mir jetzt nochmal anschaue, ihr habt ja jetzt schon ziemlich viel rübergebracht aus euren Erfahrungen, von euren Sichtweisen. Jetzt stelle ich mir mal vor, wir haben einen Wertschöpfungsprozess. Das war ja auch gerade eben der Punkt. Wir haben einen Wertschöpfungsprozess und wir haben technologische Systeme gleichberechtigt neben Menschen in diesem Prozess. Was bedeutet das dann für die Führung, für eine Führungskraft, für einen Process Owner, für einen Team Lead, wie auch immer wir diese Führungskraft nennen, was bedeutet das?

Sven

Also du hast ja vorhin gesagt, wie man KI wahrnimmt. Also für mich ist KI eine Ressource. Und zwar aus der Organisationsentwicklungsperspektive. Eine Ressource, so wie der Mensch eine Ressource hat und die Erfahrungen des Menschen Ressourcen sind und die Erfahrungen des Wissens des Unternehmens Ressourcen sind, ist KI erstmal eine Ressource. Und da wird es auch wichtig sein, dass eine Führungskraft das auch versteht und in der Lage ist, mit seinen Mitarbeitern über den Einsatz dieser Ressource zu sprechen.

Und dann halt auch Wertschöpfung zu generieren. Und zwar an den richtigen Stellen, mit den richtigen Mitteln. Und dann natürlich auch zu klären, das hatten wir vorhin schon, wie denn dann Menschen und KI… gemeinsam wertschöpfend interagieren und zusammenarbeiten. Und das muss man lernen. Das kennen wir noch nicht so.

Dem einen fällt das leichter, in diese Haltung reinzukommen als dem anderen. Aber ich glaube, das ist ein wichtiger Aspekt, den man nie aus den Augen verlieren darf.

Robert

Das ist ja ein Stück Technik und wie bringt man Technik und Mensch zusammen. Ich würde ergänzen, dass zu dem Stück Technik auch noch das Thema Kommunikation dazu kommt. Also das ist nicht nur ein Stückchen Technik, wo ich selber immer sagen kann, das schalte ich ein, schalte ich aus, wie weit nutze ich das? sondern da kommt eben auch noch diese Komponente der Kommunikation dazu. Also das in den Austausch gehen, dass je nachdem, wie der Kontext gesetzt ist, andere Ergebnisse, andere Kommunikationen mit ins Spiel kommen können. Das je nachdem, in welchen Teams wir das einsetzen, dort ein anderer Austausch, zustande kommt, dass je nachdem, wie wir auch die Umgebung dieser Technik definieren, an welche Daten wir sie anschließen, andere Ergebnisse rauskommen und ein Stückchen einfach diese Technologie auch Entscheidungen treffen kann. Nimmt sie jetzt Datenquelle 1, nimmt sie Datenquelle 2 und jetzt kommt wieder der Führungsaspekt mit rein. Ihr den Kontext zu geben, den Rahmen zu stiften oder auch die Auswahl, welchen Agenten nehme ich denn in dem Team, zu definieren, damit es auf die richtigen Datenquellen zugreift, damit es in dem Kontext agiert, in dem wir dort Wertschöpfung und Wirksamkeit erzeugen wollen. Und da bist du komplett im Führungsvorgehen, da bist du komplett in der Führung, in der Überlegung, wo generieren wir Leistung, wie generieren wir Leistung, wie kommunizieren wir und du hast halt jetzt Nicht nur in Tool oder ein Stückchen Technik, sondern auch etwas, was in diesem Kommunikationsteil mit Einzug findet. Und deswegen ist es anders als alles, was wir bisher so kennen. Ja.

Dierk

Ja, und wenn ich das sehe, was, und nochmal ein bisschen auch zusammenfasse, was Sven gesagt hat, was du gerade gesagt hast, einfach, es ist wichtig, es ist eine Ressource. Eine Ressource muss geführt werden. Also natürlich, als Coach würde ich sagen, eine Ressource, also einen Mensch als Ressource zu bezeichnen, fände ich ein bisschen kritisch, aber dann haben wir wirklich eine Ressource und dann ist es eben ein Mensch, ein künstlicher Mensch, den ich führen muss.

Robert

Ja. Ja. Da sind wir wieder bei FTE. Ja. Ja, genau.

Sven

Aber das ist wieder genau dasselbe. Für die Organisationsentwickler ist der Begriff Ressource komplett anders besetzt als für dir. Für die Organisationsentwickler ist der Begriff Ressource für einen Mensch was ganz Normales und was Wertschätzendes. Also nicht, ein Mensch ist wie FTE, das ist wieder so Number Grundging. Aber eine Ressource, wenn ein Organisationsentwickler, ein Coach, ein HRler davon spricht, dass ein Mensch eine Ressource ist, dann ist das wertschätzend.

Dierk

Und ich wollte gerade darauf überleiten, dass es ja in dem Kontext, wenn ich mit KI, wenn ich mit Agenten arbeite, das Ganze ja vielleicht ein bisschen, vielleicht doch ein bisschen mehr zusammenführt. Also eine Führungskraft muss über den Ressourceneinsatz entscheiden. Ob die Ressource jetzt ein Mensch oder ein Agent ist, ist seine Führungsarbeit. Und dann bin ich auch fein damit, auch von Menschen als Ressourcen zu sprechen.

Sven

Und das passt zu dem, was du eben auch gerade gefragt hast, wie den Prozessmanager damit umgehen müssen. Genau, also wenn ich als Prozessmanager oder Prozessverantwortlicher meine Verantwortung wahrnehme, meinen Prozess messbar zu haben, steuerbar zu haben, dass er ausgeführt wird, dass er permanent optimiert wird, dann muss jeder Prozessmanager in Zukunft die Ressource KI in allen Facetten verstehen, Und erkennen, wann welcher Einsatz von KI an welcher Stelle des Ablaufs sinnvoll ist. Beratend, automatisierend, qualitätssichernd und so weiter und so fort. Und das ist deutlich mehr als der Einsatz von Workflow-Systemen oder Process Mining. Das geht weit über das hinaus.

Dierk

Und deswegen müssen wir führen. Das, was du auch gerade gesagt hast, Robert, ich muss führen im Sinne von, wo setze ich die Ressourcen an, ich muss führen im Sinne von Arbeitsvorgabe oder Erklären der Arbeit, kann der AG das überhaupt, also kann der das, was ich jetzt von ihm will. Das hast du auch gemacht, wenn du mit deinen Consultants gesprochen hast oder ihnen Aufgaben zugeordnet hast, dann wusstest du, können sie oder können sie nicht oder sie brauchen eben Unterstützung.

Also Arbeit zuweisen, vorher einschätzen, Arbeit kontrollieren, begleiten und eben auch Kommunikation. Und das, was für mich jetzt hier ganz klar rauskommt, ist also für mich bis hierher so eine ganz wichtige Erkenntnis, Führungskräfte müssen, ich sage mal, das richtige Bild auf die Ressource KI bekommen. Es ist eben keine Technologie oder mehr als Technologie und sie müssen sie einsetzen für ihre Zwecke, für ihre Ziele. Und das eben in Ergänzung zwischen Menschen und Technologie, wie auch immer das dann gestaltet wird.

Und wenn wir über Führung sprechen, sprechen wir auch immer über Vertrauen. Führungskräfte müssen ihren Mitarbeitenden vertrauen oder sollten vertrauen. Auch da bin ich gespannt auf eure Sicht. Jetzt kommt aber so ein KI-Agent dazu oder noch schlimmer, es kommt ein ganzes Orchester von KI-Agenten dazu, Ich habe Prozessschritte, die mehr oder weniger allein von KI gestaltet werden, die Entscheidungen treffen, Robert. Du hast es gesagt, die treffen Entscheidungen. Wie oder welche Rolle spielt Vertrauen zwischen Menschen und Technologie in diesem Kontext?

Robert

Das ist eine schöne Frage.

Sven

Ja, da fällt mir direkt der Spruch ein, traue keiner Statistik, wenn du sie nicht selber gefälscht hast.

Robert

Ich würde da noch einen Begriff aus meinem Faible für die Systemtheorie bringen. Ich habe eine hohe Resonanz, wenn wir zu diesem Thema Werte sprechen oder zu dem Thema Haltung sprechen. Das sind natürlich alles Grundlagen, die wir persönlich benutzen, um Entscheidungen zu treffen. Also unsere Haltung, die Art, wie wir vertrauen. Aber, und jetzt kommt, wenn man das nach Luhmann dekliniert, dann sind das keine entscheidbaren Entscheidungsprämissen. Also Vertrauen entsteht in mir, aber ich weiß gar nicht warum. Also ich kann gar nicht entscheiden, vertraue ich oder vertraue ich nicht. Und ich kann auch meine Werte in dem Sinn nicht entscheiden. Ich kann zwar darüber quatschen und darüber schwafeln und erzählen und Sonstiges, aber Werte in mir entstehen einfach aufgrund meiner Sozialisierung, aufgrund meiner Erfahrung, was ich erlebt habe. Wenn wir also das jetzt nutzen, um Entscheidungen zu treffen, dann kann es durchaus sein, dass wir der ganzen Organisation einen Bärendienst erweisen. Drum ist Vertrauen für mich immer eine schöne und wichtige Sache, aber es ist nichts, was meinen Führungsalltag in dem Sinne bestimmt, sondern Führung für mich ist etwas, wo ich entscheidbare Entscheidungsprämissen verändere, damit Spiele sie festsetze. Das ist für mich ein ganz, ganz wichtiger Punkt. Und was ich merke, wenn man das tut, dann entsteht sehr oft eine vertrauensvolle Umgebung. Und jetzt hast du gefragt, wie gehen wir da mit KI um? Da habe ich mir ganz viele Gedanken gemacht. Und ich stecke da jetzt Gott sei Dank tief drin. Und ich erschrecke bei mir selber, wenn ich in der Diskussion mit KI bin, weil ich aufgrund der Tatsache, dass ich da halt tief drinstecke und weiß, was die machen und wie die das machen, der KI viel mehr vertraue, als wenn ich jetzt in der Diskussion mit einem fremden Menschen wäre oder mit einem, den ich noch nicht so lange kenne. Das erschreckt mich persönlich oft. Aber es ist halt so, weil ich weiß, was steckt dahinter? Was ist der Bias? Was ist der Kontext? Wie habe ich den Kontext selber gelegt? Ich weiß praktisch, und jetzt wieder mit einem kommunikativen Begriff, ich kenne die Sozialisierung der KI und meiner KI-Agenten.

Und auf die Sozialisierung kann ich mich verlassen. Ich weiß auch, dass da manchmal Quatsch rauskommt, aber das weiß ich halt. Und das kann ich beurteilen und bewerten. Wenn ich mit so einem fremden Menschen spreche, dann spreche ich anders.

Dann kann ich einen Vertrauensvorschuss und einen Vertrauensvorsprung geben. Aber da kontrolliere ich viel mehr. Passt das und haut das hin? Wie geht das? Sven, wenn wir uns miteinander unterhalten, dann kommt das nicht mehr in unsere Gedanken, weil da einfach ein blindes Vertrauen entstanden ist über die Jahre hinweg. Und das ist wunderbar. Und da weiß ich, wenn ich den Ball in diese Richtung schieße, dann steht da der Sven und macht ihn hoffentlich rein. Ja, genau. Und das ist was anderes. Aber wenn ich mit einem fremden Menschen spreche, dann ist mir eine KI momentan viel näher als erst mal dieser fremde Mensch. Das heißt, ich habe schon ein Vertrauensverhältnis, ist da schon entstanden im Rahmen einer KI, was bei Menschen noch psychische Arbeit bedingt.

Sven

Könntest du mir und den Zuhörenden vielleicht nochmal erklären, weil ich habe ein bisschen die Stirn gerunzelt bei deiner Aussage, ich kenne die Sozialisierung meiner KIs.

Da habe ich mich gefragt, was verstehst du unter Sozialisierung? Also du gibst der KI ja ein Stück weit Haltung über den Prompt mit, In der intensiven Arbeit mit KI erfährst du, wie die KI tickt im Dialog, in der Zusammenarbeit mit dir. Aber hinter diesen Informationen und Wahrnehmungen von dir steckt ja auch noch so ein bisschen eine Sozialisierung, die möglicherweise in den Large Language Models drinsteckt, die du nicht beeinflussen kannst und die einen auch ab und zu mal positiv und negativ überraschen kann.

Robert

Genau, genau. Und da gibt es Ja, aber die wir kennen und du hast vorhin Studien angesprochen, da gibt es eine Studie, die genau das jetzt auch sichtbar gemacht hat und das nennt sich, glaube ich, WEIRD (White Industrial Man Western Europe), irgendwie sowas. Das heißt, der Bias, der in den KIs drinsteckt, der, die wir jetzt nutzen, also OpenAge, Entropic, Google, ist sehr geprägt von unserem westlichen Verhaltensbild und sehr geprägt von den Lerninformationen, Daten, mit denen wir dort das neuronale Netz trainiert haben. Jetzt gehen wir ein Stückchen in die Technik rein. Aber das wäre für mich so, die Sozialisierung ist bei diesen KIs bekannt. DeepSeek als Beispiel nehme ich Sozialisierung an, Und die kann ich auch sofort prüfen, indem ich DeepSeek frage, was ist denn da am Roten Platz eigentlich passiert?

Und da weiß ich auch die Sozialisierung, deswegen nutze ich das nicht. Das kommt bei mir nicht auf den Rechner. Und das meine ich vorhin mit dem Thema, die Grundeinstellung der Bias, das, was die KI gelernt hat, das ist mir bei den Großen, die wir nutzen, bekannt. Und deswegen habe ich da ein Stück… was ich da reinsetzen kann und darf. Und dann kommt es natürlich darauf an. Und das ist aber jetzt ja wieder, wie wir diese KI weiter sozialisieren.

Also mit was wir die füttern, welche Ideen die von uns mitbringt, wie wir den Kontext setzen. Damit geben wir ja auch Informationen, wie sich diese KI dann auch verhält. Das heißt, wir sozialisieren unsere KI-Agenten auch ein Stückchen in unsere Richtung. Das macht es auch wieder spannend in unserem Thema, digitale Zwillinge zu erschaffen und digitale Zwillinge zur Verfügung zu stellen, weil da kommt nämlich die Sozialisierung der Mitarbeitenden ein Stückchen auch mit ins Gespräch. Und das finde ich auch gerade dort so spannend, überhaupt allein, dass das möglich ist. Also so ein Robert Special Agent tickt so ein Stückchen wie ich und das ist auch wieder, wenn man das so sieht, ist das auch wieder hochspannend. Und auf der anderen Seite manchmal natürlich auch immer wieder erschreckend, wenn ich mit mir selber diskutiere und denke, oh, das hast du von dir noch gar nicht gewusst, was du jetzt als Antwort kriegst. Stimmt aber irgendwie. Und das finde ich auch immer einen spannenden Aspekt. Aber für mich, und wir waren ja beim Thema Vertrauen, ist da dieses Wissen, wie so eine KI sozialisiert ist und aus welchem aus welchen Stellen die kommt, in wichtiges Wissen, um dort einfach einen Vorsprung auch geben zu können, was sich bei Psychen, also bei Menschen über einen gewissen Zeitraum erst, was man da erst erarbeiten muss.

Und das finde ich auch einen interessanten Aspekt und insbesondere einen interessanten Aspekt für Führung und Führungsarbeit in solchen hybriden Teams.

Dierk

Ja, und mir ist, Robert, als du es erzählt hast, so eine Überschrift aufgeploppt. Eine Überschrift in solchen Zeitungen, die wir alle kennen, so mit vier Buchstaben. Robert Vogel vertraut der KI mehr als Menschen.

Dierk

Du kannst es ja erklären, aber so eine Überschrift, die würde zur Polarisierung sicherlich beitragen.

Sven

Vor allem in der Zeitung, die du gerade im Kopf hast, ja.

Robert

Jetzt, ich war neulich auf einem Vortrag, durfte ich am Abend zwei Stunden Vortrag halten, eine Keynote, da ging es um Chancen und Risiken. Und jetzt sprichst du natürlich ein großes Risiko an, weil eine KI natürlich, wenn ich sie selber ein Stückchen sozialisieren kann, auch zu dieser Polarisierung beiträgt, beitragen kann. Fake News sind da ja auch immer ein ganz spannendes Element. Und das ist auch etwas, und da hoffe ich, dass diejenigen in unserer Gesellschaft, die dort auch Führungsverantwortung tragen, da auch ein Stückchen einwirken und sagen, Moment, kritisches Hinterfragen, das sollte zentraler Bestandteil unseres Bildungssystems werden, das ist es noch nicht. Das Polarisieren und das Eröffnen der eigenen Meinung sollte möglich sein, ohne einen Shitstorm erleiden zu müssen. Also diese Form von Offenheit, die müssen wir uns schon wieder ein bisschen erarbeiten. Die hatten wir in früheren Zeiten und die müssen wir bewahren und gerade jetzt mit den digitalen Medien und auch mit der KI immer wieder, ich nenne es jetzt mal wirklich verfechten, weil wir haben und KI gibt uns die Möglichkeit, dort wirklich zu polarisieren und auch

Wenn ich mit KI verhandle, dann hat die INPI, die wird ihre Meinung in dem Sinn nicht ändern, wenn ich dann nicht Möglichkeit habe, an die KI zu kommen. Also ist die KI kommunikativ uns durchaus ein Stück voraus. Und das auch immer wieder ein Punkt, den Kritiker an KI und agentischen Systemen ansprechen, dass sie natürlich auf dem, was wir uns vermeintlich als das, was wir am besten können, vermitteln. da in guter Art und Weise ist der falsche Ausdruck, aber uns da Paroli bietet, nämlich in der Kommunikation. Und Kommunikation ist eins unserer zentralen Themen, die uns da die ganze Zeit beschäftigen. Und da müssen wir, und jetzt sind wir wieder auf der Eher worüber müssen wir aufpassen auf der Risikenseite. Da ist KI nämlich ein Medium, was das wunderbar kann und uns da wunderbar in Richtung der Zeitung mit den vier Buchstaben polarisieren kann. Und wir merken das nicht mal. Da müssen wir schon, da haben wir was, da haben wir als Mensch die Verantwortung tragen in dieser Gesellschaft, was zu tun.

Dierk

Jetzt nehme ich mal die Aussagen von eben, von wegen wir haben als Mensch eine Verantwortung. Wenn wir uns das mal anschauen, Führung braucht ja ein gewisses Selbstverständnis. Und das, was wir besprochen haben, heißt ja auch, dass wir eine Veränderung brauchen, Oder bekommen, automatisch bekommen, dann vielleicht ein bisschen ungesteuert oder das, was wir sie brauchen. Gibt es da eine Veränderung? Seht ihr ja schon bei manchen Führungskräften eine Veränderung, dass die vom Entscheider zum, ich sage mal, Systemorchestrator werden, dass sie also ihre Ressourcen richtig einsetzen.

Robert

Das ist eine schöne Frage. Die Antwort ist ja. Und ich würde aber gleichzeitig auch dazu sagen, ich würde mir mehr wünschen.

Sven

Ja, deswegen Ja und Nein.

Robert

Ja, genau. Also man sieht nach wie vor die Führungskräfte, die in ihrem Selbstverständnis von Command und Control agieren, dass es die durchaus noch gibt, gerade auch in größeren Konzernen noch gibt. Und dass aber diejenigen, die wissen, Wir müssen in irgendeiner Form der Umwelt wirksam begegnen, die mit Komplexität umgehen können, die mit Orchestrieren umgehen können, dass die auf dem Vormarsch sind und mit der Welt wirksamer umgehen können. Und das freut mich immer, immer wieder, wenn ich das lese, sehe, mit so jemandem spreche. Ich merke aber auch, dass es Menschen gibt, die, und das sind, ja, Sven, wir haben das schon thematisiert, dass es Menschen gibt, mit denen man darüber sprechen kann, wenn die aber dann in Verantwortung kommen, etwas entscheiden müssen. dann durchaus wieder im Rahmen von Command und Control agieren. Und das wird noch eine Zeit brauchen. Das wird noch eine Zeit brauchen, bis wir genügend Erkenntnisse, bis die Führungskräfte Erkenntnisse gesammelt haben, um dann für sich sagen zu können, in der Art und Weise zu führen, also orchestrieren, agil sein, wirksam mit Komplexität umgehen zu können, bis also die Erkenntnisse, in Richtung Veränderung der eigenen Haltung Einzug finden. Das wird noch dauern.

Und das wird auch nicht von außen gehen. Also ich habe beim Thema Haltung immer einen ganz großen Respekt, weil viele Coaches ja so unterwegs sind, dass sie sagen, wir müssen jetzt die Haltung meines Gegenübers ändern. Und meine These ist, das geht einfach nicht. Haltung ändere ich, aber nicht mein Gegenüber.

Aber wir können als Coaches, als Trainer, als Menschen, die wir da draußen sind, Erkenntnisräume schaffen, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sich diese Haltung vielleicht verändert. Oder wenn sich auch die Haltung nicht verändert, zumindest so weit Erkenntnisse schaffen, dass wir wirksamer sind, wertschöpfender sind, wenn wir orchestrieren, agil unterwegs sind und KI dort mit in unsere Teamkompositionen einbeziehen.

Sven

Was ja immer heiß diskutiert wird, es gab so eine Phase, da war das so, da sprachen alle davon, die Führungskraft als Coach. Das war so ein neuer Trend, wo es darum ging, zu sagen, die Führungskraft muss ein anderes Führungsverständnis mitnutzen und eher Coach sein und weniger Führungskraft sein. Vor ein paar Jahren drehte sich das ein bisschen. Dann gibt es viele, die sagen, nee, Führungskraft ist kein Coach, sondern Führung ist was anderes als Coaching. Und zu sagen, bin ich jetzt ein Coach, wenn ich Führungskraft bin, dann frage ich immer, wo hast du denn Führung gelernt? Ja. Wo bitteschön lernen Führungskräfte Coaching? Viele Führungskräfte sind Führungskräfte geworden. Die sind nicht an die Hand genommen worden und sukzessive systematisch vorbereitet und ausgebildet worden, sondern es ist einfach passiert, weil sie lang genug dabei waren, weil es keine Alternativen gab, weil es die besten Experten waren oder was auch immer. Und deswegen ist es immer so schwierig, auch für mich, und ich bin jetzt wirklich kein absoluter Mega-Insider der deutschen oder internationalen Coaching-Szene, aber ich habe jetzt über 30 Jahre Erfahrung als Führungskraft, entweder als Angestellte Führungskraft oder in meinem eigenen Unternehmen. Und merke immer, manche Dinge funktionieren, manche Dinge funktionieren nicht. Und Dinge, die mal funktioniert haben, funktionieren beim nächsten Mal nicht.

Und immer nur zu sagen, ich coache nur, das heißt, ich lasse andere die Entscheidungen treffen. Das ist so ein… Dünnes Eis, auf dem man sich bewegt, wenn man so Führung und Coaching immer in den Gleichklang bringt. Wer macht das? Ich weiß nicht, dass du das so siehst. Ja, klar.

Robert

Ich würde sogar die These vertreten, eine Führungskraft kann kein Coach sein. Weil, und ich begründe das auch, weil als Führungskraft habe ich sehr oft ein disziplinares Verhältnis zu der oder demjenigen, der mir gegenübersitzt. Wenn ich dort jetzt eine Frage stelle und sage, du kannst mir ganz offen Antwort zu dieser Frage geben, dann kann ich mir niemals sicher sein, ist das eine offene Antwort oder ist das eine Antwort, die das disziplinare Verhältnis, was wir haben, mit ins Kalkül zieht.

Also kann ich als disziplinarer Vorgesetzter gar kein Coach sein, weil die Antwort nämlich nicht nur in meinem Gegenüber entsteht, sondern die Antwort entsteht im Verhältnis, was wir haben. Und das ist disziplinar oder das hat disziplinare Aspekte. Also das war immer ganz wichtig und das sollte eine Führungskraft auch immer mitdenken. Und Nummer zwei, darüber habe ich auch ein Buch geschrieben, nennt sich Welle der Wirksamkeit. An der einen oder anderen Stelle, wir haben das gestern gemerkt, dass Sven und ich in unserem verzweifelten Versuch immer viele E-Mails verschicken zu lassen. An der einen oder anderen Stelle ist Command und Control durchaus angebracht. Und deswegen ist es ganz wichtig, nicht zu sagen, wir haben diese Führungskräfte, die sind immer total agil und die anderen machen Command und Control, sondern was eine wirksame Führungskraft auszeichnet, ist zu verstehen, wann mache ich eine Ansage, weil ich die Diskussion gerade nicht brauche und weil ich weiß, das ist der beste Weg und wann kenne ich diesen Weg noch nicht und wir brauchen die Ideen und die Talente und die Intelligenzen derjenigen, mit denen wir diesen Weg gehen wollen. Und das finde ich auch total wichtig, weil viele, die da draußen sich mit dem Thema Führung beschäftigen, sehr oft einfach in die Richtung gehen, wir brauchen dieses agile Mindset. Und ich sage immer, nein, wir brauchen die Möglichkeit zu bestimmen, wann brauchen wir agiles Vorgehen und wann brauchen wir Command und Control.

Es würde kein einziges Amazon-Paket rausgehen, wenn die nicht Command und Control in ihrer Auslieferungskette hätten. Es würde kein neues Produkt bei Amazon entstehen, wenn die nicht agiles Vorgehen in der Art und Weise, wie sie Produkte entwickeln, bei sich in der DNA hätten. Und darum ist beides so wichtig und Führung für mich, ein zentraler Aspekt von Führung für mich ist die Auswahl, wann ich entweder eher Command und Control nutze und wann ich eher den Raum öffne, agiles Vorgehen nutze, iteriere, ein Experiment wage, weil ich noch nicht weiß, in welche Richtung das geht. Und ich glaube, beides ist ein ganz wichtiger Aspekt und beides ist auch ein wichtiger Aspekt im Zusammenspiel, wenn wir mit hybriden Teams agieren. Manchmal setze ich den Rahmen auch für einen KI-Agenten sehr eng. Wohl wissend, dass auch enge Rahmen nicht unbedingt dazu führen, genau die Ausgabe zu bekommen, die ich haben möchte. Und manchmal setze ich den Rahmen, den Kontext ganz anders, um die KI dazu zu motivieren, mitzudenken, mitzuüberlegen, alternative Vorschläge zu machen und so. uns gemeinsam in der agilen Vorgehensweise ein Stückchen zu unterstützen.

Das würde ich nochmal, oder das habe ich ja jetzt, das würde ich gerne sagen wollen, damit man nicht in diese eine oder andere Ecke abdriftet und damit in eine moralische Diskussion, wenn man Command und Control diskutiert, sind die anderen, die agil vorgehen, nicht so ganz gut. Und wenn man agil diskutiert, sind die, die Command und Control praktizieren, nicht so toll. Dann ist man immer in dieser Gruppenbildung, in der moralischen Diskussion. Da möchte ich gar nicht hin, sondern für mich ist wichtig, Ich möchte externe Referenzen. Ich möchte Wirksamkeit erzeugen, Wertschöpfung. Und da ist manchmal eher das Command und Control in Vorgehensweise und manchmal eher das Agile. Und als Führungskraft weiß ich, wann ich was benutze, damit wir in diese Richtung auch gehen.

Dierk

Du hast es angesprochen, Robert, die Frage oder es geht in die Richtung Team, Teamkultur, also Zusammenarbeit. Wie verändert KI eine Teamkultur, wenn Informationen plötzlich nicht mehr nur von den Menschen kommen, sondern von den Algorithmen? Wir haben ja gesagt, wir haben Algorithmen, wir haben KIs, die mitarbeiten. Wir reden ja über das Thema KI auch führen im Team. Also was passiert mit einer Teamkultur, wenn ich Algorithmen habe, wenn ich KI-Modelle habe, die Informationen erzeugen, teilen und Entscheidungen treffen?

Robert

Boah, das ist eine superspannende Frage und die kann man auch also vorausgefüllt nicht nennen oder man kann die nicht vorhersagen, was passiert. Jetzt muss ich einen Satz dazu sagen, was ist mein Blick auf Kultur? Da arbeiten Menschen zusammen und aus dieser Zusammenarbeit entstehen Muster, die nicht bei den einzelnen Menschen sind, sondern die in der Zusammenarbeit liegen. Und diese Muster, das sind für mich so Kulturmuster. Die nehme ich in Gebrauch, weil ich weiß, ein Angebot schaut bei uns immer so aus, jetzt nehme ich dieses Kulturmuster in Gebrauch und ein Angebot wird in der Form runterstrukturiert, muss ich niemanden mehr fragen. Weiß ich, ist bei uns in der Kultur. Und jetzt passiert Folgendes, wir irritieren diese Kultur durch den Einsatz von KI. Und das Erste, was entstehen wird, ist ein Widerstand. Nicht durch die Menschen, sondern durch diese Muster, die… die jetzt sagen, oh, da wird ein Muster irritiert, jetzt passiert irgendwie irgendwas anders. Und jetzt erleben wir Widerstand. Der hat mit den Menschen in der Regel nichts zu tun, sondern der ist in diesem sozialen System verankert. Da könnte man eigene Podcasts, oder da gibt es auch eigene Podcasts dazu, die man vertiefen kann. Aber was jetzt passiert ist, wir führen KI ein und wir irritieren das, was dort als Kulturmuster, als Glaubenssätze in der Organisation vorhanden ist. Und das merkt man. Und das muss man aushalten und muss überlegen, wie überliste ich jetzt diese vorhandenen Muster, diese vorhandenen Glaubenssätze in der Organisation.

Und das machen wir immer, indem wir sagen, okay, lass uns ein Experiment machen. Oder ein Pilotprojekt machen, was abgeschirmt ist von der klassischen Organisation, was ein Stückchen eigene Parameter hat, eigene Indikatoren hat. Und dann probieren wir das mal aus. Wir sind überhaupt kein Fan oder ich auf jeden Fall nicht von zu sagen, jetzt mache ich mal… Die KI-Strategie und ich rolle KI aus in der Organisation. Jeder muss jetzt dies und jeder muss jetzt das. Wir genau wissen, dass das sofort Widerstände erzeugt. Die sind manchmal wahrscheinlich gar nicht sichtbar. Die sind so unter der Haube. Wir wissen aber, dass das passiert. Drum ist unser Vorgehen und unsere Idee, dass wir dort das Ganze in einem geschlossenen Raum, in einem… in einem geschützten Bereich als Experiment starten wollen und starten bei unseren Kunden und wir dann sehen, wie sich jetzt und jetzt deine Frage und meine Antwort, warum das nicht sichtbar ist und jetzt sehen, was sich entwickelt. Und wir nehmen dann Kultur als die Muster wahr und beobachten die Muster, die entstehen. Und mit diesen Wahrnehmungen kann man dann weitere Entscheidungen treffen, die Parameter verändern, das Wissen der Menschen verändern, die Tiefe verändern, das Mitmachen verändern. Also die Elemente, die wir im Griff haben, können wir dann anpassen, um zu sehen, wie verändert sich jetzt wieder dieses Muster, diese Glaubenssätze.

Und so gibt es dort immer eine Interaktion. Das ist… Nicht vorhersehbar momentan. Das ist, auch wenn man das gleiche Projekt macht, den gleichen Start hat, die gleichen drei Monate in der Organisation ist, von Organisation zu Organisation komplett unterschiedlich und man muss es einfach beobachten und dann darauf auch reagieren und agieren. Jetzt waren wir tief in Roberts Kulturkiste und was ich mit Kultur so sehe. Liebe Zuhörenden, ihr seht jetzt nicht die aufgehenden Augen meiner Gegenüber, die ich sehe. Das ist oft ein Stückchen anders, wie der klassische Coach Kultur sieht und wie der klassische Coach denkt, Kultur beeinflussen zu können. Da stehe ich gern für Diskussionen bereit, das mal auch zu vertiefen.

Dierk

Ja, Mensch, das waren jetzt gute Schlussworte, wie ich finde, Robert. Und wenn ich auf die Uhr gucke, wir sind jetzt da, wo wir es befürchtet oder hätten befürchten müssen, am Ende der Zeit, aber noch nicht am Ende der Inhalte.

Also stoppen wir jetzt diese Episode und wir werden euch mit einer weiteren Episode beglücken, also aus unserer Sicht beglücken. Das müsst ihr für euch entscheiden. Da machen wir weiter. Da setzen wir drauf. Das heißt, diese Episode ist jetzt hier zu Ende und wir können euch eine Folge, eine Fortsetzungsepisode versprechen. Die kommt genau im nächsten Monat. Da werden wir uns nochmal neu zusammensetzen. Also, Robert und Sven, vielen Dank bis hierher und Was bleibt von euch als Schlusswort für die heutige Episode? Habt ihr ein Schlusswort?

Sven

Also ich kann mich erstens nochmal bedanken für die Einladung und das hat Appetit auf mehr gemacht und ich freue mich wahnsinnig auf unsere nächste Session und bin schon gespannt, welche Themen wir da diskutieren werden.

Robert

Ja, auch ganz lieben Dank von meiner Seite. Es ist immer spannend und insbesondere, dass man im Vorfeld auch gar nicht so ganz einschätzen und sehen kann, wo es uns hinleitet. Wir haben dort ein Diskussionsfeld, das wirklich weit und groß ist, ganz viele Aspekte hat. Und ich freue mich schon, wenn wir da einen zweiten Teil draus machen können und da vielleicht in den weiteren Aspekten auch noch das ein oder andere menschliche Gehirn ein Stückchen in Wallung versetzen dürfen.

Dierk

Sehr schön. Also auch vielen Dank von mir und für alle Zuhörenden. Bleibt uns gewogen und freut euch dann auf die 50. Episode.

Dierk

 

Lebenslanges Lernen ganz nebenbei?

Lebenslanges Lernen ganz nebenbei?

Titelbild Podcast Business Akupunktur

Simon Qualmann über das Working-Learning-Gap

Der Working-Learning-Gap ist wie eine Schlucht – auf der einen Seite steht das Arbeiten, auf der anderen das Lernen, und viele schaffen es nicht, eine Brücke zu bauen.

Simon Qualmann über die Motivation des selbst gesteuerten Lernens

Wenn selbst gesteuertes Lernen nur aus der Kostensicht eingeführt wird, fehlt oft das Fundament – Führung und passende Rahmenbedingungen bleiben entscheidend.

Simon Qualmann über "gewonnene" Zeit

Mein Wunsch ist, dass durch Automatisierung und KI gewonnene Zeit nicht mit neuen Aufgaben gefüllt, sondern aktiv für Lernen genutzt wird.

Simon Qualmann über die Aufgabe von Führung

Führung setzt den Rahmen: Wenn der Rahmen weit und offen ist, wird der Working-Learning-Gap kleiner – ist er eng, kämpfen Mitarbeitende um jede Lernminute.

Simon Qualmann über Zeit für KI und Lernen

Wenn wir so viel Zeit verwenden, uns mit KI zu beschäftigen, dann dürfen wir uns auch genauso viel Zeit nehmen, uns mit dem Thema Lernen zu beschäftigen.

Zusammenfassung

In dieser Episode des Business Akupunktur Podcasts spreche ich mit Simon Qualmann über den „Working-Learning-Gap“ – die Kluft zwischen dem Wunsch zu lernen und den Anforderungen des Arbeitsalltags. Simon, Corporate Learning Coach und erfahrener Experte für digitales und selbstgesteuertes Lernen, zeigt anhand vieler Beispiele, warum es so schwer ist, Lernzeit in den beruflichen Alltag zu integrieren, und welche Rolle Führung dabei spielt.

Wir sprechen darüber, wie Automatisierung und KI zwar Zeitpotenziale schaffen, diese aber oft von neuen Aufgaben gefüllt werden, statt für Lernen genutzt zu werden. Simon teilt inspirierende Tipps wie Rituale, Timeboxing oder bewusste Reflexion, um Lernen fest zu verankern. Besonders spannend: Warum psychologische Sicherheit, Wertschätzung und passende Rahmenbedingungen die Basis sind, damit Lernen im Unternehmen selbstverständlich wird.

Diese Episode lädt Dich ein, Deine eigene Lernpraxis zu hinterfragen und neue Wege zu entdecken, wie Du – und Dein Team – trotz Arbeitsdruck kontinuierlich wachsen kannst. Wenn Du erfahren möchtest, wie Selbstorganisation, Führung und Lernkultur zusammenwirken, um den Working-Learning-Gap zu schließen, dann ist diese Folge genau das Richtige für Dich. Ich wünsche Dir viel Freude und inspirierende Impulse.

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Transkript der Episode

Dierk

Herzlich willkommen zur 46. Episode des Business Akupunktur Podcast mit dem Titel „Lebenslanges Lernen – ganz nebenbei“. Ich freue mich auf dieses Thema und mein Gast Simon Qualmann. Wir sprechen über die Herausforderung der Working Learning Gap, wenn also gute Absicht und gelebter Alltag auseinanderklaffen. Dieser Begriff ist vielleicht für den einen oder die anderen neu. Wir werden also auch den Begriff klären, denn man kennt ihn auch in einem anderen Umfeld eventuell. Und natürlich werden wir über die Inhalte sprechen. Simon kenne ich schon sehr lange. Uns verbindet unter anderem die Liebe zum Wohnmobil und zu regelmäßigen Workations. Simon Qualmann ist Corporate Learning Coach, Dozent an der Hochschule Diploma in Wirtschaftspsychologie und Gründungsgesellschafter der Lernglust, die Unternehmen bei der Adaption von Microsoft 365 und den Veränderungen im Neuen Normal begleitet. Zudem leitet er auch die Wissensfensterchen GmbH, die über ihre App strukturierte Lernansätze anbietet. Als digitaler Nomade kennt er auch Chancen und Herausforderungen eines ortsunabhängigen und global vernetzten Lifestyles. Und kleiner Hinweis am Rande, nach dieser Aufnahme wird Simon auch für einige Wochen wieder sozusagen offline sein. Nicht wirklich offline, das kann er gleich noch erklären, aber wir haben das gerade noch vor einem nächsten großen Nomadentrip von Simon und Simone aufgenommen. Also, hallo Simon, herzlich willkommen und vielen Dank für deine Zeit. Habe ich bei einer Vorstellung irgendwas vergessen?

Simon

Hallo, hallo Dierk, hallo an die Zuhörer. Nein, erstmal nichts vergessen, soweit alles wiedergegeben und eine Information vielleicht noch zur Ergänzung, ich bin auch Speaker, das heißt, ich trete auch ganz gerne mal auf Bühnen auf, das macht mir immer sehr, sehr viel Spaß zu unterschiedlichsten Themen, das könnte man vielleicht noch ergänzen, aber ansonsten alles fein, danke dir.

Dierk

Sehr gut. Simon, meinen Gästen stelle ich zum Einstieg immer die Frage, was hast du gedacht, als du zum ersten Mal den Titel Business Akupunktur, dieses Podcast gehört hast?

Simon

Ich bin so ein bisschen über das Wort Akupunktur gestolpert, weil das für mich so eine, ich glaube, eine chinesische Heilmethode ist. Da werden ja bestimmte Punkte angedeutet oder auch angepiekst, um den Energiefluss auszubalancieren. Und das fand ich ganz spannend, gerade in so einem Business-Kontext, wo ich gedacht habe, vielleicht gibt es ein paar Themen im Business-Kontext, das sich lohnt, zu heilen über einen gewissen Energiefluss. Und vielleicht reden wir heute auch über den einen oder anderen Energiefluss, den es beim Lernen während der Arbeitszeit braucht. Das fand ich sehr, sehr spannend. Also ich bin über diesen Begriff Akupunktur irgendwie gekommen und habe das in den Business-Kontext reingesetzt. Das waren so meine Gedanken, die sich da bei mir ausgeprägt haben.

Dierk

Ja, das gehört zu der traditionellen chinesischen Medizin, TCM. TCM kennen manche vielleicht von ihren Klamotten, also steht ja manchmal auch mit drin, aber das ist dann hier was anderes. Und ja, also für mich ist einfach interessant, dass bei den Gästen, die ich habe, eigentlich immer so dieser Hinweis kommt, kleine Piekser, kleine Nadelstiche, das ist ja, wenn man es richtig macht, sind sie ja auch sehr, sehr hilfreich. Und das ist für mich auch wichtig, richtig machen, weil Nadeln stechen können viele aber heilen, sollte man dann vielleicht doch den Experten überlassen. Sehr schön. Ja, wir sprechen heute über das Thema Working Learning Gap und wir haben es im Vorgespräch gehabt, man kann diesen Begriff definieren. den werden wir gleich nochmal ein bisschen genauer beschreiben. Man kann diesen Begriff auch ganz anders deuten. Also jetzt werde ich erstmal nur ganz kurz erklären, was er nicht ist und dann darfst du erklären, was er ist. Also wir sprechen nicht über die Problematik, dass wir etwas in Schule, Ausbildung oder Studium lernen, was wir im Berufsleben nicht brauchen. Also dass wir etwas lernen, wo eine Lücke zu dem ist, was wir anwenden müssen. Sondern wir sprechen über Working Learning Gap, in einem anderen Kontext und ich bin darauf gekommen, weil Simon und Simone in ihrem Newsletter, einen sehr umfangreichen Newsletter, also kann ich auch jedem empfehlen, über diesen Begriff mal geschrieben haben. Und insofern würde ich sagen, Simon, was ist Working Learning Gap?

Simon

Der Working-Learning-Gap ist wie so eine Art Schlucht und auf der einen Seite haben wir das Working und auf der anderen Seite steht das Learning. Der Begriff beschreibt so diese gute Absicht, etwas lernen zu wollen und auch sich etwas anzueignen oder vielleicht auch gewisse Dinge zu vertiefen. Der Gap kommt aber dadurch zustande, dass wir das versuchen, in unseren Arbeitsalltag zu integrieren. Und da merken wir häufig, dass gewisse Themen und vielleicht auch gewisse Lernaspekte gar nicht mehr Platz in unserem Arbeitsalltag finden. Und da kommt so eine Art Spannungsfeld, wie gesagt, so eine Art Gap auf, den wir als Gap einfach bezeichnen, zu sagen, wie kriege ich das hin, dass ich heutzutage in meinem Arbeitskontext Lernzeit einplane und diese auch nachhaltig und routiniert auch immer wieder einfüge. Das ist dieser Gap.

Dierk

Ja, du sprichst von Arbeitszeit. Viele lernen ja, oder man könnte ja auch in der Freizeit lernen. Ist es wirklich begrenzt auf die Arbeitszeit, weil es in einem beruflichen Kontext steht, oder würdest du in diesem Working Learning Gap auch die Zeit einplanen oder diese Schlucht auch da sehen, wo es wirklich um Freizeit auch geht? Man kann es ja abends auf der Couch nochmal machen.

Simon

Sicherlich, das kann man auch tun. Ich denke, dass wir aus unserem Kontext immer auch die unternehmerischen Themen betrachten. Das heißt, in dem Fall auch bewusst das Thema Arbeitszeit zu verwenden, weil Arbeitszeit häufig auch mit Lernzeit gleichgesetzt werden darf oder sollte. Wir aber häufig bei der Lernglust auch in unseren Beratungsprojekten schon feststellen, dass das manchmal nicht so gelebt wird und… Diejenigen, die so einen starken Work-Life-Cut auch verfolgen, das heißt diejenigen, die auch Arbeit und Freizeit stark voneinander trennen, diejenigen, die werden natürlich versuchen, auch diese Lernzeit in die Arbeitszeit zu integrieren und Wir belassen diesen Working Learning Gap auch gerne mal bei dem Thema Arbeitszeit, weil in Freizeit und vielleicht auch familiären Kontext auch ganz andere Dinge im Vordergrund stehen, die mit dem beruflichen Thema auch gar nicht so viel zu tun haben. Also der Freizeitbereich, der ist ein bisschen ausgeklammert, da geht es für uns auch um andere Themen, da ist man vielleicht auch anders motiviert. Uns hat gerade dieses Berufliche, diese Arbeitszeit interessiert und vor allem auch, wenn es Arbeitszeiten gibt, manche haben ja auch Vertrauensarbeitszeiten und so weiter, wie kriegen die das hin in ihrem Tagesalltag? Auch das darf aber ein Thema sein, aber es sollte einen beruflichen Kontext haben, es sollte einen beruflichen Bezug haben.

Dierk

Okay, habe ich mir noch nie so Gedanken darüber gemacht. Wahrscheinlich, weil ich eben natürlich genau wie ihr Arbeitszeit und private Zeit oder persönliche Zeit, Freizeit nicht strikt trenne. Aber okay, schon mal mein erstes Learning für mich. Ich habe ja von eurem Newsletter geschrieben oder gesprochen, wo ihr das Thema angesprochen habt, wo ich auch sofort gesagt habe, hey, das passt auch in den Podcast rein. Warum habt ihr euch denn damit ein bisschen näher oder ein bisschen tiefer beschäftigt? Gibt es einen Auslöser da?

Simon

Ja, es gibt einen konkreten Auslöser. Der passierte so an unserem Küchentisch bei Simone und mir. Also Simone ist die Mitgesellschafterin der Lernglust. Und wir diskutieren sehr, sehr häufig über gerade neue Themen, neue technologische Entwicklungen und auch das, was einfach bei uns im Arbeitsalltag so aufkommt. Das machen wir immer gerne am Küchentisch. Das ist eine lockere Atmosphäre. Da kann man sich mal ganz gut austauschen, einen Kaffee dazu. Und da ist uns selber aufgefallen, dass wir viele, viele Themen vor uns hervoranschieben und wir feststellen, hey, das sind tolle Sachen, die können wir mal machen. Da müssen wir uns ein bisschen einarbeiten. Und aus diesem Gespräch heraus haben wir festgestellt, dass wir eigentlich gar nicht so viel Zeit uns selber einplanen, um diese Dinge erstmal zu durchforsten und uns da überhaupt ein bisschen aufzuschlauen. Und da ist der Gedanke gekommen, wie machen das eigentlich andere? Sind wir damit gerade irgendwie alleine unterwegs? Ist das ein Thema, was nur uns jetzt gerade betrifft? Wie machen es in dem Fall auch andere Personen, die sich weiterbilden müssen, weil es vielleicht auch zu ihrem Jobbild passt oder weil die Entwicklungen, sei es jetzt technologisch oder vielleicht auch gesellschaftlich oder einfach beruflich auf Basis ihres Jobs, einfach mit sich bringt, sich immer wieder auf diesen Begriff State of the Art zu bringen. Und da haben wir selber bei uns festgestellt, dass wir mit dem Thema Lernen, obwohl wir ja das auch in unserem Unternehmen ja sogar drin haben, Lernglust, mittlerweile in so eine Art Spirale reingekommen sind und gesagt haben, wir schieben ganz gerne mal Arbeitsthemen, Kundenaufträge, Beratungsgespräche, Angebotserstellungen, was man so als Selbstständiger eigentlich auch häufig macht, gerne als Priorisierung vor dem Thema Lernen mit rein. Und das war für uns der Auslöser, wo wir gesagt haben, wir denken mal darüber nach, was gerade eigentlich so ein bisschen passiert darüber.

Dierk

Ja, okay. Fände ich super interessant. Du hast gesagt, um neue Themen aufzunehmen. Ich habe das Problem bei mir auch gehabt und habe das… Zum Beispiel mindestens bis heute relativ gut gelöst, wie ich finde, weil ich in jedem meiner Gebiete die Überschrift Produktentwicklung habe. Also ich sage, für mich ist es wichtig, Produkte zu entwickeln und das ist quasi das, wo ich das alles reinpacke. Und ich habe viele Themen in der Produktentwicklung, aber Also das wäre so mein Ansatz, die Zeit dafür zu reservieren, aber natürlich hast du vollkommen recht, es gibt natürlich auch Dinge, die man lernt, vielleicht ohne ein konkretes Ziel, wo man auch vielleicht weiß oder noch nicht weiß, was da rauskommt. Also dass man sagt, hey, das muss ich mir jetzt mal anschauen und das mache ich erstmal unabhängig, das mache ich kreativ und dann macht es natürlich Sinn, das auch so anzugehen, wie ihr das für euch besprochen habt. Okay, gut. So, jetzt haben wir über den Begriff schon gesprochen. Dann würde ich mal sagen, es sollte jedem klar sein, was da so hinter steckt. Du hast es von euch angesprochen. Du hast gesagt, ihr habt das für euch besprochen oder habt das für euch auf das Thema gekommen. Gibt es aus deiner Sicht, aus eurer Sicht auch die Erlebnisse bei Mitarbeitenden, also bei euren Kunden und Kundinnen, die so etwas auch erleben?

Simon

Ja, das treffen wir sehr häufig an und ich hatte dazu auch ein recht überraschendes Erlebnis. Deswegen hatte ich in der Unternehmensvorstellung vorhin nochmal das Thema Speaker mit erwähnt. Anfang Juni war ich auf einer Konferenz für Microsoft-Themen, Microsoft 365 in Salzburg. Und ich habe dort eine Session angeboten, die zum Thema Evergreening stattgefunden hat. Also neueste Entwicklungen, Features, die sich so in der Microsoft-Welt ereignen, wie kann ich da auf dem Laufenden bleiben? Die Microsoft selber, ich will es jetzt nicht so technisch machen, aber diese ganzen Features, die angeboten werden, die packen die auf so eine Roadmap drauf, die ist öffentlich einsehbar, da kann man immer gucken, was ist gerade im Ausrollen, was kommt da alles und das schafft für viele Administratoren, die im Hintergrund in den Unternehmen auch das alles so ein bisschen in diesem Backend einstellen müssen, das schafft so einen gewissen Druck drauf. Und dieses Erlebnis, das ich hatte, war sehr, sehr überraschend für mich, weil ich hatte eine Session eingegeben, so ein bisschen auch technisch. Hatte es aber gar nicht so auf dem Schirm, dass ich in dieser Session dann sehr, sehr viele Leute da drin hatte, viele Admins auch aus Unternehmen, die gesagt haben, Mensch, ich komme mit diesen technologischen Entwicklungen gar nicht mehr klar. Ich komme da gar nicht mehr hinterher. Warum? Weil sie es nicht irgendwo in ihren Arbeitsalltag integriert kriegen und sich diese Session, die ich eigentlich angeboten hatte, weil ich wollte eigentlich so auf das Thema Automatisierung raus, wollte die Roadmap ein bisschen zeigen, wollte sagen, wie man mit der Roadmap da umgehen kann. Das war eigentlich so mein eigentlicher Plan, aber die Fragen in der Session haben dich dann dahingehend in diese Richtung bewegt und ich habe dann die Session auch in dem Fall auch thematisch einfach umgewandelt, dass wir mal über das Thema Arbeitszeit und Lernzeitgespräch sprechen wollten und auch gesprochen haben in dem Fall. Und das war ein sehr, sehr spannendes Erlebnis und sehr, sehr einschneidend für mich auch, auch für mich mal zu reflektieren, wie viel Zeit und wie viel Lernzeit insbesondere nehme ich mir denn eigentlich im Alltag, während einer Woche, während einem Monat und was ist überhaupt verarbeitbar? Das ist eigentlich ein spannenderes Thema, was können wir denn überhaupt verarbeiten, weil viel… Informationen da sind. Wir können natürlich viele Informationen aufnehmen, die auch sequenzieren, clustern, vielleicht auch automatisieren, ablegen, aber mal ganz ehrlich, auch Stichwort Aufzeichnungen, wie oft guckt man sich dann eine Aufzeichnung im Nachgang von dem Meeting wieder an, wer hat die Zeit dazu. Das war ein Thema, wo ich dann mit Simone gesprochen habe und das für mich auch mitgenommen habe und sagen kann, das ist eigentlich ein Thema, darüber müsste man mal vielleicht ein bisschen mehr beantworten. nach draußen tragen und einfach mal in die Community tragen oder auch bei uns jetzt in unsere Newsletter packen, dass wir sagen, wie geht ihr nicht damit um, wie machen es wir, um so einen kleinen Anstoß zu geben für eine Diskussion.

Dierk

Ich finde interessant dabei ist einmal natürlich das Thema selbst gesteuert. Du hast ja auch angesprochen, wie nehme ich mir Zeit? Ich denke aber auch, dass der ein oder andere da gar nicht frei ist in der Entscheidung. Wenn ich daran denke, wie viele Menschen ihre Zeiten erfassen müssen, auf Tickets buchen müssen und wenn dann sich jemand pro Tag eine Stunde Zeit nehmen würde, dann würde die Frage kommen, was hast du denn da gemacht? Hast du Kaffee geholt oder sonst irgendetwas? Also das ist ein Thema, vor für jeden Einzelnen, der muss seinen Weg dazu finden. Wir kommen ja auch das Thema selbst gesteuertes Lernen noch zu sprechen, aber sicherlich auch im Unternehmenskontext. Und wenn ich mir anschaue, wie durchgetaktet so viele Menschen mittlerweile sind in ihrem Berufsalltag, dann müsste man wahrscheinlich das Ganze gar nicht selbstgesteuert machen, sondern man müsste sagen, so, ihr habt jetzt hier eine Stunde Zeit und dann kämen wir in die Fragestellung, wie organisieren wir das denn? Also jeder kann ja für sich lernen, das ist ja okay, aber wie kriegen wir es organisiert, dass jetzt sozusagen nicht 15 Leute das Gleiche lernen, sondern dass 15 Leute auch sich vielleicht in irgendeiner Form zusammentun, um trotzdem diesem Problem zu begegnen, wo haben wir Zeit in der heutigen Zeit, um etwas zu lernen und dann vielleicht auch wirklich sozusagen auf Vorrat zu lernen, weil du weißt ja nicht, ob diese Features für dich wichtig sind. Also das weißt du erst, wenn du es gelernt hast. Also ein sehr, sehr wichtiges Thema und nicht nur für Admins, deswegen haben wir ja gesagt, lass uns darüber sprechen. Ich habe es eben schon gesagt, wir sprechen ja auch, und du hast es ja auch in der Antwort gehabt, über selbstgesteuertes Lernen. Die Menschen wollen lernen und müssen dann auch selbstgesteuert lernen, wenn sie nicht sich irgendwo reinsetzen in Trainings und so. Was sind so Missverständnisse, die ihr erlebt in eurem Kontext über selbstgesteuertes Lernen?

Simon

Da gibt es ein schönes Missverständnis, gerade so ein bisschen aus dieser budgetorientierten Sicht. Also wenn jetzt ein Unternehmen beispielsweise sagt, wir haben viele Trainings oder wir haben einen relativ ausgeprägten Weiterbildungskatalog mit E-Learnings, Blended Learnings, Präsenzveranstaltungen. und vielleicht ein bisschen auf die Kostenbremse drückt, weil vielleicht auch die Wettbewerbssituation einfach so ist, dass man an der einen oder anderen Stelle einfach ein bisschen einsparen muss, dann wird häufig das Thema in den Raum gebracht, dass man die Mitarbeiter dazu befähigen möchte, selbst gesteuert zu lernen, weil man sagt, ah, dazu können wir uns auf der einen Seite dann Da können wir uns ein paar Trainer sparen, da können wir vielleicht auch ein paar Ausgaben reduzieren, wir können einfach die Kostenseite senken. Weil wenn die Mitarbeiter selbst Inhalte sich suchen oder die zur Verfügung stehenden Inhalte, die vielleicht aufbereitet sind sogar, wenn die sich selber aneignen, dann brauchen wir ja eigentlich keinen, der jetzt moderiert, dann brauchen wir auch keinen, der vielleicht Wissen vermittelt. Und das ist für mich schon etwas, wo ich feststelle, wenn das aus nur der Kostenperspektive gedacht wird, dann kann es schon sehr, sehr stark in eine Richtung gehen, die jetzt nicht erfolgsversprechend ist, weil es doch ein bisschen mehr dazu gehört, als das Thema nur aus der Kostenseite zu betrachten. Also es wird so hingestellt wie so ein Angebot und dieses Angebot an Mitarbeiter zu sagen, ihr dürft jetzt selbstgesteuert euch diesen Content, dieses Wissen erarbeiten, dieses Wissen erschließen, Und wenn das aber aus dieser Kostenperspektive kommt, dann merkt man sehr häufig, da gibt es dann keinen Working-Learning-Gap, sondern da gibt es dann erstmal ein Missverständnis-Gap oder auch ein Ziel-Gap, das, was das Unternehmen möchte und das, was dann auch der Mitarbeiter haben möchte. Das ist das eine. Und das andere, was wir auch häufig feststellen, ist, das Thema Selbstorganisation ist sehr, sehr häufig geprägt von zwei Perspektiven und Parametern. Einmal vom persönlichen Informationsmanagement, also wie gehe ich häufig damit um, wie gehe ich mit den Informationen um, wie lerne ich überhaupt, wie bin ich organisiert, also die eigene Organisationsstruktur. Und dann auf der anderen Seite aber die Organisationsstruktur, Stichwort Projektmanagement. Das erleben wir sehr, sehr häufig, dass sehr, sehr viele Projekte angegangen sind. Es besteht aber vielleicht nicht wirklich ein Überblick über den Headcount. Also wie viele Mitarbeiter sind gerade in wie vielen Projekten involviert? Wie viele Projekte sind überhaupt bei einem Mitarbeiter zugeordnet? Und welcher Mitarbeiter steckt zu welchen Prozenten in welchen Projekten drin? Das heißt, es gibt einmal die persönliche Informationsebene und dann gibt es die organisationale Ebene, wodurch Arbeiten entstehen oder wodurch auch ein hoher Organisationsaufwand aufgedeckt wird. Und jetzt kommt das Wundermittel, so diese Akupunktur, auf Selbstorganisation. Das heißt, Selbstorganisation soll jetzt auf der einen Seite das persönliche Informationsmanagement lösen oder vielleicht sogar verbessern, wenn sie es schon angehen in irgendeiner Art und Weise…. Und auf der anderen Seite auch diese Ich spreche da ganz gerne immer von Arbeitsverdichtung. Vielleicht das unstrukturierte Projektmanagement, wenn man es im Projektmanagement sieht. Nicht alle sind ja in Projekten unterwegs, aber wenn das im Projektmanagement läuft, diesen überladenen Headcount zu organisieren. Und da wird sehr, sehr häufig und sehr, sehr gerne das Thema Selbstorganisation und selbstorganisiertes Lernen ins Spiel gebracht. um eben diesen Gap oder diese Überladung, diese Überfrachtung in den Griff zu kriegen. Und da stelle ich schon häufig fest, dass diese Grundlage, wenn man das so als Grundlage sieht, so als Fundament, dass die schon sehr, sehr wackelig ist.

Dierk

Ja, ich würde auch nochmal ergänzen zu dem, was du gesagt hast. Du hast ja auf diesen Effizienzgedanken hingewiesen. Also wir wollen effizient sein und dann würde ich mal sagen, die Frage ist, wie effektiv sind wir denn? Das hatte ich ja vorher auch schon gesagt. Wir könnten ja eventuell wirklich alle 10, 15 Menschen in meinem Team, könnte ich vielleicht dazu hinbringen, dass sie effizient selbstorganisiert lernen. Ja, aber dann hat jeder das für sich gelernt. Also Effektivität reinzubringen, zu gucken, wer hat bestimmte Themen und dann auch für Nachhaltigkeit zu sorgen, wer erklärt anderen Themen etwas. Weil das weißt du genau wie ich, dass vom Lernen allein, oder man kann besser lernen, wenn man es anderen nochmal erklärt, wenn man es nochmal in andere Worte bringen muss, wenn man es zusammenfassen muss. Also ich weiß immer noch früher, wenn wir über… Incentives und Bonus gesprochen haben, dann war immer so toll, du darfst auf eine Schulung gehen, so ungefähr. Das war dann sozusagen das Incentive, wo ich sagen würde, hey, was hat das Unternehmen davon, dass ein Mitarbeiter auf diese Schulung geht? Da gehört dazu, dass er nachher berichtet, was hat die Schulung gebracht? Und zwar nicht im Sinne von Kontrolle, ob er wirklich da war, sondern um auch dem Unternehmen was zurückzugeben. Also das würde ich jetzt als Ergänzung zum selbstgesteuerten Lernen dazu packen, also dass die Menschen dann eben in der Gruppe sich überlegen, wie machen wir das gemeinsam, wie können wir besser lernen. Und auch das weißt du genau wie ich, wenn wir über Agilität nachdenken oder sprechen. Selbstorganisation braucht Führung, das heißt selbstgesteuertes Lernen braucht auch Führung. Ich muss die Menschen ja auch wirklich befähigen, dass sie umzusetzen, also selbstgesteuert zu lernen. Also da müsste ich erstmal Zeit investieren, sinnlose Zeit, also das war jetzt ironisch gemeint, sinnlose Zeit, damit die Menschen lernen, sich selbst zu organisieren und selbstgesteuert zu lernen. Ja, gut.

Simon

Aber das ist ein wichtiger Punkt, weil wenn man dieses Wort mal so ein bisschen auseinanderklamüsert und so sagt, da steckt einmal selbst drin und auch einmal diese Steuerung, dann ist es natürlich schon eine Art Selbstführung auch mit dabei. Also wie steuere ich selbst auch meinen Alltag, meine Lernzeit und das wird häufig auch, so wie ich das miterlebe, gerne auch über Führungskräfte, wie du das jetzt auch sagst, mitorganisiert oder gerne auch über Lerngruppen, aber dann ist es im Großen und Ganzen fast schon keine Selbstorganisation mehr, weil, wie es im Wort schon drinsteckt, wir haben auf der einen Seite selbst, also ich selbst bin dafür verantwortlich und ich steuere und organisiere mich auch selbst.

Dierk

Gut, jetzt könnten wir noch ein riesen Fass aufmachen, das machen wir nicht, aber wir könnten noch einen riesen Fass aufmachen und das Thema klären, ob denn jeder Mensch gleich befähigt ist, sich selbst zu organisieren, ob er den Wunsch hat, die Motivation, aber wie gesagt, das ist vielleicht ein Thema für irgendwann mal später. Du hast aber eben schon was angesprochen, weil wir auch wieder zurückkommen wollen auf das ursprüngliche Thema, mit dem Working Learning Gap in der Arbeitszeit. Gibt es Tipps, gibt es Dinge, die ihr gelernt habt, die ihr auch in euren Beratungsprojekten mit einbringt, wenn man als Einzelperson das Gefühl hat, ständig zwischen diesem operativen Druck, also diesem Projektgeschäft und Zeiten aufschreiben und einem Lernanspruch zu stehen, weil Lernen ist ja dann was ganz anderes.

Simon

Ähm, ja, äh, Da hat mir eine Sache sehr gut geholfen, die ich bei dem Neurowissenschaftler Dr. Volker Busch mal selbst erfahren habe, das gut beschreibt, was eigentlich gerade so ein bisschen passiert. Ein bisschen auf die Metaebene zu gucken und mal zu sehen, was passiert denn gerade. Also der Dr. Volker Busch, der beschreibt das wie so eine Art Bühne, wie so eine Art Schauspiel auf der Bühne. Und wenn man sich so eine Bühne vorstellt, dann passieren dort nicht nur eine Szene, sondern sehr, sehr viele Szenen. Und man tut sich ein bisschen schwer damit, alle Szenen gleich zu beobachten. Was jetzt der Vorschlag ist, und das kann ich nur weitergeben, deswegen nehme ich ihn da gerne mit auf, ist, sich für ein Thema zu entscheiden und dieses auch zu fokussieren. Da sind wir ganz klar bei einer Fokuszeit mit dabei. Das heißt, ich greife mir aus diesem Bühnenbild eine Szene raus und die betrachte ich mal, die nehme ich mit auf und da mache ich mir auch Notizen, beschreibe das und versuche dort auch immer wieder mal reinzugucken, was da gerade so passiert, weil es relativ schwierig ist, auf dieser Bühne sämtliche Szenen zu ja, mit zu verfolgen und auch so vom Lernprozess her wiederzugeben oder wiedergeben zu können, zu sagen, du, was war denn jetzt innerhalb der dritten, vierten Szene in der und der Minute, beschreib mir das mal. Stichwort Multitasking auch. Und das hat mich so ein bisschen geprägt, dass ich gesagt habe, was ist denn eigentlich realistisch für meine Zeit und welche Themen kann ich denn wirklich aktiv begleiten? Also, Ich kann das selber aus der Microsoft-Welt sagen, dass die Microsoft, es wird keine Microsoft-Veranstaltung hier, aber das ist nur im Großen und Ganzen Hauptarbeitsfeld für uns, wo wir halt auch aktiv Unternehmen begleiten. Da kriege ich es eben am ehesten mit, auch bei mir selber. Wenn man jetzt sehr viele Planungstools hat oder auch sehr viele Kollaborationstools wie Teams, Irgendwann muss man sich entscheiden, auf welche Tools man setzt und auch technologisch dabei bleibt. Ich habe zum Beispiel sehr, sehr viele Tools, die laufen bei mir einfach nebenbei mit und da bleibe ich auch in den ganzen technischen Features nur oberflächlich mit dabei. Also natürlich ist jetzt Microsoft Copilot, die KI mit dabei, das heißt, da werde ich jetzt, und da bin ich auch schon sehr, sehr fokussiert drauf und merke, dass das ein sehr, sehr starker Zeitfresser auch ist. Das heißt, das ist jetzt ein Player auf dieser Bühne, das ist eine Szene, die gerade auf dieser Bühne stattfindet, was aber für mich auch heißt, dass ich gewisse anderen, früher hatte man gesagt, Mut zur Lücke, das wäre so im Schuljargon gewesen, dass ich für mich auch entschieden habe, es gibt gewisse Dinge, da bin ich nicht up-to-date. Also diese ganze Mail-Geschichte, auch Outlook, Exchange, was dahinter hängt, also ich kriege viele Anfragen, auch du, ich habe hier mit meinem Posteingang, das sind das Thema, ich muss hier Mail-Konten mit einbinden und so weiter, da muss ich mittlerweile sagen, auch mit einem neuen Outlook-Kalender und das neue Outlook, das ja ausgerollt bin, da habe ich eine Lücke drin, das sage ich aber auch. Und das ist ein Lernprozess für mich auch gewesen, gewisse Dinge auch sogar im unternehmerischen Kontext mitzutragen und zu sagen, Entweder leite ich da weiter oder ich gebe auch die Rückmeldung, dass ich mich dort erst einarbeiten muss oder dass ich mich dort auch auf State of the Art bringen muss, weil, das war so spannend auch auf dieser Diskussion, in dieser Session, die ich angesprochen hatte vorhin, dass das auch vielen Admins so geht, dass ich da gar nicht so alleine bin. Das war für mich auch für Individuelle so als Tipp ein Thema. Erstens mal, man ist nicht alleine mit diesen ganzen Themen. Also viele andere haben da auch Schwierigkeiten, auf dem Laufenden zu bleiben. Ich glaube, das ist mittlerweile ein gesellschaftliches Thema. Aber wichtig ist, sich auf ein Thema zu konzentrieren, Stichwort Fokuszeit, und auch den Mut zu haben und das auch auszudrücken. Und das hat mir wahnsinnig schwer gefallen zu Beginn, auch Menschen oder Kollegen oder sogar Kunden zu sagen, Das ist jetzt nicht unbedingt mein Steckenpferd gerade. Da bin ich jetzt nicht gerade so up to date, dass ich euch sagen könnte, ich gebe euch ad hoc die und die Empfehlung aus, weil ich muss da erstmal nachgucken und schauen, was da jetzt gerade passiert ist. Und dieser Schritt, diesen Schritt gehen zu können, das war eigentlich ein riesen Lerneffekt oder eine Lernerfahrung, die aber für mich jetzt ein bisschen auch… Struktur reingebracht hat und auch Stichwort Selbstorganisation, weil in der Orga ich mir jetzt einfach ein paar Szenen rausgesucht habe und gesagt habe, diese Szene bespiele ich jetzt und bei diesen Szenen werde ich mir jetzt die Lernzeit reinkriegen.

Dierk

Ja, also du hast ja gesagt, Fokus, Fokussierung, Priorisierung, das ist für mich so, wäre noch der Schritt davor, also würde ich zu sagen, wie du es auch meinst, das sind Themen, das sind meine Themen, das sind nicht meine Themen, dann die Fokussierung. Und ich finde dieses Bild von dem Professor Busch so interessant mit diesen Szenen. Denn wenn man jetzt mal überlegt, wenn ich auf einer Theaterbühne andauernd einen Szenenwechsel hätte, Da habe ich ja nur eine Bühne, habe ich andauernd diesen Aufwand, wo die Bühnenbildner was umherräumen müssen. Das wollen wir ja nicht. Also das ist für mich dann immer so eine geistige Rüstzeit, die wir auch nicht haben wollen. Oder eben andersherum, wenn man an den Film denkt, wenn diese Szenen zusammengeschnitten sind und sie in kurzer Abfolge immer wieder wechseln. Dann passiert das, was du gerade gesagt hast. Also ich als Zuschauer kriege einen Gesamteindruck, aber ich weiß nicht, was in den einzelnen Szenen war, weil ich gar nicht Zeit habe, mich auf dieses, was in der Szene war, sozusagen zu konzentrieren. Also insofern Fokussierung. Und was du meinst auch, finde ich auch sehr wichtig, das erstmal für sich klar zu kriegen und das aber auch zu kommunizieren und nicht zu sagen, ich bin dumm, ich bin alt, was weiß ich, was war da so, wo man sich selber ja quasi in die Schuld nehmen würde, sondern es ist so, ich habe nicht mehr die Zeit und das finde ich, muss man auch Führungskräften dann mitteilen, dass die auch nicht die Erwartung haben, dass man dort alles weiß.

Simon

Offen damit umzugehen, auch diesen Mut zur Lücke auch zu respektieren. Das ist etwas, was ich bei einem Vortrag von Mark Cashman, Mark Cashman arbeitet bei der Microsoft, ist dort so Product Owner für den SharePoint und der hat mal was gesagt, was ich sehr, sehr spannend fand, weil der leitet sehr, sehr viele agile Teams, über 200 Leute, die da an solchen Entwicklungen arbeiten und er ist dort der Weisungsbefugte und was ich spannend fand, ist, dass er gesagt hat, er kriegt gar nicht diese Entwicklungen von seinem eigenen Team mit, Das hat bei mir was ausgelöst, dass ich dachte, naja, er als Product Owner, der sollte ja schon mal wissen, was da passiert ist, aber so im Dialog mit ihm hat er mir dann gesagt, naja, das ist nicht leistbar für mich. Und das fand ich sehr, sehr spannend, auch das auch mal mitzuteilen, dass auch damit eine gewisse Eigenverantwortung einhergeht. Und für die Führungskräfte kann man da ein bisschen was rausziehen, dass es da auch eher mit einem offenen Umgang geht, leichter fällt, auch den Mitarbeitern zu signalisieren, ihr seid die Fachverantwortlichen, ihr seid Eigenverantwortlichen, ich bin nicht der fachliche Superman, weil das von den Informationen auch gar nicht mehr leistbar ist. Das schafft auf der einen Seite Vertrauen, das schafft auf der anderen Seite aber auch ein bisschen Eigenverantwortung, weil man nicht mit jedem Thema dann zur fachlichen Führungskraft gehen kann und sagen kann, du, wie lösen wir das, wie machen wir das? Weil da muss man erstmal Einarbeitungszeit mit einer planen oder dann auch eben die Person dann wieder abzudaten, aber die Offenheit, und das sehe ich schon sehr, sehr häufig, auch in meiner alten Firma, ich komme ja aus dem Einzelhandel, sehr, sehr strukturiert, filialisiertes System im Lebensmitteleinzelhandel, da war das Thema Lernzeit und das Thema Lernen oder auch der Umgang mit solchen Themen sehr, sehr kritisch. Warum? Weil man das nie als Produktivität gesehen hat. Also da passiert nichts, da schafft man nichts, da wird kein Wert geschöpft in dem Fall. Und das ist etwas, was ich dann schon auch, wenn es an die Führungskräfte geht, gerne auch in die Richtung mitgeben möchte, dass wenn Lernzeit oder wenn jemand sich versucht, in einem Thema weiterzubilden, dass das auch als eine Art Wertschöpfung gesehen werden sollte, weil in dem Fall ja auch Wissen entsteht und Ich meine, wir sind in Deutschland, wir sind ein Land der Dichter und Denker, wir sind eine Wissensgesellschaft und ich merke das aber schon, wenn wir in Führungssituationen häufig auch feststellen, dass Menschen nicht unbedingt lernen können, weil eine Führungssituation das eben nicht hergibt, weil vielleicht dort auch oder vielleicht Gedanken wichtiger sind zu Projekten und Stichwort Priorisierung, andere Themen eher mehr priorisiert werden, dass dann einfach das Lernen hinten runterfällt oder auch gar nicht wirklich geachtet oder auch geschätzt sind. Das sind dann schon Führungsthemen. Also Führung bildet einfach den Rahmen. Wenn der Rahmen da ist, dann werden sich auch die Mitarbeiter einfacher tun. Und wenn die Mitarbeiter da sich auch einfacher tun, dann geht auch was ins Gang. Wenn der Rahmen sehr, sehr eng ist, dann wird es natürlich auch sehr, sehr schwierig für die Mitarbeiter, sich dort überhaupt Zeit zu erkämpfen oder auch dieses Zeitthema für sich auch einzusetzen, weil sie sagen, wie geht denn meine Führungskraft damit um? Findet die das gut, dass ich jetzt nicht unbedingt die Aufgabenliste abarbeite, sondern dass ich mich jetzt hier mit einem Podcast oder… Oder mit dem Business-Akupunktur-Podcast auseinandersetze und mal höre, was machen wir denn mit dem Working-Learning-Gap? Das sind Rahmensetzungen. Also Führung ist auf einer Seite Offenheit, da sprechen wir von Werteverständnis und auf der anderen Seite Rahmenbedingungen setzen. Und diese Rahmenbedingungen führen natürlich auch dazu, dass so ein Working-Learning-Gap auch immer kleiner wird.

Dierk

Ja, und ich fand es interessant, du hast eben davon gesprochen, dass die Mitarbeiter sich Zeit erkämpfen müssen. Da geht ja die Initiative von den Mitarbeitenden aus. Ich würde sogar nochmal umdrehen und sagen, es ist Aufgabe der Führungskraft, den Mitarbeitern klar zu machen, dass das quasi der Wunsch ist. Es sollte vielleicht kein Auftrag sein, dann hast du wieder den Druck von oben quasi. Ich muss etwas lernen. Also, dass das der Wunsch ist, dass das gemacht wird, dass die Notwendigkeit gesehen wird. Das würde ich nochmal ergänzen und ich würde ergänzen, Den Punkt, meine Sicht auf Führungskräfte sind ja die Menschen, die anderen ermöglichen, ihren Job zu machen. Wenn wir also jetzt sagen, Lernen gehört dazu, dann müssten Sie eigentlich auch mal fragen, was kann ich tun, damit du lernen kannst und nicht nur den Rahmen schaffen. Du hast jetzt zwei Stunden Zeit, sondern befähigen, also unterstützen, in die Gruppen reingehen, wenn die Mitarbeitenden das wollen, in die Gruppen reingehen, dort helfen oder eben auch dort, Coaches bereitstellen oder Trainer bereitstellen, die den Menschen befähigen, selbst zu lernen.

Simon

Also dieses Befähigen ist ein deutlicher Hebel, also da kann man viel erreichen damit, was auf der anderen Seite aber auch heißt, dass auch Führungskräfte sich selber dahingehend befähigen dürfen. mal wieder ein Beispiel aus dem technischen Bereich, wir sehen ja sehr häufig, dass wir bei so Microsoft Adoptions oder auch bei Implementierungen von Software sehr stark immer an so Mitarbeiter-Ebenen rangehen. Manchmal ist so eine Abteilungsleitung noch da, aber das Top-Management selber ist in dem Bereich meistens außen vor. Und wir haben das jetzt mal probiert und haben dort einen interessanten Aufschlag gemacht. Wir haben so Microsoft-Trainings nur für Top-Managements angeboten. Und haben festgestellt, dass dort ein sehr, sehr großer Bedarf war, weil das Top-Management sich vom Lernkontext her gar nicht so mit den Mitarbeitern in diese Sessions mit reinsetzen wollten. So nach dem Motto, dürfen wir überhaupt zeigen, dass wir überhaupt davon nicht wirklich Ahnung haben? Also sehr, sehr Spannung, ein sehr, sehr großes Spannungsfeld, das sich da aufgetreten hat und dieses Top-Management selber wollte ja einen Kreis haben, einen eigenen Kreis, um dort eben die Inhalte auch aus einer anderen Perspektive zu diskutieren. Also Stichwort, wenn man da so Microsoft Teams oder so Kollaborationsmedien nutzt, dann ist es natürlich auch immer so ein Thema, wie gehen wir da um, wie schnell soll da Reaktionszeiten erfolgen, also Man ist da sehr schnell auf einer Organisationsebene unterwegs und das haben die auch für sich auch mitgenommen, zeigt uns aber auch nicht nur ein Working Learning Gap, sondern auch innerhalb des Learnings nochmal ein Gap zwischen einem Top-Management, einer Führungsebene und auch einer Mitarbeiter-Ebene.

Dierk

Ja, das würde ich aus meiner Erfahrung unterstreichen, wobei ich aber sehen muss, bei meinen Themen, ich habe häufig Workshops mit Teams, mit gesamten Unternehmen, wenn sie klein genug sind, Trainings. dass ich immer mehr feststelle, dass Geschäftsführung, dass Bereichsleitung, dass das Top-Management, von dem du gesprochen hast, dass die mit dabei sind, dass sie sich bewusst mit reinsetzen und nicht nur reinsetzen, vor allem, ich höre mal da rein, sondern dass sie wirklich auch sich als ganz normalen Teilnehmer oder Teilnehmerinnen sehen, Und ja, ich habe ja auch Simulationen und dort habe ich auch schon viele auch größere Kunden gehabt, wo man gemerkt hat, da ändert sich bei dem Kunden etwas in der Kultur, weil viele Führungskräfte ganz normal mit drin waren in diesen Terminen und auch bewusst reingegangen sind. Und interessant war, dass die Mitarbeitenden gemerkt haben, wer nicht dabei war. Also da kam dann schon teilweise die Frage, ist denn der Herr sowieso, macht der das auch mit? Und es war eigentlich sofort klar, dieser Herr sowieso, der macht es nicht mit. Also ich wusste ja nicht, ob der noch irgendwann mal kommt. Aber ich konnte für mich sagen, ich habe ja nicht geantwortet, konnte für mich sagen, der sowieso war bis jetzt noch nicht drin. Wir haben schon ziemlich viele Termine gemacht. Ja…. Du hast eben so ein Thema angerissen, da würde ich mal ein bisschen drauf eingehen, psychologische Sicherheit. Wir haben darüber gesprochen, du hast gesagt, die Mitarbeiter müssen sich etwas erkämpfen. Und jetzt gibt es zu dem Thema psychologische Sicherheit mittlerweile auch die ersten kritischen Stimmen, die ich lese. Aber jetzt nehmen wir mal an, wir sind von dem Konzept einer psychologischen Sicherheit überzeugt. Wir sagen, psychologische Sicherheit ist wichtig. Wie kann man diese psychologische Sicherheit schaffen, damit die Menschen eben sagen, hey, das ist nicht Freizeit, sondern das ist Arbeitszeit, weil ich etwas lerne in meiner Arbeitszeit.

Simon

Also über die Führungsebene geht das natürlich sehr, sehr stark, auch über die organisationelle Ebene. Wir arbeiten da, wenn wir sowas feststellen bei unseren Beratungen, dann bringen wir häufig auch so ein bisschen dieses Thema Selbstbestimmungstheorie, DC und Ryan auch noch mit rein, dass wir sagen, wie sieht es denn eigentlich gerade auch aus mit dem Thema soziale Eingebundenheit? Also gibt es Gruppen, sind das Einzelthemen? lass den Leuten doch auch mal die Möglichkeit zu, nicht so ein Meeting einfach autark oder besser gesagt sehr, sehr voll mit Agenda-Punkten zu gestalten, sondern einfach so ein Meeting, so eine Art Un-Meeting aufzusetzen und zu sagen, wir lernen damit was. Also um eben diese Sicherheit auch zu gewährleisten, dass sie erstens mal nicht alleine sind mit so einem Thema. Also Isolation schafft ja grundsätzlich schon so ein Thema, dass man sich vielleicht auch vorstellt, hab ich nur das Thema, hab ich nur das Problem oder wie geht es den anderen? Autonomie ist für uns auch immer ganz entscheidend, was wir feststellen, dass das auch ein bisschen auf diese Sicherheitsschiene geht, weil wenn wir erwarten, und das ist häufig eine Diskussion, die wir auch mit Unternehmen erstmal führen und zu sagen, ja, wie ist denn der Impact überhaupt von dem, was wir da machen? Also wenn die jetzt drei, vier Trainings machen, Stichwort Lernziele, woran kann ich das messen? Und in unserer LMS-gesteuerten, Verwaltung von Lerneinheiten haben wir mittlerweile auch häufig in Unternehmen, was ich antreffe, das weiß ich auch noch von meiner alten Arbeitgebersituation, wo wir dort ein großes LMS eingeführt haben, dass wir Wissen und Lernen irgendwo verwalten wollten. Also wir stellen ein Training zur Verfügung, wir stellen einen Inhalt zur Verfügung, die Mitarbeiter sollen sich das angucken und danach gibt es einen Impact. Und irgendwie so eine Art Return on Education sollte dann gemessen werden. Das führt natürlich alles zu einer Art Unsicherheit, weil man natürlich auch schon sich die Frage stellt, naja, wenn da jetzt so ein Quiz daherkommt, ich als Lernender und ich schaffe das Quiz nicht, muss ich dann das ganze E-Learning nochmal machen oder muss ich dann noch mehr Zeit aufwenden, wer sieht das und so weiter, da sind dann natürlich auch Betriebsräte mit dabei. Also die Autonomie vielleicht auch etwas mal zu machen und zu entdecken, ohne einen Impact vorher zu wissen. stelle ich mittlerweile ganz, ganz selten fest, dass es so eine Art Ausprobieren, Exploratieren oder so ein explorierendes Lernen nicht mehr ganz häufig da ist, weil es doch sehr stark getriggert ist auf Basis von Projekten, die da durchgeführt werden und zu sagen kann, wir müssen innerhalb dieser Zeit das und das erledigen und wir müssen jetzt die Mannschaft aufschlauen.

Dierk

Ja, finde ich interessant. Den Begriff Unmeeting finde ich auch sehr, sehr cool. Höre ich zum ersten Mal, wenn ich so die letzten Wochen zurückblicke auf meine Trainings, wo ich viele Unternehmen hatte, weil es offene Trainings waren, die berichteten alle von ihren Meetings. Die würde ich aber mit deinem Begriff Unmeeting bezeichnen. Also für mich ist ein Meeting vorbereitet. Jeder, der teilnimmt, weiß, warum er teilnimmt. Es gibt eine Agenda, es gibt eine Zielsetzung. Also das ist halt schon für wichtig. für Meetings eine Struktur zu haben, dass auch jeder für sich entscheiden kann. Ich bin bei den ersten drei Punkten dabei, dann braucht man mich nicht mehr, dann kann man ja auch rausgehen, damit man sich nicht langweilt. Das ist ja wirklich auch Wertschätzung der Arbeitszeit gegenüber. Also viele Firmen machen Unmeetings, aber nennen das Meetings. Und ich finde es interessant, diesen Begriff Unmeeting zu haben, um wirklich zu sagen, hey, wir haben zwar ein Ziel, aber wir messen das nicht. Und wir lassen ganz bewusst Kreativität freien Raum, Und ja, ich bin, ja, also das Wort wird mich noch ein bisschen begleiten, Simon. Da werde ich noch ein bisschen nachdenken müssen. Und ich fürchte fast, dass ich das auch in meinen Trainings zukünftig benutzen werde. Ich werde immer auf unsere Podcast-Folge hinweisen und immer sagen, das Urheberrecht wird im Begriff, das liegt zumindest in meiner Form bei dir, Simon. Gut. Okay, also Unmeeting, beziehungsweise, vielleicht um es positiv auszudrücken, wirklich ganz bewusst zu sagen, wir haben kein Ziel, kein konkretes, messbares Ziel, wir nehmen uns Zeit, weil wir gar nicht wissen, wie der Lernprozess zum Beispiel abläuft, wie das, was wir erarbeiten wollen, wir wissen es ja nicht, wir lernen es ja noch, wir können es ja nicht schon vorher wissen, sonst müssen wir es ja gar nicht mehr lernen. Sehr schön, gut. Wir haben jetzt über die Teams gesprochen, wir haben über die Menschen gesprochen, wir haben über Führungskräfte gesprochen, wir haben so ein bisschen über Organisation und die Kultur gesprochen. Das haben wir sozusagen, wie ich finde, am Rande nochmal angesprochen. Lass uns nochmal gucken, gibt es noch so ein paar strukturelle oder kulturelle Barrieren in den Organisationen, wenn ihr über dieses Working Learning Gap sprecht?

Simon

Ja, wir haben festgestellt, dass dieses Working Learning Gap eigentlich aus drei Bestandteilen besteht. Erstmal kann man sich so eine Art Zwiebelstruktur feststellen oder vorstellen. Im innersten Kern ist so das Thema Ich. Also wie gehe ich selber mit diesem Thema um? Wie schaffe ich mir Lernzeit im Arbeitsalltag? Dann ist eine äußere Hülle das Thema Team. wie bin ich eingebunden gerade in ein Projektteam oder wie laufen unsere Meetings oder unsere Unmeetings eben ab. Und dann kommt das Thema äußere Hülle in die Organisation mit rein…. Und die ist immer dieser Rahmen, den wir sagen, wo auch sehr viel vorgegeben ist oder wo sich Mitarbeiter einfach zugehörig fühlen, ob man das so macht oder nicht. Nach dem Motto kennen wir ja alle diese Sätze, ja, sowas gibt es bei uns nicht, sowas haben wir noch nie gemacht oder auf der anderen Seite hat es schon immer so gegeben. Also organisationale Effekte oder einfach die Organisation, so wie sie ist und wie sie tickt. Eine Startup-Kultur ist sicherlich was anderes als eine Kultur in der Behörde. Auch das spielt wahnsinnig stark rein und triggert dieses Thema Working Learning schon an sehr, sehr vielen Themen. Ich habe in der Anwaltskanzlei mal ein sehr, sehr interessantes Gespräch dazu gehabt zum Thema Struktur und Organisation und auch Lernverhalten, weil mich das interessiert hatte, wie aus dem privaten Bereich, wie Anwälte sich aufschlauen. Und dann sagte mir meine Anwältin, du Simon, ich plane bei mir in meinem Alltag so gut wie gar nichts. Ich lerne auch mit jedem Tag so viel Neues dazu und ich nehme mir und muss mir auch die Zeit nehmen, einfach diese Dinge auch zu verarbeiten. Warum? Weil jeder Anruf, der bei ihr in diese Kanzlei reinkam, ist sowieso ein neues Thema. Das heißt Automatisierungsgrad gleich null. Jedes Thema zwar in einem gewissen Kontext immer irgendwie gleich, aber dann doch so unterschiedlich, weil die Voraussetzungen unterschiedlich sind, die Mandanten unterschiedlich und somit musst du immer wieder neu ansetzen und erstmal dieses komplexe Gebilde, das sich da entsteht, irgendwie auf Papier zu bringen. Die hatte für jedes Thema, für jeden einzelnen Case-Fall, hat die Kollegin sich da, nicht die Kollegin, aber die Dame, mit der ich mich da unterhalten habe, hat die sich eine Mindmap gebastelt. Das fand ich sehr, sehr spannend, weil das eine schöne Art und Weise ist, sich erstmal Wissen zu erschließen und das zu verästeln, obwohl es eine ganz, ganz klassische Mindwelt war, aber durch diese Verästelung für sich auch festgestellt hat, wo es Verknüpfungen gibt. Und das spannende Thema ist, dass sie das für sich einfach mal den Kolleginnen freistellen wollte und auch mitteilen wollte, Und die Unternehmung und diese Kanzlei sich das angeguckt hat und dann festgestellt hat, Mensch, das kann uns helfen in der Zusammenführung von Informationen und auch in der Begleitung und auch in den Auslegungen von den Rechtsfällen. Und somit haben die dieses Mindmap als Organisationskulturelement genommen und gesagt haben, für jeden Case… brauchen wir, das kann man dann auch digital unterstützen, brauchen wir dann eine Mindmap, die dahinter liegt, um in dieses Thema reinzugehen. Und das hat die Organisation aus so einem Art, man könnte jetzt sagen so ein Bottom-up-Thema entwickelt. Es macht aber sehr, sehr viel aus, ob die Organisation das überhaupt zulässt oder ob es dann schon sehr, sehr starke Verfahren gibt, wie zum Beispiel im behördlichen Kontext, wo eben dann auch das Thema Abarbeiten von Sachverhalten einfach Tagesordnungen hat. Dass man sich da mit solchen Themen sehr, sehr schwer tut und so sagen kann, wie sagt man immer schön in der Organisationsentwicklung, die Instrumente sind kulturstiftend. Also wenn ich ein Instrument nutze, jetzt zum Beispiel ein Mindmap, dann bringt dieses Tool an sich schon mal eine Art Organisationskultur mit sich. Mache ich jetzt ein agiles Mindset, weil wir sagen, hey, wir arbeiten jetzt nach Kanban, dann ist diese Kanban-Methode automatisch Kulturbringer. Und das stellen wir fest, dass diese Tools, wenn sie eingesetzt werden, sei es jetzt über eine Mindmap-Logik oder ich bin agil unterwegs, wie auch immer, dass das für manche Organisationskulturen überhaupt nicht passt. Und da kommt dieser Working-Learning-Gap automatisch über die Organisationsebene wieder rein, unbeabsichtigt und total unbewusst, weil man sich gar nicht darüber erstmal die Gedanken gemacht hat, was macht das eigentlich im Nachgang mit unserer Organisation, weil man vielleicht erstmal drauf guckt, welchen Schmerz will ich als erstes damit lösen.

Dierk

Ja, finde ich auch wieder ein sehr schönes Beispiel. Also auch dieses Zitat, Instrumente sind Kulturstift, finde ich auch sehr, sehr interessant. Auch das ist neu für mich. Also der Inhalt ist nicht neu für mich, aber dieses Zitat, also ich habe wieder was gelernt, schon das dritte heute, was ich gelernt habe. Ganz bewusst gelernt habe. Spaß beiseite. Was ich interessant finde, ist, dass diese Anwältin, mit der du gesprochen hast, ja sich durch ihr Arbeitsgebiet darauf einstellen musste, dass sie immer neue Themen hat. Sie hat durch diese Mindmaps, wie ich finde, so eine Art Checkliste für sich gehabt. Also, dass sie zumindest weiß, wenn jetzt ein Arbeitsrechtsfall reinkommt, dass sie nicht ins Grundgesetz gucken muss oder vielleicht nur mal am Rande bei ganz, ganz krassen Themen. dass sie nicht, weiß ich nicht, wenn ein BGB-Fall kommt, dass sie dann irgendwie ins HGB guckt. Also, dass sie eine Art Checkliste hat, das kann man sicherlich auch ein bisschen strukturieren, aber ansonsten war für sie ganz klar, ich muss immer neu lernen. Das war wahrscheinlich für sie auch ein Grund, diesen Beruf zu ergreifen. Und wenn ich jetzt an die Admins denke, die vielleicht sogar über die letzten 10, 20 Jahre weiß ich nicht, 30 Jahre administriert haben. Das waren ja immer relativ einfache Tätigkeiten, wo man zwar das Wissen brauchte, also ich wollte sie nicht als zu einfach abklassifizieren, aber sie waren eben doch relativ strukturiert und das ändert sich ja, weil es ja viel komplizierter wird in den Abhängigkeiten und in der gesamten Technik. Also das ist vielleicht auch da ein Punkt, dass man das mitnehmen kann, dass man Menschen, die vielleicht bisher strukturiert gearbeitet haben, dass man ihnen auch zeigt, wie sie diese Strukturierung auch auf neue Inhalte übertragen können.

Simon

Ja, und vor allem auch darüber sprechen. Das ist etwas, was ich sehr, sehr wenig sehe bei Unternehmen. Die, die es machen, die sind dann auch schon sehr, sehr sensibel in dem Bereich, gehen da auch gut um. Aber es lohnt sich natürlich auch mal über das Thema Lernen an sich wieder zu sprechen. Es ist vielleicht oft ein verstaubter Begriff. Heute geht es um Unlearning, Relearning, Upskilling, wie sie alle sagen. bezeichnet werden diese Begriffe, aber im Großen und Ganzen geht es eigentlich um das Thema Lernen und diese Lernzeit irgendwie in den Alltag reinzubringen…. Und was ich sehr, sehr selten sehe, das wäre so ein Wunsch auch an die Organisationen, vielleicht sich mal Gedanken zu machen, welche Methoden werden denn überhaupt genutzt? Also welche Methoden finden in welchen Abteilungen statt oder welche Methoden führen denn in welchen Situationen zum Erfolg und welche nicht? Auf einzelner Ebene oder eben auf organisationaler Ebene? Also ist die Kanban-Struktur jetzt für die Softwareentwickler gut? Ja, aber hilft uns das aber auch im Vertrieb?

Dierk

Zum Beispiel, ja. Also bei mir rennst du da mittlerweile offene Türen ein. Du hast ja in deiner Vorstellung, haben wir ja gehört, dass du Corporate Learning Coach bist. Ich habe das mittlerweile auch abgeschlossen, die Ausbildung dazu. Ich bin Lerncoach und das ist für mich wirklich ein wichtiges Thema, so eine Art, ich würde sagen, Herzensthema. wo es wirklich darum geht, den Menschen das Lernen wieder näher zu bringen. Und zwar nicht auf der Schüler- oder Studentenebene oder Jugendlichebene, sondern auf der Ebene von Erwachsenen, die im Berufsleben stehen. Deswegen war ja für mich auch sofort klar bei dem Newsletter von euch, da müssen wir drüber sprechen. Weil ich glaube schon, wir reden alle von lebenslangem Lernen. Das ist überdrüber, lebenslanges Lernen. Aber Working Learning Gap steht dagegen. Ganz klar. So, ich habe vom Newsletter gesprochen, den nennt ihr Lernoletter. Ihr sprecht in dem Newsletter von kleinen, ritualisierten Lernmomenten. Kannst du da nochmal so ein paar Beispiele geben, wie man das vielleicht für sich auch etwas im Alltag besser integrieren kann?

Simon

Ich habe zum Beispiel für mich heute Nachmittag, Freitagnachmittag mache ich das immer, habe ich immer so ein Ritual, dass ich die Woche für mich nochmal ganz bewusst abschließe. Das war für mich am Anfang ein Kampf, das durchzuhalten, aber ich habe es zweimal gemacht. Beim dritten Mal habe ich es dann ausgelassen, habe aber beim dritten Mal festgestellt, als ich es ausgelassen habe, mir fehlt was. Und dieses ritualisierende Element ist nichts anderes, als dass ich mir eine Timeboxing-Variante aufbaue. Das heißt, ich nehme mir einfach Zeit und reflektiere über die Woche hinweg, was ist gut gelaufen, was ist schlecht gelaufen und was könnte ich vielleicht in der einen oder anderen Situation nochmal ein bisschen weiterführen. Also so eine Art Start-Stop-Continue, ein bisschen übersetzt. Und dieses Ritual hat mir geholfen, die Woche nochmal zu reflektieren und auch auf die nächste Woche zu gucken, um gewisse Dinge vielleicht auch anders zu machen. Und ich habe das einfach mal begonnen, weil ich aus dieser Getting-Things-Done-Methode von David Allen mir abgeguckt habe und gesagt habe, naja, da war meine Neugier da dran, da will ich mal gucken, ob die Methode wirklich so toll ist oder ob die das auch ob sie auch mir hilft. Und im Großen und Ganzen mache ich viele Dinge, die da auch schon beschrieben sind, aber eins habe ich bisher nicht so aufgesetzt, und zwar dieses immer wiederkehrende, dieses immer wieder zu den gleichen Zeiten auch dieses Thema zu reflektieren und auch sich überhaupt die Zeit zu nehmen, auf gewisse Dinge zurückzugucken. Und das habe ich zweimal gemacht und das fand ich beim ersten Mal sehr, sehr spannend, weil ich es einfach ausprobieren wollte. Beim zweiten Mal war es schon irgendwie ein bisschen Routine und so sagen kann, jetzt muss ich mir wieder die Zeit nehmen. Deswegen habe ich es beim dritten Mal nicht gemacht, also den dritten Freitag. Und dann hat es mich aber so geärgert und irgendwie hat mir dadurch, und das fand ich ganz spannend vom Effekt her, ich hatte das Gefühl, etwas zu verpassen und ich hatte auch das Gefühl, dass ich mir gerade etwas Schlechtes tue. Und deswegen habe ich mich am Samstag darauf nachgeholt und habe mir dann diese Zeit, die ich mir am Freitag eigentlich geblockt habe, dann am Samstag nachgeholt. Und dadurch habe ich einen Effekt erkannt, dass wenn man das zwei-, dreimal macht, schon auch und vor allem, wenn das einem selbst was bringt, und das ist eigentlich das große Thema, was diesen Working Learning Gap eigentlich dann auch sehr, sehr gut schließen lässt oder was ein gutes Hilfsmittel sein kann, um diesen Schluss zu kriegen, es darf schon was sein, was diesem Thema What’s in it for me bringt. Also wenn das mir nichts bringt, Stichwort Sinn oder auch Mehrwert, dann ist natürlich die Motivation jetzt nicht wirklich sehr hoch. Und das habe ich bei mir erkannt durch eine Art Nicht-Erleben und eine Art Mensch, das fehlt mir jetzt, habe ich erkannt, dass das für mich ein großer Mehrwert ist. Und deswegen habe ich diesen Freitagnachmittag, das sind dann zwei Stunden, Danach schließe ich auch ab, da fahre ich dann auch einen Rechner runter und dann ist das für mich wirklich so ein Abschluss. Und das, muss ich sagen, bringt für mich erstens mal auch Ruhe fürs Wochenende und auch nochmal so einen Abschluss von der Woche, egal wie sie war. Und es schafft für mich so eine Art kleines Kapitel, was ich dann schließe und ich weiß dann nächste Woche am Montag geht dann das neue Kapitel ab.

Dierk

Ja, finde ich interessant, gerade weil du ja vorhin gesagt hattest, dass Working Learning Gap die Arbeitszeit betrifft. Dann müsste man das eben in der Arbeitszeit sich wirklich entsprechend einplanen. Und ja, man sollte es den Kollegen nicht sagen, dass man das macht, weil die sitzen dann ja, du sitzt ja da, du kannst ja noch was arbeiten. Nein, wenn ich jetzt eine Stunde mache von drei bis vier oder von zwei bis drei, dann bin ich davor schon quasi im Wochenende, weil ich danach reflektiere. Und dann sind wir bei den anderen Themen wieder. Das ist ja keine produktive Zeit. Die kann man ja nicht fakturieren. Und was machst du denn da? Hm.

Simon

Das stimmt. Ich erlebe aber auch Führungskräfte, die diese Zeit sich nutzen und sich auch bewusst wegstehlen von ihrer Mannschaft. Ich hatte eine Diskussion auch dazu mit einem Abteilungsleiter in der Produktion in so einer Fertigung, der immer sichtbar war auf der Fertigung. Der hatte da so eine kleine Box neben der Fertigungstraße…. Und der hat gesagt, wenn er für sich eine Zeit in Anspruch nehmen wollte, um sich da irgendwie einer Art Retrospektive zu unterziehen, dann ist der immer greifbar, egal ob Tür zu oder wie auch immer. Deswegen hat er gesagt, er geht bewusst raus aus diesem Büro und macht sich unsichtbar für die Leute. Nicht dadurch, weil er damit nicht sichtbar ist oder weil es auf einem Produktivitätsaspekt landet, sondern einfach, weil er eine Zeit für sich mal braucht. Und das fand ich sehr spannend. Jetzt bin ich in meinem Einzelbüro, da kann ich jetzt relativ, da stört mich vielleicht nur der Amazon-Bote oder wer da gerade vorbeikommt, das ist doch relativ machbar. Aber auch das habe ich gelernt, wenn es auch um digitale Themen geht. Das heißt, da ist dann Teams aus, da gibt es dann keine Chatnachrichten. Das Handy liegt übrigens auch weit weg. Das ist auch etwas, was ich da lernen musste, weil es einfach ein guter Ablenkungsträger ist.

Dierk

So, jetzt gucken wir mal ein bisschen nach vorne. Wir nähern uns dem Ende dieser Episode und jetzt gucken wir mal ein bisschen in die Zukunft. weil ihr darüber auch in eurem Newsletter immer sehr viel schön spricht. Was müsste denn passieren, damit Lernen im Arbeitskontext wieder mit Vorfreude verbunden wird? Also, dass die Leute das wirklich mit Freude genießen. Also genauso wie man sich zum Geburtstag freut auf ein Geschenk, auf die Überraschung oder eben Adventskalender. Also was würdest du dir da wünschen?

Simon

Wenn ich mir da was wünschen dürfte, dann wäre das gerade so in der aktuellen Situation ein bewussterer Umgang mit dem Thema künstliche Intelligenz, weil ich da sehr stark feststelle, dass die KI gerade auch genutzt wird, um Prozesse zu automatisieren. Das ist ja schön und gut. Das heißt, man schafft sich auf der einen Seite ein bisschen Zeit. Und das wäre jetzt mein Wunsch, diese Zeit, die frei wird, auch dafür zu nutzen, um die Prozesse und auch die Dinge, die man verrichtet hat, einfach mal zu rekapitulieren und auch auf die neuen Dinge aufzusetzen. Also diese gewonnene Zeit fürs Lernen zu nutzen. Weil was ich feststelle, ist häufig, dass wenn diese gewonnene Zeit durch Automatisierung frei wird, kommt dann ein neuer Arbeitsvorgang, der dann diese Zeit sozusagen füllt. Das heißt, wir sprechen irgendwann mal von dem Thema Arbeitsverdichtung und irgendwann haben wir so eine Arbeitsverdichtung drin, die durch lauter automatisierte Prozesse verrichtet wird, dass das Lernen und die Lernzeit komplett vielleicht gar nicht mehr sichtbar ist, weil wir sagen, wir müssen uns irgendwie in diesem Prozessgedanken dann wirklich wieder eine Zeit freischaufeln. Das heißt, mein Wunsch wäre, wenn es Automatisierungen gäbe, und viele Firmen sind ja da gerade dabei, viel in diese Richtung zu tun, diese gewonnene Zeit dann auch für etwas zu nutzen, was man dann auch wieder die Lernzeit oder auch eine Challenge sein kann, wo man wieder was ausprobiert. Das ist das eine. Und das andere wäre für mich, dass es grundsätzlich auch Rahmenwerke gibt, die das Thema Lernen, das Thema organisationales Lernen auch im unternehmerischen Kontext höher priorisiert, weil ich merke auch, dass wenn es größere Unternehmen gibt, die Projekte haben und diese Projekte priorisieren und man häufig dann auch von Projektleitungen mitbekommt, dass diese Projekte schon dem Ende nahen, dass dort auch keine keine Priorisierung, keine Wertschätzung mehr stattfindet. Also alles, was zusätzlich nötig ist, um für dieses Projekt, also Lernen im Projekt in dem Fall, auch gar nicht mehr diese Priorisierung von der Organisation her zu bekommen. Das heißt, die abgeschlossenen Projekte oder die Projekte, die schon irgendwie auslaufen und sagen, ja, das muss man ja nur noch implementieren, das muss man ja nur noch machen. Wir haben es ja strategisch definiert, wir haben das Blueprint aufgestellt, wir haben die Ideen festgestellt, jetzt läuft das schon an, eigentlich muss man es jetzt nur noch fertig machen. Solche Sprüche höre ich sehr häufig, jetzt müsst ihr es ja nur noch fertig machen und dann sind wir schon beim nächsten Thema. Wenn da ein bisschen eigentlich mehr Zeit, wir haben halt nur 24 Stunden am Tag, die hat jeder von uns, also ich habe noch keinen Menschen getroffen, der mehr Stunden zur Verfügung hatte, ich nicht. Also wenn du mal irgendjemanden triffst, der mehr als 24 Stunden hat, dann melde diese Person gerne an mich. Wir haben nur diese Zeit und davon haben wir halt nur acht Stunden Arbeitszeit im Schnitt und von der Zeit brauchen wir, gerade auch in der ganzen gesellschaftlichen und technologischen Entwicklung, die uns häufig von Asien und Nordamerika vorgelegt wird, dass wir dort eigentlich wieder zu unseren Basics zurückkommen, dass wir Ideen generieren und die Ideen kommen häufig eigentlich nur, wenn wir uns Zeit nehmen dafür, irgendwas zu rekapitulieren, reflektieren und uns lernen und zu sagen können, wie setzen die einen oder die anderen Sachen miteinander auf. Und das schaffen wir nicht durch eine Implementierung von irgendwelchen Bots oder von irgendwelchen Agenten, das schaffen wir einfach, indem wir uns hinsetzen mit Kolleginnen und Kollegen und dafür einfach drauf losdenken, ausprobieren, wie gesagt, eine Unkonferenz auch oder ein Unmeeting aufzusetzen und sagen, was machen wir denn eigentlich, was machen wir und was können wir eigentlich in dem Fall tun.

Dierk

Ja, also normalerweise lasse ich solche Wünsche ja stehen. Aber jetzt muss ich doch noch was ergänzen. Und ich muss gar nicht, sondern ich möchte was ergänzen. Und zwar dein erster Wunsch mit dem Thema KI. Wenn ich das ein bisschen kritischer sehe, ich würde dir auf jeden Fall zustimmen, dass die Gefahr da ist, dass man vielleicht nicht neue Themen aufnimmt, sondern noch schlimmer, dass man Menschen aus diesem Arbeitsprozess eben rauslässt, wie auch immer man das macht. Also dass dann diese Verdichtung noch mehr zunimmt und dann die Gefahr noch größer ist, wenn irgendwas passiert, dass dann quasi alles so wie eine Art Kartenhaus zusammenfällt. Und ich finde, bei KI wird es noch mal wichtiger, dass wir Menschen haben, die das verstehen, was die KI da macht, die das überprüfen können. Und diese Menschen, die fallen ja auch nicht vom Himmel. Also ich würde ergänzend zu deinem Wunsch sagen, dass man da eben nicht auf die Effizienz schaut und auf Kostensenkung oder sonst irgendetwas…. Ja, muss passieren, keine Frage, aber auch sich der Tatsache bewusst zu sein, dass das, was wir mit KI anders machen, was wir automatisieren, was wir effizienter machen, was wir besser machen, dass wir da immer uns auch die Zeit nehmen, wie du es gerade auch sagst, das Wissen in die Köpfe der Menschen zu bringen, dass die Menschen wissen, was macht die KI da? Ad 1 und Ad 2, dass die Menschen auch über den gesamten Ablauf, über den gesamten Prozess Bescheid wissen und das Ganze auch verstehen. Und das hat vielleicht noch nicht mal was nur mit KI zu tun, denn seit Jahren kriege ich immer schon Pickel, wenn mir jemand sagt, das kann unser System nicht. Also ich möchte als Kunde etwas und das geht nicht, weil das System das nicht kann. Also das EDV-System kann das nicht oder so, wo ich sage, hä? seid ihr Sklave eures EDV-Systems? Wenn der Kunde etwas möchte und das sinnvoll ist, also klar, es muss sinnvoll sein, dann kann ich doch nicht sagen nein, sondern ich sage, wir machen das und das kriegen wir schon irgendwie im System hin. Also das ist vielleicht gar nicht mal so eine Art KI-Problem, sondern dass wir uns wirklich die Zeit nehmen, nee, dass wir die Zeit bekommen im Unternehmen, uns um so etwas zu kümmern, dass der Wert der menschlichen Arbeit erkannt wird und honoriert wird.

Simon

Ja, das kann ich nur unterschreiben, wenn das Gefühl da ist, nicht mehr gebraucht zu werden, weil andere KI-Agenten das vielleicht übernehmen, dann habe ich auch keine Motivation mehr, sich da irgendwie einzuarbeiten oder was aufzuschlauen. Das bedingt sich einander, ja.

Dierk

Gut, gibt es noch ein letztes Statement, was du loswerden möchtest? Das ist immer so der Abschluss in meinem Podcast, dass man noch eine Art Zusammenfassung bringt oder noch einen Punkt, der dir vielleicht im Rahmen des Gesprächs aufgefallen ist. Gibt es noch so ein letztes Wort von dir?

Simon

Ein letztes Wort von mir ist, wenn wir so viel Zeit verwenden, uns mit dem Thema KI zu beschäftigen, dann dürfen wir uns auch genauso viel Zeit nehmen, uns mit dem Thema Lernen zu beschäftigen.

Dierk

Das ist ein tolles Wort, das lasse ich gerne so stehen. Danke, Simon.

Simon

Danke dir.

KI-Grundlagen – Chancen und Herausforderungen entdecken

Training Titelzeile

KI-Grundlagen - Chancen und Herausforderungen entdecken

Eine ausgewogene Einführung für Einsteiger mit praktischen Beispielen, Risiken und hilfreichen Vergleichen zum menschlichen Lernen

Diese eintägige Schulung führt Sie empathisch, verständnisvoll und kompetent in die Welt der Künstlichen Intelligenz (KI) ein. Wir gehen auf Grundlagen und die historische Entwicklung ein und klären wichtige Begriffe sowie notwendige Inhalte für ein grundlegendes Verständnis. Wir sprechen über ethische Aspekte, über notwendige Voraussetzungen zur Nutzung im Unternehmen und zukünftige Auswirkungen.

Wir beleuchten ausgewogen Vorteile wie Effizienzsteigerung in Unternehmen durch KI-gestützte Prozesse und Risiken wie Datenschutzprobleme oder Voreingenommenheit in Algorithmen. Praktische Beispiele machen abstrakte Konzepte greifbar – etwa wie KI in der Medizin Diagnosen unterstützt, ähnlich wie ein Arzt aus Erfahrung lernt.

Durch Analogien zum menschlichen Lernen (z. B. neuronale Netze vs. Gehirnverbindungen) bauen wir Brücken zwischen Technik und Mensch, um vorsichtige Neulinge zu überzeugen. Interaktive Fragen fördern Diskussionen und ein gemeinsames Verständnis.

Ziele der Schulung

Die Teilnehmer sollen ein ausgewogenes Verständnis für Künstliche Intelligenz entwickeln, das Vorteile und Risiken gleichermaßen beleuchtet, und lernen, KI verantwortungsvoll in ihrem beruflichen Alltag anzuwenden. Durch Analogien zum menschlichen Lernen und praktische Beispiele werden sie motiviert, Technik als Erweiterung natürlicher Prozesse und menschlicher Arbeit zu sehen, um Ängste abzubauen und innovative Denkanstöße zu geben.

Konkret bedeutet das:

  • Grundlagen von KI verstehen und mit menschlichem Lernen verknüpfen
    Die Teilnehmer können die Kernkonzepte von KI (z. B. neuronale Netze und Aufbau einer KI) erklären und mit menschlichen Lernprozessen vergleichen, etwa wie ein Mensch durch Fragen und Erfahrung lernt.
  • Vorteile und Risiken ausgewogen bewerten
    Die Teilnehmer identifizieren individuelle Vorteile (z. B. Effizienz in der Logistik, HR oder Vertrieb) und Risiken (z. B. Voreingenommenheit in Algorithmen) von KI. Sie vergleichen das mit menschlichen Fehlern wie Vorurteilen und diskutieren in der Gruppe, wie KI in der betrieblichen Nutzung Entscheidungen unterstützt oder behindert.
  • Praktische Anwendungen in Organisationen analysieren
    Die Teilnehmer können sich eine KI-Anwendung in ihrem Unternehmen vorstellen (z. B. Chatbots für Kundenservice), inspiriert durch Vergleiche zu menschlicher Interaktion, und analysieren ethische Aspekte sowie zukünftige Auswirkungen anhand realer Beispiele, um verantwortungsvolle Integration zu fördern.

Nutzen der Schulung

Für Unternehmen:

  • Erhöhte KI-Kompetenz im Unternehmen: Mitarbeiter verstehen organisatorische Anwendungen besser, z. B. KI zur Prozessoptimierung, verglichen mit menschlichem Teamlernen, was zu schnellerer Innovation führt.
  • Besseres Risikomanagement: Durch Wissen über Ethik und Datenschutz (z. B. Voreingenommenheit in Algorithmen, analog zu menschlichen Fehlern) minimiert das Unternehmen rechtliche Risiken und baut Vertrauen auf.
  • Steigerung der Effizienz und Produktivität: Praktische Beispiele wie KI in der Logistik (ähnlich wie intuitive menschliche Planung) helfen, Prozesse zu verbessern und Kosten zu senken.
  • Förderung einer offenen Unternehmenskultur: Die empathische Herangehensweise (z.B. durch Vergleiche zu natürlichem Lernen) motiviert vorsichtige Neulinge, KI zu adoptieren, stärkt Teamzusammenhalt und reduziert Widerstände.
  • Langfristige Wettbewerbsvorteile: Mit geschulten Mitarbeitern kann das Unternehmen zukünftige KI-Trends nutzen, z. B. in der Kundenservice-Automatisierung, die menschliche Interaktionen ergänzt und Wachstum ermöglicht.

Für Teilnehmende:

  • Grundlegendes Verständnis von KI aufbauen: Teilnehmer lernen KI-Grundlagen wie maschinelles Lernen, ähnlich wie ein Kind durch Versuch und Irrtum lernt.
  • Ausgewogenes Bewusstsein für Vorteile und Risiken: Sie erkennen Chancen wie effizientere Arbeit, aber auch Risiken wie Voreingenommenheit, verglichen mit menschlichen Vorurteilen; ein Beispiel ist die Analyse von KI in der Personalauswahl, die faire Entscheidungen fördert.
  • Praktische Anwendbarkeit im Alltag: Durch Beispiele wie KI in der Medizin (z. B. Diagnosehilfen, analog zum Lernen eines Arztes aus Fällen) können Teilnehmer Auswirkungen der Nutzung von KI direkt einschätzen und Offenheit fördern.
  • Förderung empathischer Lernprozesse: Vergleiche zwischen neuronalen Netzen und dem menschlichen Gehirn machen abstrakte Themen zugänglich, helfen Zweiflern (oder vorsichtigen Neulingen) Ängste abzubauen und motivieren zu hilfreichem sowie verantwortungsvollem Umgang.
  • Persönliche Weiterentwicklung und Motivation: Die Schulung stärkt Selbstvertrauen, z. B. durch interaktive Diskussionen über ethische KI-Anwendungen, die wie menschliche Moralentscheidungen erklärt werden, und öffnet Türen für Karrierechancen in KI-basierten Rollen.

Zielgruppe der Schulung

Diese eintägige Schulung richtet sich an ein breites Spektrum von Teilnehmern in Unternehmen, die mit Künstlicher Intelligenz in Berührung kommen oder kommen werden, einschließlich Management und Entscheidungsträgern, die strategische Entscheidungen über KI-Einführungen treffen und ein ausgewogenes Verständnis von Chancen, Risiken sowie ethischen Aspekten benötigen, um fundierte Investitionen und Richtlinien zu gestalten. Ebenso angesprochen werden Anwender auf operativer Ebene, wie Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen, die KI in ihrem Alltag einsetzen sollen, sowie vorsichtige Neulinge und Anfänger, die durch empathische Erklärungen, praktische Beispiele und Vergleiche zwischen technischen Prozessen (z. B. Maschinenlernen) und menschlichem Lernen (z. B. Erfahrungsaufbau) motiviert werden, Ängste abzubauen und verantwortungsvoll mit KI umzugehen, basierend auf einer umfassenden und ausgewogenen Einführung in das Thema.

Inhalte der Schulung

Modul 1: Einführung in AI und historische Entwicklung

  • Definitionen zentraler KI-Begriffe wie menschliche Intelligenz, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, mit Vergleichen zum menschlichen Lernprozess (z. B. Anpassung an neue Situationen).
  • Wichtige Meilensteine in der KI-Entwicklung identifizieren, wie die Dartmouth-Konferenz 1956 und AI-Winters, ergänzt durch Beispiele zu Vorteilen (z. B. Effizienz) und Risiken (z. B. Überhype).
  • Verschiedene KI-Typen unterscheiden, wie schmale (narrow) und allgemeine (general) KI, illustriert durch Alltagsbeispiele wie Sprachassistenten und Diskussionen zu potenziellen Risiken wie Abhängigkeit von Technologie.

Modul 2: Ethische und rechtliche Überlegungen

  • Rolle der Ethik in der KI beschreiben, inklusive Unterschiede zu rechtlichen Regelungen, mit Beispielen zu Vorteilen (z. B. faire Entscheidungen) und Risiken (z. B. Datenschutzverletzungen).
  • Wichtige ethische Bedenken wie Voreingenommenheit in Trainingsdaten und Datenschutz angehen, ergänzt durch Vergleiche zum menschlichen Vorurteil und praktische Szenarien aus dem Unternehmensalltag.
  • Leitprinzipien für ethische KI identifizieren, wie Transparenz und Fairness, mit Diskussionen zu Umsetzungsstrategien und Risikominderung durch Richtlinien.

Modul 3: Treiber der KI: Robotik und Lernsysteme

  • Gängige KI-Beispiele mit praktischen Anwendungen und Vergleichen zu menschlichem Lernen (z. B. adaptive Systeme wie neuronale Netze).
  • Rolle der Robotik in der KI erklären, inklusive Typen wie RPA und autonome Agenten, ergänzt durch Beispiele zu Vorteilen (z. B. Automatisierung) und Risiken (z. B. Verlust von Kontrolle).
  • Maschinelles Lernen beschreiben, mit Konzepten wie Deep Learning und Online Learning, illustriert durch reale Szenarien und Diskussionen zu ethischen Implikationen.

Modul 4: Künstliche Intelligenz in der Umsetzung

  • Schlüsselbegriffe zu Daten definieren, wie Qualitätsmerkmale (z. B. Konsistenz), mit praktischen Beispielen zu Vorteilen (z. B. genaue Vorhersagen) und Risiken (z. B. Voreingenommenheit).
  • Risiken beim Umgang mit Daten in der KI angeben, wie Datenschutzverletzungen, ergänzt durch Strategien zur Minimierung und Vergleiche zu menschlicher Datenverarbeitung.
  • Generative KI-Begriffe und Datenvisualisierungstechniken identifizieren, mit Beispielen zur Nutzung in maschinellem Lernen und Diskussionen zu zukünftigen Auswirkungen.
  • Chancen für KI in Unternehmen identifizieren, wie Automatisierung repetitiver Aufgaben, mit praktischen Beispielen und Vergleichen zu menschlichen Prozessen.
  • Governance-Aktivitäten bei der KI-Implementierung angeben, wie Risikomanagement, mit Fokus auf ethische Aspekte und organisatorische Anwendungen.

Modul 5: Zukunftsplanung und Auswirkungen – Mensch plus Maschine

  • Rollen und Karrierechancen durch KI beschreiben, wie neue Jobs in der KI-Entwicklung, mit Beispielen zu Vorteilen (z. B. Innovation) und Risiken (z. B. Arbeitsplatzverdrängung).
  • Reale Anwendungen von KI identifizieren, wie in Gesundheit und Umwelt, ergänzt durch Vergleiche zu menschlichem Lernen und Diskussionen zu gesellschaftlichen Auswirkungen.
  • Zukunft der KI darstellen, insbesondere Chancen und Risiken für Gesellschaft und Unternehmen.

Methodik und Durchführung

Dieses Training setzt auf eine ansprechende Mischung aus Vortrag und Diskussionen. Auf der Basis der umfangreichen Schulungsunterlagen wird die Wissensvermittlung durch praxisnahe Darstellung vorgenommen und durch aktive Beteiligung der Teilnehmenden zum jeweiligen Lernstoff ergänzt und erweitert.

Die jahrelange Erfahrung von Dierk Söllner als Trainer und Berater für verschiedene IT-Themen, in der Organisationsentwicklung und in der Aus- und Weiterbildung von IT-Fach- und Führungskräften sichert eine perfekte Kombination aus Training und Beratung.

Sprache und Unterlagen

Schulungssprache ist Deutsch

Umfangreiche Unterlagen sind in Deutsch verfügbar

Dauer und Umfang

1 Tag: 9:00 – 17:00 Uhr

Voraussetzungen

Für dieses Seminar sind keinerlei Voraussetzungen notwendig, es wird bspw. nicht programmiert.

Eine gewisse Offenheit für Neuerungen ist hilfreich, kritische Fragen sind willkommen.

Dierk Söllner Profilfoto

Sie haben Fragen zum Trainingsangebot?

Gerne nehme ich mir die Zeit, um Ihre Ideen und Anforderungen persönlich zu besprechen. Buchen Sie einfach einen unverbindlichen und kostenlosen Gesprächstermin bei mir. Oder schreiben Sie mir einfach eine EMail.

Vom KI-Hype zum Mehrwert – generative KI entlang des Wertstroms einsetzen

Vom KI-Hype zum Mehrwert – generative KI entlang des Wertstroms einsetzen

Titelbild Podcast Business Akupunktur

Alex Lichtenberger über KI in der Wertstromanalyse

Plötzlich sieht man das Potenzial des Wertstroms und wie generative KI unterstützen kann, um Prozesse schneller zu machen und die Qualität zu verbessern.

Alex Lichtenberger über den Hype rund um KI

Das Phänomen des Hypes sehen wir ja nicht nur bei KI. Echter KI-Mehrwert heißt für mich, entlang von realen Prozessen und mit messbarer Wirkung zu arbeiten.

Alex Lichtenberger über Auswirkungen des KI-Einsatzes

Automatisierung geschieht schon seit 200 Jahren – Jobs werden dadurch nicht weniger, vielmehr entstehen neue Aufgaben und Chancen.

Alex Lichtenberger über die Rolle des Menschen beim Einsatz von KI

Du brauchst immer noch einen Menschen, der die Outputs der KI kritisch hinterfragen kann. Man wird effizienter, aber der Mensch bleibt wichtig.

Alex Lichtenberger über Erwartungshaltung an KI-Einsatz

Inzwischen nutzt jeder generative KI als Assistent, aber die realistischen Erwartungshaltungen sind entscheidend – und auch die Ängste im Team muss man ernst nehmen.

Zusammenfassung

In dieser spannenden Episode lade ich dich ein, gemeinsam mit meinem Gast Alex das Zusammenspiel von Wertstromanalyse und generativer KI für Unternehmen neu zu entdecken. Wir zeigen, wie du mit Value Stream Mapping wertvolle Einblicke in Prozessabläufe gewinnst, Engpässe und Schwachstellen identifizierst und anschließend gezielt mit modernen KI-Lösungen verbesserst. Alex bringt greifbare Beispiele, wie die Integration von KI nicht nur repetitive Aufgaben automatisiert, sondern auch Qualität und Geschwindigkeit entscheidend verbessert.

Im Gespräch erfährst du, wie der Einsatz von generativer KI sich ganz natürlich aus der Praxis entwickelt hat und welche realistischen Erwartungen Unternehmen an diese innovative Technologie stellen sollten. Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die Unternehmens- und Teamkultur: Alex räumt mit typischen Ängsten im Umgang mit KI auf und erklärt, warum Mensch und Maschine gemeinsam noch besser werden. Datenschutz, Integration und Akzeptanz im Team werden praxisnah und verständlich beleuchtet.

Diese Episode bietet dir wertvolle Impulse, wie du mit aktuellen KI-Tools wirkliche Verbesserungen in deinen Geschäftsprozessen erzielen kannst – ob in der Softwareentwicklung, im Service oder in der Produktion. Lass dich von den Chancen und Praxisbeispielen inspirieren und entdecke neue Potenziale für dein Unternehmen!

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Transkript der Episode

Dierk

Herzlich willkommen zur 45. Episode mit dem Titel „Vom KI-Hype zum Mehrwert – generative KI entlang des Wertstroms einsetzen.“ Dieser Titel ist vergleichsweise lang, aber wir wollten in der heutigen Episode zwei Themen zusammenbringen und das führt dann eben auch mal zu einem längeren Titel. Ich freue mich auf dieses Thema, auf diese Verbindung der beiden Themen und auf meinen Gast Alex Lichtenberger. Ich kenne Alex und ich schätze ihn auch seit vielen Jahren und habe mit ihm vor ebenfalls vielen Jahren meinen ersten Podcast oder unseren ersten Podcast gegründet. Das war damals noch das Thema DevOps. Wir haben gerade mal nachgerechnet, das muss so 2017 gewesen sein. Zu Alex, in seinem LinkedIn-Profil stehen kurze und knackige Informationen. Die klären wir vielleicht gleich als erstes. Und insofern würde ich mal sagen, Alex, magst du dich kurz vorstellen oder auch länger vorstellen?

Alex

Ja, nicht zu lange, weil wir wollen uns ja dann dem eigentlichen Thema widmen, aber erstmal vielen Dank Dierk für die Einladung, freut mich sehr dabei zu sein und zu mir selber, ich bin Berater, Coach und Trainer und in dieser Rolle begleite und befähige ich Unternehmen, sagen wir mal so Herausforderungen des heutigen digitalen Zeitalters zu meistern. Und du hast das Wort Wertstrom erwähnt, also es tatsächlich so oft dreht sich, ich meine, vieles dreht sich um den Wertstrom. Also konkret heißt es dann, Menschen entlang der Wertschöpfungskennung zusammenbringen, Silos überwinden, die Zusammenarbeit verbessern und dann eben auch schauen, wo klemmt es, wo kann man automatisieren, unter anderem auch zum Beispiel mit generativer KI. Das ist ja dann das Thema dieses Podcasts. Und ja, ich versuche aber auch, weil das ja nur eine mögliche, versuche das auch wirklich ganzheitlich anzugehen, also so entlang Kultur, Prozesse, Technologie. Wenn es um Kultur geht, also Fragen wie, kann ich im Team oder im Unternehmen eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung etablieren? Dann auch, was schlussendlich reinkommt, ähnlich wie bei dir, auch diese Best Practices, IT Service Management, neue Zusammenarbeitsmodelle, Agilität, aber auch, DevOps, also wenn man es jetzt wertstrommäßig anschaut, also von der Idee bis etwas, ein Produkt, Service nutzbar ist, wie kann man da optimieren? Ich mache da auch viele Trainings dazu, neben Workshops und Beratung. Und ich versuche auch immer wieder neue Themen anzuschnallen, also AIOps ist auch ein Thema, Site Reliability Engineering, aber das ist so das eine Stammbein und Meine Philosophie ist da auch, weil ich habe mich dann vor fünf Jahren selbstständig gemacht, nachdem ich im Bekannten Unternehmensberatung den Bereich Lean auf Agile DevOps aufgehend habe. Meine Philosophie ist so Impact Matters, das ist auch der Name der Firma, weil schlussendlich diese Methoden, alles nur Mittel zum Zweck, was ja zählt, schlussendlich ist, ist der Impact, dass die Wert, den Wert, die Wirkung, ich denke, du siehst das ja gleich, Dierk. Und noch ganz kurz eben das andere Standbein. Ich habe vor vier Jahren ein Startup gegründet. Wir sind inzwischen zu dritt, also eigentlich bevor der ganze KI-Hype losgegangen ist. Das ist ein ganz anderer Bereich dann, wo es darum geht, mittels künstlicher Intelligenz Verschleiß an CNC-Werkzeugen zu erkennen und so die Standzeiten der Werkzeuge zu optimieren, Ich habe mich dann auch wieder ein bisschen mehr Richtung Technologie entwickelt. Ich habe also keine Angst, auch da mal mit Python dann ein Skript und KI-mäßig was umzusetzen, ein Modell zu trainieren. Ich denke, so die Themen, mal so grob, die mich beschäftigen, ja.

Dierk

Und das finde ich super interessant. Im Prinzip zwei Themen dabei. Einmal, dass du generative KI für deinen Beratungsjob, für deinen, ich sag mal, langjährigen Hauptjob anwendest. Das ist das Thema für heute. Dass du aber wirklich auch weißt, wenn du über KI sprichst, was das bedeutet, wirklich in der praktischen Anwendung. Weil eine KI, was du sagtest bei der Firma Technum, das ist ja wirklich, da steckst du ja wirklich richtig drin. Und das finde ich eben auch interessant. Interessant, dass wir eben, das hatten wir auch im Vorgespräch geklärt, dass wir uns beide nicht als den 175.000. KI-Berater sehen, der irgendwelche Prompts generiert und andere Dinge tut. Also, dass wir da wirklich uns auch versuchen, mit unserer langjährigen Erfahrung richtig zu positionieren und auch von den vielen KI-Beratern abzuheben, die derzeit am Markt aktiv sind. Also, wie gesagt, wir sprechen über das Thema vom KI-Hype zum Mehrwert, generative KI entlang des Wertstroms einsetzen. Du hast eben ja schon das Thema Wertstrom angesprochen. Ein Schritt noch ganz kurz zurück, bevor wir ins Thema einsteigen. Den Gästen meines Podcasts stelle ich immer die Frage, was hast du gedacht, als du zum ersten Mal den Begriff oder den Titel Business Akupunktur gehört hast?

Alex

Also als allererstes habe ich mir gedacht, typisch Dierk, weil wir kennen uns ja schon länger. Damals, als wir unseren Podcast gemacht haben, der Titel war, DevOps auf die Ohren und ins Hirn. Das war damals, glaube ich, auch schon deine Idee. Und es ist aber auch typisch Dierk, weil du bist auch ein Meister, sagen wir, von unkonventionellen Titeln, aber gleichzeitig aussagekräftigen Titeln. Und ich finde auch das sehr, sehr, sehr aussagekräftig, insofern, dass Akupunktur heißt für mich so, hinlegen, kleine Impulse, große Wirkungen. Ich glaube, genau so muss nämlich ein Outcast sein. Also ich glaube, das passt super.

Dierk

Super sehr schön super gut dann lass uns mal einstarten erstmal, dass du vielleicht mal ein bisschen erklärst, was ist Wertstromansatz, also was bedeutet über Wertstrom oder Value Stream und damit kannst du vielleicht gleich auch verbinden, was dich dazu bewogen hat, diesen Wertstromansatz auf die generative KI zu übertragen, also die generative KI damit einzubringen.

Alex

Also eigentlich war für mich die Wertstrom-Idee oder den Wertstrom-Ansatz, dass auf und das mit KI zu finden, das war für mich eigentlich recht naheliegend, das hat sich wie automatisch ergeben. Das Vorstellung beim Wertschirm, und oft sagt man auch, die meisten Leute sprechen von Value Stream, was man ja macht, und man überlegt sich ja, was bedeutet für unseren Kunden, und das kann interne oder externe Kunden sein, was bedeutet Wert, oder Wert in Form von Produkten oder Services, die man anbietet, und dann was sind die, wie arbeiten wir zusammen… um diesen Wert zu generieren, auch mal wertefrei. Das ist eben typisch, dass man in den heutigen siloisierten Unternehmen, man bringt dann Leute aus verschiedenen Bereichen zusammen, man sagt, okay, so arbeiten wir zusammen. Man versucht möglichst End-to-End, also jetzt ein Beispiel, der DevOps-Value-Stream, also von der Idee, das fängt eigentlich von Business an bis hin bis der Kunde, Das Produkt oder den Service geht hin und schaut dann zusammen, das hat es stark gesagt, nicht unbedingt vom Management, sondern die Leute, die in den Wertströmen arbeiten, wo klemmt es oder wo Nerven, wo haben wir Qualitätsprobleme, wo haben wir viel manuelle Arbeit. Und dann schaut, welche Problemstelle schauen wir zuerst an, wo können wir uns verbessern, wo können wir zum Beispiel automatisieren. Das ist so der Wertstrom, oder Value Stream Mapping, als Technik wird der oft verwendete Begriff verwendet. Und dann, irgendwie hat sich das wie automatisch ergeben, gesagt, ja gut, ich habe einen Value-Stream, weil ich mache das ab und zu mal so für Kunden und da gab es dann Situationen, ja, aber eigentlich ist dann nicht in diesem Schritt, den wir ja früher nie automatisieren konnten, könnte uns da nicht generative KI unterstützen. Ein Beispiel, das wäre jetzt vielleicht auch spannend, nehmen wir gerade mal das Beispiel von diesem Podcast. Das kann man ja auch als Value-Stream anschauen, weil du, Dierk, du bietest ja den Podcast an als Service für die Leute. Für die Leute bietet das einen Mehrwert. Aber du hast wahrscheinlich auch eine Prozedur dahinter. Die fängt dann an, irgendwie getriggert durch gewisse Periodizität oder vielleicht Ideen zu sagen, mit dem Alex könnten wir vielleicht mal einen Podcast. Oder du bereitest ein Skript vor vielleicht, wo du dann gewisse Fragen stellst, dann nimmst du den Podcast auf, dann schneidest du den Podcast. Am Schluss hast du einen Produzier-Podcast, so einen Value-Stream. Und wenn man das jetzt so wertstrommäßig, Value-Stream-mäßig anschaut, dann sagt man, ah, neu könnte man vielleicht das Skript machen. könnte vielleicht JGPT dabei. Also man hat plötzlich das Potenzial des Wertstroms, sieht man, wie generative Ka unterstützen kann, um diesen um es schneller zu machen, die Qualität zu verbessern. Das ist so, sagen wir, der Hintergrund, was Wertstromanalyse ist und wie eigentlich eine sehr naheliegende Idee, da auch neu generative KI zu berücksichtigen, wie die dort eine Rolle spielen kann.

Dierk

Ja, das finde ich interessant. Also ja, natürlich nutze ich für meinen Podcast Wertstrom KI-Unterstützung. Das wäre auch töricht, wenn ich es nicht machen würde. Jetzt haben wir ja so im Titel etwas drinstehen von KI-Hype und Mehrwert. Wo ist da für dich der Unterschied zwischen KI-Hype? echtem Mehrwert, also wo du mit deinem Angebot, Value Stream Mapping, Wertschirm Analyse und KI, wo bringst du dort oder wo bringt KI den echten Mehrwert?

Alex

Also das Phänomen des Hypes, so das… sehen wir oder haben ja nicht nur bei KI gesehen. Das ist ja oft, wenn, sagen wir, neue, typischerweise auch Technologien kommen, oder die beeindrucken, die, es kommen dann so Cases, die, die auch manchmal aufschrecken, ich meine, jetzt bei JGPT haben wir das, also das hat vor drei Jahren angefangen, die Fähigkeit, da Texte beeindruckend zu generieren, oder? Oft ist es am Anfang, man hat dann so wie eine sehr technologiezentrierte, sehr marketinggetriebene KI wird als Passwort genutzt, um modern zu werden. Und das ist dann wirklich der Unterschied zum Mehrwert, finde ich, ich nenne das die Proof of Concept-Falle. Es gibt viele Beispiele, man sieht es auch auf LinkedIn, wo jetzt neu mit Agenten, KI-Agenten, aber das zu operationalisieren im Unternehmen, also dann wirklich einzubinden in die konkret in die Prozesse des Unternehmens, dann mit den ganzen Daten etc. Das ist noch ein weiterer Schritt bis dorthin. Dann fehlende Integration, dann auch, du kennst sicher auch vom Gartner, es gibt ja diese Hype-Kurve, wenn etwas Neues kommt, also eben so die neueste Sau, die durchs Dorf getrieben wird, überhöhte Erwartungen, und dann braucht es halt ein Weilchen, bis man dann sieht, was ist wirklich realistisch, was ist das Potenzial. Und echter KI-Mehrwert heißt. Und deshalb ist für mich die Wertstromanalyse da auch so wertvoll, dass man das wirklich dann problemorientiert angeht. Entlang von realen Prozessen im Unternehmen, realen Values mit messbarer Wirkung, oft ist es ja nur heiße Luft, integriert, auch Daten, das heißt für mich echter KI-Mehrwert.

Dierk

Ja, das heißt, wenn ich das richtig verstehe, machst du nach wie vor einen Value Stream Analyse, du guckst dir den Wertstrom an, gemeinsam mit deinem Kunden und dann seht ihr auf Barsch dieser klassischen Analyse oder klassisch durchgeführten Analyse, wo klemmt es vielleicht ein bisschen, wo haben wir zu lange Liegezeiten, wo haben wir… keine vernünftige Durchlaufzeit, wo haben wir ein Bottleneck und so weiter. Und dann gehst du mit KI auf diese Problemstellungen zu und versuchst, diese Probleme, die ihr dort entdeckt habt, mit generativer KI zu lösen.

Alex

Ja, genau. Also die Wertstrom-Analyse ist ja nichts Neues. Es hat sich schon eine zweite Entwicklung, hat auch einen Revival bekommen mit der ganzen DevOps-Bewegung. Aber es ist schon, genau, es ist wie, ich denke, mit KI, generativer KI insbesondere, haben sich wie jetzt neue Spielräume eröffnet. Dinge, die man eben früher nicht angehen konnte. Also diese… Typisch alles, was man mit Text, Analyse, Zusammenfassung, man früher viel manuelle Arbeit und neu kann da KI unterstützen.

Dierk

Ja. Ja, jetzt haben wir eben schon ein bisschen über den aktuellen Marktstand gesprochen, also aus unserer jeweiligen Sicht. Du hast vom Gartner-Hype oder Gartner-Zyklus gesprochen, wo ich fast schon den Eindruck habe, dass die KI jetzt gerade wieder ein bisschen ins Tal der Tränen gelangt. Also die Erwartungen zu Anfang waren hoch, sind ja auch, ist ja auch, wie gesagt, ist ja immer so, es gibt immer erstmal hohe Erwartungen. Jetzt geht es ein bisschen nach unten, weil die Leute eben merken, Mensch, Was bedeutet das denn? Und es bedeutet eben nicht, sich einfach vor ein Chatbot zu setzen und eine Frage zu stellen und dann das Ergebnis sozusagen sofort umsetzen zu können oder so. Insofern ist es ja mit deiner Vorgehensweise schon so, dass man wirklich problemorientiert, lösungsorientiert vorgeht…. Was erlebst du denn in Unternehmen an Missverständnissen, wenn du jetzt kommst und sagst, Mensch, lass uns doch mit KI unterstützt dieses Problem angehen. Gibt es dann gleich das richtige Verständnis oder erlebst du, wie ich auch, eine ganze Reihe von Missverständnissen, von falschen Erwartungen,

Alex

Es hat sich natürlich über die Zeit ein bisschen verändert. Am Anfang war wirklich so, dass die Unternehmen vielleicht noch nicht so verstanden haben, was man damit, oder immer so im Sinne von realistischen Erwartungshaltungen, was man damit machen kann. Und inzwischen nutzt ja jeder generative KI, also im Sinne von Chatboten, so als Assistent. Aber da mal ist so typisch eben was realistische Erwartungshaltungen ist ein Punkt. Und das andere ist natürlich, oft ist ja mal, wenn man von außen kommt, Und ich versuche immer zuerst zu verstehen, das Unternehmen, welche Situation, und auch Kultur, Kultur ist etwas, was man respektieren muss, es ist einfach mal da. Und oft sind da Ängste da. Und die typische Angst mit KI ist, ja, mein Job wird obsolet, ich werde ersetzt. Und das ist ja… deutet für mich ein bisschen auf eine falsche Sicht, dass eben KI ist, dass eigentlich auch nur ein Tool unterstützt. Jetzt ist ein Riesenthema mit Softwareentwicklung, mit Vibe-Coding, das neu die KI codet. Aber das stimmt insofern nicht. Du brauchst immer noch einen Menschen, der eben die Outputs der KI kritisch hinterfragen kann. Man wird effizienter. Und das Missverständnis da, ich bin mein Job- dann los. Also ich meine, Automatisierung geschieht schon seit 200 Jahren, Industrialisierung, aber Jobs nicht weniger, was sind immer mehr geworden. Und es wird auch unterschätzt, glaube ich, eben so Daten, also das wenn man wirklich mit eigenen, oft geht es dann Unternehmensdaten, man will die reinbringen, oder Chatwiffer, und das ist eben schon noch, wird unterschätzt, glaube ich, auch Datenschutz, die Integration und alles.

Dierk

Und eben dann einfach nur andere Jobs oder veränderte Jobs. Ja, dann lass uns mal noch mal ein bisschen diese beiden Themen, Value Stream Mapping und generative KI zusammenbringen. Wie gehst du konkret vor, also vielleicht hast du auch ein paar Beispiele, wenn du entlang des Wertstroms Potenziale für generative KI identifizieren möchtest?

Alex

Ja, vielleicht auch ein Beispiel. Ich habe natürlich schon durch meine Historie, oder oft ist es so in IT-Abteilungen, und wenn wir dort von Wertströmen sprechen, oft geht es da von der Idee über die effektive Anforderung, Bauen, Testen, Deployen, Produktion. zusammen mit dem Business. Und da habe ich sehr, sehr viele, jetzt betrachten wir das mal unabhängig vom KI zuerst, sehr viele Value Stream Mappings durchgeführt. Und der erste Schritt, glaube ich, ist immer ganz entscheidend, den Scope zu setzen. Also, dass man sich im Klaren ist, okay, über welchen Value Stream sprechen wir jetzt genau. Weil wenn das zu Anfang nicht geklärt wird, dann kann es nachher einen riesen Durcheinander geben. Und dann über verschiedene Dinge. Also wir sagen, okay, wir sprechen jetzt, typisch wäre rund um einen Applikations-Service. Also beispielsweise können wir, was war das, eine Online-App, die es auch auf dem Mobiltelefon gab, die bestimmte Services zur Verfügung stellt, gewisse Funktionalitäten. Und dann… Was man dann macht ist, wenn man sagt, wir schauen uns für diesen Service, von der Idee bis im Produktionsarm und auch Support, schauen wir uns an. Und dann im nächsten Schritt überlegt man sich, ja gut, wer hat da alles ein Stake drin? Oft ist es ja so, ich meine, heute sprechen alle über Cross-Functional Teams, you build it, you own it, bis DevOps, sie sind alle in einem Team. Gut, abgesehen, dass das eh nicht realistisch ist. Und die Realität ist, man hat dann verschiedene Abteilungen, man geht hin, wer sollte da alles, was sind die Stakes, wer sollte alles da teilnehmen bei so einem Value Stream oder Wertstromanalyse. Und wenn man die mal identifiziert hat, man könnte jetzt direkt reingehen, in den Workshop zusammensitzen, sagen, ja, wo die Frage stellen, ja, wir arbeiten, wie arbeiten wir aktuell zusammen? Aber was wir dann, oder was ich jeweils gemacht habe, ist, so vorbereitet zum Workshop, einfach mal so Interviews, zum Beispiel ein Interview mit dem Produkt-Owner, so Fragen entlang des Wertstroms, einfach mal so feststellend, ohne zu werten, woher kommen deine Antworten, wie sprichst du mit dem Business, wo geht das hin, und dann mit den Entwicklern, wie arbeiten Produkte ohne, Testing, und dann mit all diesen Stakeholds, und dann versucht man eine sogenannte Auf Englisch sagen wir so, ich weiß gar nicht, wie wir es auf Deutsch sagen, so eine As-Is, ein As-Is-Value-Stream, also ein aktueller Wertstrom, wie arbeiten wir zusammen. Und mit dem geht man dann in den Workshop rein und entscheidend ist jetzt eben beim Workshop, weil das… die Wertschirmanalyse wurde stark durch das Lean-Management. Und Lean ist eben typisch, es gibt nicht irgendwo einen Consultant oder Manager, der sagt, so soll es sein, sondern da geht man dann auch als Externer mehr in die Rolle des Coaches und geht hin, okay, schau, das ist jetzt, haben wir bis jetzt festgestellt, so arbeiten wir aktuell zusammen. Und könnt ihr euch mit dem identifizieren? Habt ihr noch irgendwas hinzuzufügen? Und spannend ist eben schon bei diesem Schritt, wenn man ja nur mal darüber spricht, wie man zusammenarbeitet, gerade so in siloisierten Unternehmen, viele Probleme werden schon da gelöst. im Betrieb versteht plötzlich, warum sich der Produktowner so verhaltet, wie er sich verhält. Einfach mal diese, das, das ist so der, im Workshop dann der erste, und dann geht man hin, das ist sehr, würde ich sagen, sehr bodenständige Sache, oder? Jeder bekommt Post-its und dann raufschreibt, wo entlang dieses Wertstroms sind dann diese Fragen. Wo haben wir Qualitätsprobleme? Wo sind wir überlastet? Wo warten wir? Wo klemmt es? ja, auch Dinge, die man keine Lust drauf hat, etc. Und dann auch, jeder Teilnehmende hat dann die Chance, dann wird das visualisiert am Wertstrom, an der Wanda und dann sieht man bereits schon, okay, wo sind die Problempunkte. Dann ist so der nächste Schritt dann, sich zu einigen, okay, wo haben wir, was wollen wir als erstes angehen? Weil ich sage immer, weniger ist mehr, oder statt jetzt… Statt alle Herausforderungen auf einmal zu lösen, vielleicht dort, wo es am meisten klemmt, wo man auch das Gefühl hat, wo man mit wenig Aufwand was erreichen kann, clustert man diese Bereiche und geht dann one by one durch und sieht dann zum Beispiel, ah, bei der… wir haben die Herausforderung, dass wir im Sprint zum Beispiel nie unsere Sprintziele erreichen. Und man stellt sich an der Frage, warum ist das eigentlich so? Ah, okay, falsch geschätzt, vielleicht sieht man auch… Genau, genau. Genau, das ist dann im nächsten Schritt. Also könnte man, also wenn jetzt die Problemstellung da ist, der Softwareentwicklungsprozess, wir brauchen da wahnsinnig viel Zeit. Das ist die Frage, wie adressieren wir das? Ohne KI wäre das bis jetzt vielleicht ein bisschen schwierig gewesen. Aber in der Methodik, der nächste Schritt ist dann, dass man sagt, ja gut, was gibt es da für Möglichkeiten. Da muss man dann natürlich auch als extern, als Coach, dann vielleicht mal schon in die Rolle des Beratens sagen, du, ich habe dich schon mal über Vibe-Coding gesprochen. Ihr könnt direkt im Visual Code integriert oder mit Da gibt es verschiedene Lösungen dazu. Code ist sehr populär, wo ihr das integrieren könnt in euren Value-Steam und diesen Teil des Prozesses, wo ihr ja real viel Zeit verraten könnt, könnt ihr euch unterstützen. Das ist jetzt eine Möglichkeit. Oft dreht sich vieles, also ich bewege mich jetzt natürlich so immer an einem Beispiel von diesem DevOps-Value-Stream. Spannend wird es ja dann bei Business-Value-Streams. Da hatten wir das Beispiel, das war ein Sales-Team, das war für ein Industrieunternehmen, da kamen viele, also es ging um den Value-Stream von der Anfrage bis zur Offerte. Das war ein klar gescopter Value Stream. Wir haben festgestellt, wie arbeiten wir zusammen. Und eine Problemstellung war, dass die E-Mail, die Anfrage, die zu verstehen und die dann zu transformieren in ein strukturiertes CRM-System. Das hat viel Zeit gebraucht. Und da ist natürlich ein gefundenes Fressen für die KI. Da hat man hinten dran einen Bot, der das analysiert und in gewisses Format. Und da hat man dann Lösungen. Man hat konkret Time to Value oder auch Qualitätsgeräusche. Mit Metriken sprechen wir vielleicht auch noch darüber, wo man dann eine Verbesserung erzielt hat.

Dierk

Ja, das, lass uns da mal reingehen, weil das ist ja jetzt die Erklärung der Value Stream Methode. Wo und wie setzt du da generative KI ein? Also dass du da mal ein paar Beispiele bringst. Das heißt, das war jetzt mal ein Beispiel für den Einsatz. Gibt es auch ein paar andere Beispiele, wo du wirklich sagen kannst, hey, da haben wir durch das Value Stream Mapping, durch deine Vorgehensweise, wirklich sinnvolle, überraschende KI-Einsatzmöglichkeiten gefunden. Also, dass man Denn das, was ich bei dir rausgehört habe, ist, es geht darum mit deiner Vorgehensweise ja nicht darum, irgendein KI-Tool einzusetzen. Man könnte mal dieses mal jenes mal machen oder mein Kollege vom Golfplatz, der hat das und das eingesetzt. Also, dass man wirklich mit deinem Bein, dass man durch deine Methode rausgefunden hat, hey komm, da hakt es ganz besonders und da sollte man mal drüber nachdenken.

Alex

Also wenn man jetzt zum Beispiel, man kann es entlang von verschiedenen Value-Systemen, wenn wir jetzt bleiben bei Business IT bis DevOps Value-Systemen, zum Beispiel Testfallerstellungen aufgrund der Anforderungen, das ist auch etwas, wo man generativ, die traditionell viel manuelle Arbeit bringt, wo man generative KI einsetzen kann, dokumentieren oder auch Da habe ich zwar noch nicht wirklich selber erfahren, aber wenn man so Ideen, Produktideen, Visionen das so runterbrechen in Epics und User Stories. Ihr sagt, innerhalb von Value Streams haben wir einen Schritt. Dann spannend ist es generell in den Business-Value-Streams. Also wenn ich jetzt schaue, zum Beispiel die Lösung, die wir mit dem Start-up anbieten, da geht es dann darum in der Produktion von Werkzeugen, wo aktuell tatsächlich am Ende des Prozesses die Qualitätskontrolle, die findet manuell statt, also optisch, das ist vor allem bei den teuren Werkzeugen. Und da mit unserer Lösung kann man dann visuell, das ist jetzt nicht generativ, aber auch neuronale Netze dahinter, dann automatisiert, sagen, das ist gut, da hat es Ausbrüche drin, nicht gut. Und das auch wieder entlang des Wertstroms. Ja, genau für die Werkzeuge, aber für die zum Beispiel Werkzeugnutzer, Lohnfertiger, Auftragsfertiger, da geht es dann darum, die Frage, da gibt es Schritte, wo man Werkzeug austauschen muss, die sind relativ teuer, die werden notorisch einfach zu früh ausgetauscht, weil niemand etwas falsch machen will. Und mit unserer Lösung kann man das auf einen objektiven Level bringen, dann diese Entscheidung. Es gibt dann auch sehr branchenspezifische Gesundheitswesen, also diese Wertströme rund um von der Diagnose bis zur Therapie, wo dann vielleicht eine KI, es gibt also spezialisierte Modelle, die trainiert wurden auf Befunde, Und also Symptome daraus, ein Befund und dann Therapien, wo dann eben eine KI, ein Arzt unterstützen kann. Wieder als Unterstützung.

Dierk

Also hast du den einen der letzten Arbeitsschritte im Wertstrom entsprechend mit KI zu unterstützen? Du hast es schon gesagt, lass uns mal ein bisschen über Metriken und über eine Erfolgsmessung sprechen, weil das ja ein riesen Aspekt ist aus meiner Sicht bei der Wertstromanalyse. Wenn ich mir Wertströme anschaue, dass ich wirklich… nicht mit Vermutungen arbeite, nicht mit Einschätzungen. Das ist zwar auch mit drin, aber dann komme ich wirklich auf konkrete Zahlen. Ich habe konkrete Zahlen, ich muss konkrete Zahlen errechnen, um auch den Nutzen nachzuweisen. Hast du da ein paar Zahlen, hast du Erfahrungen, wo man durch den Einsatz von generativer KI, das ist ja das Thema dieser Podcast-Episode, wo man dort einfach bessere Metriken erreicht hat, also bessere Werte erreicht hat, wo man wirklich einen nachweisbaren Erfolg hatte.

Alex

In der Wertstromanalyse und jetzt unabhängig ob man dann den Wertstrom mit KI verbessert oder nicht, es gibt schon so klassische Metriken und zwar die eigentlichen Wertstrommessungen, nämlich vom Anfang bis zum Ende. Cycle Time, Time to Market, also wie lange geht es jetzt im Falle vom, ich habe den Offertprozess erwähnt, also von der Anfrage,… bis der Kunde die Offerte, das Angebot erhält, wie lange geht das? Ich glaube, das ist die ganz zentrale Metrik. Cycle Time, dann Wartezahlen, man kann auch innerhalb dieses Diese Metriker kann man dann noch Wartezeiten oder wie lange arbeiten die Leute daran, kann man messen. Aber was ich noch viel spannender finde, ist dann, ich spreche von der Nomenklatur, aber ich spreche dann vom sogenannten Outcome oder Realization Matrix. Sorry, dass ich die englischen Begriffe verwende, weil viele Kunden Englisch sprechen. Aber da geht es mir darum, der Wert, also nicht die Zeit, die es geht, bis es durchlaufen wird, sondern wie happy ist der Kunde damit. Oder Profit wurde damit, habe ich mehr Umsatz, mehr Profit. Das sind auch Metriken. Die Frage ist immer, wenn sich der Profit verbessert, ist das wirklich darauf zurückzuführen, dass ich da jetzt eine bestimmte Änderung im Wertstrom gemacht habe.

Dierk

Wenn ich jetzt, achso, ja, vielleicht nochmal auf die Methode und auf den Einsatz von generativer KI zu gucken. Du hast ja gesagt, das würde ich auch unterstützen, es ist sehr, sehr kommunikationsfördernd, wenn man solche Workshops mit Post-its macht, in Präsenz. Und Jetzt erlebe ich aber in meinem Business, also in meinen Trainings, aber auch in der Beratung, dass die Kunden immer noch online das durchführen wollen. Dass ich erlebe, dass viele Teams verteilt sitzen, also nur noch online, was heißt nur noch, also online zusammenarbeiten. Und dann kommen wir eigentlich sofort dazu, nach meiner Einschätzung, dass wir nicht mehr über solche haptischen Methoden sprechen, wie Zettel an der Wand kleben, sondern wir sprechen über digitale Abläufe. Wir sprechen darüber, dass wir so einen Workshop zum Beispiel digital gestalten, Das heißt, der erste Schritt wäre ja zu sagen, ich mache digitale Klebezettel, wenn die Menschen also digital zusammenarbeiten in so einem Value Stream Workshop. Es gibt aber auch Tools. Es gibt ja auch Tools, mit denen ich diese Wertströme erheben und visualisieren kann. Also wenn wir uns diese drei Möglichkeiten mal angucken, mit Post-its wirklich real an der Wand, mit Post-its auf einem digitalen Board, wie Miro, oder was auch immer es da gibt, oder mit einer entsprechenden Suite, mit einer entsprechenden Plattform zu arbeiten. Und Siehst du da Unterschiede im Einsatz von generativer KI? Weil du sagst ja, dass die generative KI einen Mehrwert bringt. Und ich kann sie ja an diesen drei Stellen einsetzen.

Alex

Also genau diese drei, das sind ja unterschiedliche Wege, das macht die Leute physisch entweder alle in einem Raum, was ich immer auch die beste Variante finde, man sieht sich auch, man sieht zueinander, man kann diskutieren, man kann… Aber online, also damals Corona, das waren wir gezwungen, auch solche Formate zu machen. Mit Miro habe ich da Erfahrung gemacht. Miro ist natürlich super für das. Man kann auch so virtuelle Post-its, man kann da rumschieben, Prozesse. Und am Anfang ist das für die Leute vielleicht ungewohnt. Irgendwann wird es dann normal. Es gibt auch Unternehmen, Also ich habe, das ist jetzt auch ein öffentlicher Case, ich habe auch über Value Stream Mapping schon am DevOps Meetups gesprochen, zum Beispiel mit der Swiss Re zusammen, viele Value Stream Mappers, und die sind von jeher, die sind extrem international, da gibt es praktisch keine Teams, auch vor Corona nicht, die an einem Tisch, also so am gleichen Raum. Und das ist halt ein Teil der Kultur, dass man dann solche Tools verwendet dann. um zu verstehen, wie arbeiten wir zusammen, wo Clams können wir verbessern, mit oder ohne KI einzusetzen. Ah, okay, du meinst die Tools selber, die KI einbehalten?

Dierk

Ja, weil die Frage ging so ein bisschen in die Richtung, das erleben wir alle, überall ist jetzt KI drin. Also jeder Anbieter sagt, dass in seinem Tool jetzt KI drin ist. Ich glaube, das ist Ich meine Tools auch selber, weil ich habe immer das klassische Beispiel von meiner kleinen Stratego-Spiele-App. Die wirbt seit Jahren auf dem Handy, wirbt seit Jahren mit, man kann gegen die KI spielen. Aber wenn man weiß, was KI ist und sich das dann so anschaut, dann sieht man, da ist nichts mit KI drin. Also das ist nur ein Titel, da ist nur so ein Dings draufgeklebt, weil man es damit besser verkaufen kann. Also ich will so ein bisschen darauf hinaus, wo Wo kann eine KI besser nutzen? Oder wo kann man eine KI besser nutzen? Wo kann sie helfen? Sie kann dir als Workshop-Moderator helfen. Das hast du ja schon ein bisschen ausgeführt. Jetzt würde ich so ein bisschen auch vielleicht ein bisschen in die Zukunft gucken. Wo kannst du dir vorstellen, könnte man Value Stream Mapping mit KI grundsätzlich ein bisschen aufpeppen, ein bisschen besser machen und vielleicht nicht nur aufpeppen, sondern auch wirklich noch wertvoller machen?

Alex

Ja, also das ist noch eine interessante Frage. Ich meine, KI, also jetzt im Sinne von integrativer KI, die ist ja gut, in Texte generieren, zusammenfassen. Und da kann ich mir schon vorstellen, ich habe es jetzt selber noch nie so genutzt, aber das dann Meeting oder Gespräch, es wird zusammengefasst von der KI. Das könnte einen Mehrwert bringen. Kann ich mir vorstellen, ja. Was natürlich schon, da denke ich jetzt ein bisschen weiter, weil man muss auch sehen, was sind die Limitationen von Value Stream Mapping. Value Stream Mapping kommt aus dem Lean Management, das ist so Continuous Improvement. Man hat einen Wert schon, man verbessert da, man verbessert dort. Und es gibt da den berühmten Spruch, die Glühbirne wurde nicht durch die kontinuierliche Verbesserung der Kerze erfunden. Das ist wirklich doch gut. Was eben eine Limitation manchmal ist, Value Stream Mapping ist, Man bewegt sich gedanklich und es hindert ein bisschen Out of the Box. Manchmal muss man auch Lösungen radikal neu denken. Typisch ist ja im DevOps, in dem wir automatisieren, noch dort ein bisschen…. Okay, wir bauen jetzt eine komplett neue Plattform, Container-basierte und da werden wir mit neuen Prozessen, mit neuen Leuten, Das ist dann mehr Revolution. Und ich glaube, bei der KI gibt es manchmal Lösungen, wo ich jetzt zum Beispiel dieser Offert-Prozess, statt dass ich diesen kleinen Schritt, ich lasse mir die Anfragen zusammenfassen, vielleicht gibt es eine Lösung, die das einfach auf sehr innovative Art und Weise den Welles ganz anders löst. Ja, nein, man muss dann einfach, ich meine damit, dass dann, manchmal ist eben der Value Stream Mapping oder Wertschirm Analyse, das ist nicht der richtige Weg. Also wenn man manchmal machen, etwas ganz neu denken will, dann ist es nicht so kontinuierlich, von so bottom up, das Bestehen, sondern manchmal ist es gut, manchmal auch das Bestehende zu vergessen und etwas neu zu denken.

Dierk

Macht. Ja, ja. Und da Könnte ich mir vorstellen, dass das mit einem KI-Einsatz so eine Limitation ist, und du hast ja auch gerade von Limitationen gesprochen, dass ja eine KI immer nur auf vergangenem Wissen aufbaut. Sie erkennt Muster und sie muss trainiert werden. Und diese kreativen Lösungen, die ja so etwas beinhalten, was wir Menschen besser können oder noch besser können als eine künstliche Intelligenz, also kreativ sein, Bewusstsein haben für etwas, dass dort zwar ein KI-Einsatz, Texte generiert, Zusammenfassung generiert, dass man mit einer KI auch vielleicht Dinge durchspricht, also dass man eine KI quasi als einen Gesprächspartner sieht, aber wenn es darum geht, diese radikalen Lösungen zu denken, so habe ich dich verstanden, da würdest du eine KI eher nicht sehen. Wenn ich jetzt nochmal so ein bisschen auch in die Zukunft gucke oder in die Praxis gucke, wir haben ja darüber gesprochen, dass KI ein Hype ist gerade. Der Meinung bin ich auch. Ich persönlich bin der Meinung, dass dieser Hype jetzt gerade so in dieses Tal reingeht, dass die Leute eben auch die Unternehmen merken, was das bedeutet. Also, es kommt nur Alex Sichtenberger daher und sagt, hey, ich mache jetzt Value Stream Mapping, mache ich mit generativer KI zusammen. Was erwartest du denn auf der anderen Seite, also bei deinen Kunden, was sie an Wissen mitbringen müssen für generative oder übergenerative KI?

Alex

Ich glaube, die Hürden sind relativ niedrig, weil jedes Unternehmen hat ja Value Streams. Wichtig ist einfach mal die Bereitschaft. Am Anfang ist das vielleicht ein Experiment, dass man sich das rauspickt, so ein Value Stream, die Leute zusammentrommelt. Und dann muss man halt die Fähigkeit, die es braucht, das… wo die Voraussetzung ist, dass dann die Leute dabei sind oder die dann Stake drin haben. Was ich dann auch schon gemacht habe, ist, weil eigentlich müssen sie noch nicht viel über KI wissen, was man dann einbauen kann in so ein Value Stream Mapping, so wie ein Teaser oder eine Awareness Session, wo man sagt, schau, das generative KI, das ist aktuell möglich, vielleicht dann auch branchenbezogenen, Es gab ein Beispiel mit der Fertigung, die ich gemacht habe. Und das inspiriert dann so ein bisschen, auch wenn es dann darum geht, wenn es irgendwo klemmt und man ist auf der Suche nach Lösungen. Man sieht, ah, da kann doch KI unterstützen. Also mit anderen Worten, es braucht eigentlich nicht so viel. Denke ich.

Dierk

Okay, weil ich hätte mir das überlegt, dass man auf jeden Fall, klar, man muss über den Einsatz oder die Einsatzmöglichkeiten von KI sozusagen etwas wissen. Man muss ein bisschen sich etwas vorstellen können. Was ich aber auch wichtig finde, ist, dass man sich über die Grenzen der KI bewusst wird und dass man zum Beispiel um Also ich könnte mir vorstellen, dass man sagt, okay, hier, das ist das Ergebnis. Wir haben jetzt hier einen Vegas Stream Mapping Workshop gemacht. Wir haben das Ergebnis. Wie gefällt dir das? Also ich könnte ja eine KI fragen, wie sie das bewertet. Das könnte ich machen. Jetzt muss ich aber sagen, aber, liebe KI, jetzt gib mir eine erste Antwort und dann sage ich mit einer zweiten Frage hinterher, so und jetzt bewerte mal deine Antwort. etwas kritischer, weil wir ja alle wissen, dass KIs sehr gerne sehr nett und sehr positiv sind. So, das heißt also, wenn die mir sagt, das ist eine gute Idee, dann würde ich es erstmal in Frage stellen und würde sagen, ey, liebe KI, nee, also natürlich muss man vorsichtig sein, man darf auch mit der KI, darf man natürlich höflich umgehen, aber dann sagt so, und jetzt guck das Ganze bitte mal kritisch an. Ist das wirklich so gut, wie ich es empfinde und wie du es gerade kommentiert hast?

Alex

Ja, das finde ich noch einen spannenden Ansatz. Es geht ja um die Frage, wie kann KI unterstützen, in so einem Workshop. Das ist also irgendwie dann eine andere Frage, wie kann KI unterstützen, um zum Beispiel den Wertstrom selber zu beschleunigen, also in den Prozessen, in den Values zu beschleunigen. Und was ja auch typisch ist, der KI, die wurde ja trainiert mit Daten, der KI fehlt aber oft, sagen wir, der unternehmensspezifische Kontext. Also kommen dann oft, sagen wir, generische Antworten, also eine Bewertung, sagen wir schon, vielleicht aus Best-Practice-Sicht, aber die nicht unbedingt jetzt mit der konkreten Problemstellung zu tun hat, in dem die Unternehmen drin ist.

Dierk

Na gut, und wenn ich jetzt ein bisschen auch in die Zukunft gucke, da könnte ich mir vorstellen, dass man ein Modell hat, eine KI hat, die mit vielen, vielen Daten trainiert worden ist, also mit echten Valuestream-Mapping-Daten. Und deswegen habe ich auch gefragt, eben nach einem Anbieter. Also wenn ich als Anbieter für eine Software zum Valuestream-Mapping unterwegs wäre, also wo ich wirklich Vagostreams erhebe, visualisiere, dass ich sagen würde, komm, ich brauche die Daten, weil Daten sind ja das Gold, sind ja das Geld und dann würde ich eben sagen, ich biete etwas an, damit die Menschen, die mit meiner Software arbeiten, wirklich konkrete Vorschläge bekommen, die vielleicht sogar schon relativ auf die Branche zugeschnitten sind, weil man Vergleichsdaten hat, mit denen man die KI trainiert hat.

Alex

Genau, wenn Daten, wenn die Daten da sind, KI ist nur so gut wie die Daten, mit denen sie gefüttert worden ist…. Und da ist auch in dem Kontext, man kann ja noch einen Schritt weiter gehen, also vom Mapping hin zum Value Stream Management. Weil Value Stream Mapping, so wie ich es erklärt habe, ist so eine eine einmalige Angelegenheit, einen schönen Workshop, oder? Wenn du Glück hast, passiert nachher, also wenn du Glück hast, das landet irgendwo im Backlog, das bekommt Priorität, die Leute arbeiten daran, aber oft ist einfach dann passiert dann nichts, aber dann Value-Strip-Management ist ja dann die Idee, dass man dann diese Metriken, über die wir gesprochen haben, auch nutzt, um den Values, den Wertstrom zu steuern, oder? Also dass man im Bereich DevOps gibt es, also diese Suiten, die laufend schauen, wie lange der Build-Prozess, Test-Failer hat, etc. Und dann haben wir so einen Dashboard, man sieht jederzeit, wie sich die Metriken, und das geht dann sogar Richtung Governance, und dann, wenn es irgendwo mal in eine falsche Richtung geht, dann, dass man sich die Frage stellt, ah, okay, warum war das jetzt so, dann ist dann vielleicht wieder ein Value Stream Mapping Workshop angesagt.

Dierk

Ja, denke ich, wir sind also einmal schön durchgegangen durch das ganze Thema. Gibt es irgendetwas, das ist ja immer so meine Abschlussfrage an meine Gäste, gibt es irgendetwas, wo du sagst, Mensch, das hast du noch nicht gesagt, das möchtest du nur darauf hinweisen oder wo du nochmal eine kleine Zusammenfassung geben wirst. Also insofern würde ich sagen, Feuer frei für deine letzten Worte in dieser Podcast-Episode.

Alex

Ja klar, man könnte noch über so viel sprechen, wir haben viele, denke ich, gemeinsam mit dem. Aber schon noch etwas, was ich sagen möchte, ist, dass oft ist eben dieser Ansatz nicht der richtige, weil es kommt auf den Arbeitskontext drauf an. Also wenn wir von repetitiver Arbeit sprechen, also eben diesen Value Streams oder die wiederholbar relativ geringe Variation, also eben vom Auftrag bis zur zum fertigen Produkt, Anfrage bis da, Störung bis Störung. Da ist Value Stream Mapping geeignet. Aber oft, und so hat ja auch ChatGPT angefangen, sprechen wir von anderen Arbeitskontexten, nämlich sogenannten Wissensarbeiter, Knowledge Worker. Da geht es dann nicht unbedingt um ein Value Stream, sondern ich… Das ist ja oft in dem Kontext, wo wir uns bewegen. Wir haben eine Problemstellung, die ist vielleicht einmalig und wir müssen dazu eine Lösung finden. Und dort hilft uns der Value Stream nicht, aber dort hilft uns natürlich die KI, einfach uns Antworten zu geben. Und dort ist aber der Ansatz ein ganz anderer. Dort geht es darum, dass ich mit der KI richtig umgehen kann. Also Stichwort Prompt Engineering, Kontext Engineering, das jetzt neu kommt. Aber das ist dann, was ich damit sagen will, in dem Szenario, wo man sich bewegt, ist dann Valuestream Mapping nicht das Richtige. Und was neu jetzt auch kommt, sind natürlich Agents, weil dort am Agent gibt man ja nur das Ziel vor und der findet dann den Weg dorthin autonom. Das ist dann auch noch eine spannende Angelegenheit. So jenseits von Value Streams, würde ich mal sagen. Ergänzung, ja. Dort, wo es Sinn gibt, genau. Da wird jetzt auch gehypt, ob dann wirklich so viele Anwendungsfelder gibt, wie oft gesagt, da bin ich mir nicht so sicher.

Dierk

Sehr schön. Oder auch als Ergänzung zu Value Streams, dass der auch da wirklich drauf schaut. Sehr schön. Ja, ja. Danke, Alex. Das war jetzt die 45. Episode. Jetzt wieder ein Hinweis an meine Zuhörenden. Also ich freue mich auf eure Fragen, auf euer Feedback. Da könnt ihr mir Kommentare schreiben unter die Episode. Je nachdem, wo ihr diese Episode hört. Es gibt ja die unterschiedlichsten Podcast-Portale, wo man das hören kann. Ihr habt auch vielleicht Fragen. Euch hat euch diese heutige Episode zu irgendetwas inspiriert, dass ihr eine Frage habt. Also insofern dürft ihr euch gerne bei mir melden mit Fragen, die ich auch vielleicht mal hier in so einem Podcast, in so einer Episode thematisieren kann. Ganz wie der Untertitel verspricht. Kleine Nadelstiche für ein lebendiges und erfolgreiches Business. Vielen Dank, Alex.

Alex

Danke dir, Dierk, dass ich da dabei sein durfte. Vielen Dank.

 

Warum soll ich in Zeiten von KI noch lernen?

Warum soll ich in Zeiten von KI noch lernen?

Titelbild Podcast Business Akupunktur

Iris Komarek über menschliches Lernen

Das menschliche Lernen kann KI gar nicht ersetzen. Es wäre sonst ja nicht mehr menschliches Lernen, sondern künstliches Lernen.

Iris Komarek über den Antrieb zum Lernen

Menschen lernen nicht, weil sie müssen, sondern weil sie neugierig sind.

Iris Komarek über Motivation zum Lernen

Neugier ist der Motor, der uns auch in einer Welt voller KI immer weiter antreibt.

Iris Komarek über lebenslanges Lernen

Lebenslanges Lernen ist für mich der Schlüssel zu persönlichem Wohlbefinden und Erfolg.

Iris Komarek über die Unterstützung des Lernens

KI kann unterstützen, aber das menschliche Lernen niemals komplett ersetzen.

Zusammenfassung

In dieser besonderen Episode von „Business Akupunktur“ begrüße ich Iris Komarek, die mich schon zu Beginn der Corona-Pandemie inspiriert hat, mein Trainings- und Coaching-Angebot erfolgreich ins Digitale zu übertragen. Iris lebt die Mission, Menschen für das Lernen zu begeistern und ihnen Wege zu zeigen, wie Bildung zu persönlichem Wohlbefinden, Team-Performance und einer besseren Gesellschaft beiträgt – eine Haltung, die ich voll und ganz teile.

Gemeinsam sprechen wir darüber, wie sich Lernen im Zeitalter von KI verändert und warum menschliche Fähigkeiten, Neugier und lebenslanges Lernen weiterhin unverzichtbar bleiben. Iris gibt praxisnahe Tipps, wie wir KI sinnvoll nutzen können, ohne dabei unsere Eigeninitiative und Lernfreude zu verlieren. Besonders spannend sind ihre Beispiele, wie menschliches Können der KI überlegen bleibt und wie wir uns motivieren, immer weiter Neues zu entdecken.

Ich lade dich herzlich ein, in diese Episode reinzuhören und dich von Iris’ Begeisterung und unseren Impulsen anstecken zu lassen. Lass uns gemeinsam kleine Nadelstiche für ein lebendiges und erfolgreiches Business setzen – und entdecke, wie Lernen auch in digitalen Zeiten Freude und nachhaltigen Erfolg bringt.

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Transkript der Episode

Dierk

Herzlich willkommen zur 44. Episode des Business Akupunktur Podcast mit dem Titel „Warum soll ich in Zeiten von KI noch lernen?“ Ich freue mich auf dieses Thema und meine Gästin Iris Komarek. Iris kenne ich seit Beginn der Corona-Pandemie. Ich erinnere mich noch genau daran, wie sie mich in einem sehr kurzen und sehr einfachen Webinar im Rahmen einer DVCT-Reihe motiviert hat, meine Trainings und Coachings auch online anzubieten. Kleine Erklärung am Rande, der DVCT ist mein Berufsverband für Coaches und Trainer. Mir ging es mittlerweile vor fünf Jahren, das ist ja schon doch ein bisschen länger her, wie so vielen anderen Trainerinnen auch. Präsenztrainings waren von einem Tag auf den anderen nicht mehr möglich. Und wenn ich das Webinar und die Aussagen bzw. Botschaften von Iris heute nochmal kurz zusammenfassen sollte, würde ich sagen, Training und auch Coaching ist online problemlos möglich. Ich mache das seit Jahren. Sie hat in diesem Webinar die positive Botschaft vermittelt, stellt euch nicht so an und noch eine Reihe von einfachen und wertvollen Tipps gegeben und mir damit den Weg zu einem wesentlichen Teil meines heutigen Geschäftsmodells geebnet, nämlich gute Trainings und hilfreiches Coaching online durchzufügen. Derzeit lasse ich mich von Iris zum zertifizierten Lerncoach ausbilden, natürlich online. Den Link zur Ausbildung packe ich einfach für die Interessierten in die Show Notes. So, dann lass uns starten, Iris.

Ich beginne mal mit einer kurzen Vorstellung von dir. Deine Mission ist es, dass Menschen gerne und erfolgreich lernen, für ihr persönliches Wohlbefinden und weiterkommen, für eine bessere Team-Performance, für eine bessere Gemeinschaft und Gesellschaft. Gute Bildung bedeutet Nährboden für Gutes. Mir gefällt diese Mission übrigens sehr gut, das ist vielleicht nicht so wichtig, aber mir gefällt sie.

Iris, herzlich willkommen und vielen Dank für deine Zeit. Habe ich bei deiner Vorstellung etwas vergessen?

Iris

Dierk, vielen herzlichen Dank, dass ich mit dir dieses Gespräch führen darf. Ich finde, du hast alles gesagt, was man über mich wissen muss und wir werden ja im Laufe der Zeit noch ein bisschen mehr über mich und meine Themen erfahren.

Dierk

Jawohl, super. Meinen Gästen stelle ich zu Beginn immer die Frage, was hast du gedacht, als du zum ersten Mal den Titel Business Akupunktur dieses Podcast gehört hast?

Iris

Tatsächlich habe ich als allererstes an eine Kreativitätstechnik gedacht, die heißt Bissoziation. Man nimmt zwei Begriffe, die völlig unabhängig voneinander sind und schaut, wie kann man sie zu einem sinnvollen Ganzen zusammenfügen. Und da dachte ich mir, oh, das ist aber gelungen. Nächst mal ja völlig unterschiedlich und durch diese Minimax-Haltung, minimale Aufwand, maximale Wirkung und das aber von einem Experten, von einem Profi, passt es wunderbar.

Dierk

Super, perfekt. Ja, das hast du auch sehr gut erkannt oder zusammengefasst. Es geht um den Profi, nicht irgendwelche Nadeln irgendwo reinpiksen, weil wenn man da keine Ahnung hat, da kann man auch schon ein bisschen was kaputt machen. Also mindestens keine Wirkung hervorrufen.

Gut, Iris, ich habe es ja eben schon ein bisschen angedeutet, du bist als Lehrende tätig, du bildest Menschen aus zum Lerncoach, unter anderem, du machst ja noch ein bisschen mehr. Dann lass uns mal mit einer ganz einfachen, mit einer einfachen, auch persönlichen Frage anfangen. Wie hat sich dein eigenes Lernen durch den Einsatz von KI verändert?

Iris

Ich kann sagen, es hat sich gar nicht so wahnsinnig viel verändert, außer dass ich an bestimmten Stellen in meinem persönlichen Lernprozess KI sehr gerne nutze, weil es das Ganze einfacher und praktischer macht. Zum Beispiel, ich lerne gerne so, wenn ich etwas Neues irgendwo aufschnappe und ich möchte tiefer einsteigen, dann ist es mir total wichtig, erstmal so einen ganz groben Überblick zu haben. Und diesen groben Überblick, anstatt ihn mir selber mühsam zusammenzustellen, kann ich das jetzt innerhalb von zwei Minuten durch KI machen lassen. Das ist die erste ganz wichtige Stelle. Die zweite wichtige Stelle, wo ich KI einsetze und was sich dadurch wirklich verändert hat, ist, dass ich noch viel mehr in die wissenschaftliche Tiefe gehen kann. Also ich arbeite gerne wissenschaftsbasiert und die Recherche dazu fand ich immer sehr, sehr aufwendig. Und das ist jetzt sehr viel leichter geworden. Das gibt mir ein gutes Gefühl, dass ich da einfach eine Bandbreite habe an Studien, auf die ich dann nochmal verweisen kann, tief eintauchen kann. Das sind so die zwei ganz wesentlichen Unterschiede.

Dierk

Du hast gesagt, einfacher, also damit auch schneller. Und wenn ich da so mal mein Lernen dagegen reflektiere, dann würde ich nochmal ergänzen, dass das Lernen für mich dann auch besser wird, also die Ergebnisse werden besser. Du hast es gesagt, man kann die Quellen heranziehen, wenn man natürlich mit den richtigen Tools arbeitet. Wahrscheinlich arbeitest du genau wie ich sehr viel mit Perplexity. Das nutze ich nämlich, weil ich die Quellen dann sehe und die Quellen nochmal überprüfen kann.

Also ich glaube auch, bei mir stelle ich das fest, die Ergebnisse werden besser, weil man einfach schneller das Gesamtpaket bekommt an Informationen, aber auch vielleicht mehr Informationen und das kann man dann sich so ein bisschen sozusagen zusammensuchen, auseinanderfummeln und so weiter. Also das ist meine Ergänzung dazu, das wird besser, das Lernen wird besser, die Ergebnisse werden besser.

Jetzt habe ich eben gesagt, du bildest zum Lerncoach aus und ich habe ja gesagt, ich bin in der Ausbildung mittendrin. Was heißt mittendrin? Wir sind fast fertig, also je nachdem. Also es ist nicht mehr weithin.

So, wie nutzt du denn KI für das Lerncoaching, also für die Ausbildungsarbeit im Lerncoaching? Natürlich hast du klar gesagt eben, die Themen, die du reinbringst, die recherchierst du mit KI, aber gibt es noch andere Punkte, wo du KI nutzt für Lerncoaching, für deine Ausbildung?

Iris

Also für die Ausbildung jetzt aus der Sicht der Ausbilderinnen sind also auf der einen Seite so ein bisschen KI nochmal nahe bringen für die Coaches, dass sie auch KI in das Lerncoaching integrieren können. Das ist so das eine. Und das andere ist, man kann sich so die ein oder andere Idee geben lassen für eine andere Variante von Vorstellungsrunde oder so für den Transfer, wie kann ich den Transfer gestalten, dass ich auch wirklich gut als Lerncode starten kann. Da habe ich schon immer wieder an der einen oder anderen Stelle KI genutzt. Und trotzdem würde ich sagen, da ist 90 Prozent IK, Iris Komarek, mit 10 Prozent KI.

Dierk

Ja, das ist natürlich praktisch. Stellst du Veränderungen bei den Teilnehmenden fest? Also das wäre sozusagen eine kleine Anschlussfrage daran. Die habe ich mir zwar schon länger vorbereitet, aber ich bin letzte Woche quasi, habe ich etwas erlebt. Das würde ich dann gleich berichten. Aber erstmal habe ich die Frage an dich. Stellst du Veränderungen bei den Teilnehmenden fest?

Iris

Also was ich gedacht habe, das was passieren wird, dass wenn Teilnehmende Videos anschauen, wenn sie die Activities dazu machen, dass sie dann vielleicht KI nutzen, indem sie sagen, okay, jetzt gebe ich mal das Transkript des Videos hinein und die Fragestellung dazu und dann lasse ich mir was ausspucken.

Dierk

Ja, interessant.

Iris

Und das ist bisher vielleicht zweimal passiert und sonst nicht. Und das fand ich sehr interessant, hat mich auch sehr gefreut, weil natürlich, sonst lernt man ja nichts, wenn man KI für einen arbeiten lässt und dann da einfach so ein Ergebnis erzielt. Und ich meine es noch wirklich erkennen zu können.

Dierk

Weil, das ist ja schon eine der ersten Antworten auf die Frage, warum soll ich überhaupt noch lernen durch KI? Weil man mit KI, ja, ich sag mal, man kann sich unterstützen lassen, aber KI wird einem die eigene Gehirnleistung nicht abnehmen, das sind die eigenen Gehirnwindungen reinzubringen. Ja, denn das, was ich erlebt habe letzte Woche, ich habe ein Training gehabt, wo ich nach jeder kleiner Lektion eine Übung hatte für die Teilnehmenden. Und bei der ersten Übung, da ging es auch, dass sie so ein bisschen sich Gedanken machen sollten, dass sie etwas Trans, also dass sie Transferwissen quasi aufbauen sollten. Ja, und was war? Die Antwort, die kam bei der einen Gruppe war, sehr kreativ. Sie war sozusagen gefühlt nicht ganz richtig, aber sie war sehr kreativ und man hat gemerkt, sie haben sich damit beschäftigt. Und dann sage ich auch, es gibt ja keine richtigen Antworten, es gibt passende Antworten, sie haben gelernt, sich damit auseinanderzusetzen. Und da kann ich ja als Trainer immer noch sagen, hier, guckt mal, könnt ihr das mal so oder so sehen? Und die andere Gruppe, die hatten wohl zu Anfang technische Schwierigkeiten, irgendwie reinzukommen.

Und dann haben sie nur noch vier Minuten Zeit gehabt und haben wohl gedacht, wir müssen eine Lösung liefern und haben eben Perplexity gefragt. Das hat man gesehen, weil sie den Text einfach so reinkopiert haben in mein Conceptboard und haben vergessen, am Ende dieses Fazit rauszunehmen. Daran kann man ja Perplexity aktuell sehr gut erkennen. Also ich habe auch gesagt, die Antwort ist gefühlt richtig, aber ich habe den Eindruck, dass ihr, ich habe es anders formuliert, die Aufgabe nicht verstanden habt. Die Aufgabe war nämlich nicht, eine richtige Lösung zu finden, sondern euch damit zu beschäftigen. Also das heißt für mich, da muss ich dann auch zukünftig, werde ich darauf hinweisen. Ich werde sagen, ihr könnt KI nutzen, bringt euch aber nicht viel.

Iris

Super Beispiel.

Dierk

Die Frage ist ja immer, warum soll ich in Zeiten von KI noch lernen? Und letzten Endes hätten wir diese Frage vor, weiß ich nicht, 10, 15 oder 20 Jahren, ich weiß gar nicht, wann das mit diesen Google-Suchmaschinen losging, auch stellen können. Da war das Suchen nach Informationen eigentlich genauso eine Veränderung. Die Menschen konnten das eben über Google suchen oder andere Suchmaschinen und mussten nicht mehr unbedingt Bücher kaufen oder sich selber durch Webseiten klicken, also selber suchen.

Jetzt ist es einfacher, komfortabler geworden. Da ist die Frage, glaubst du, dass KI irgendwann das menschliche Lernen komplett ersetzen kann oder weitestgehend ersetzen kann?

Iris

Nein, niemals. Und zwar deswegen, weil das schon in der Frage drinnen steckt, das menschliche Lernen kann KI gar nicht ersetzen. Weil sonst wäre es ja nicht mehr menschliches Lernen, sondern künstliches Lernen.

Das Ergebnis eines Lernprozesses, ja, da glaube ich, das wird es zu 100 Prozent ersetzen können. Aber dann ist es eben genauso wie bei dem Beispiel, das du vorhin beschrieben hast. Dann haben wir Ergebnisse, wir haben Lösungen, die durchaus völlig korrekt sein können, die sogar noch besser sein können als vorher. Aber es hat eben nichts mehr damit zu tun, dass wir in einen Lernprozess gehen.

Und von daher, das menschliche Lernen wird es niemals ersetzen. Gleiche oder noch bessere Lernergebnisse erzielen, das traue ich KI voll und ganz zu. Die Frage ist nur, wollen wir das?

Dierk

Was wäre denn deine Antwort darauf?

Iris

Nein, wollen wir nicht. Tatsächlich aus zwei Gründen. Das eine ist eher so ein bisschen eine kognitive Sache. Wir brauchen Menschen, die immer noch überprüfen können, ob das Ergebnis auch wirklich richtig ist. Wir können es nicht alleine laufen lassen, sondern wir brauchen Menschen, die es selbstständig im Kopf haben, um zu testen und zu prüfen und eben um zu sagen, ja, das geht in die richtige Richtung und das ist korrekt. Wir brauchen einen Überprüfungsmechanismus. Und das kann nicht nur, wenn ich auch selber es erlernt habe und nicht nur wieder mit einer anderen rein technischen Überprüfungsmaßnahme durchführe. Wir brauchen Vertrauensmenschen, die Informationen und Wissen und Ergebnisse auf menschliche Weise übermitteln können.

Dierk

Und diese menschlichen, hast du es menschlichen Vertrauensleute genannt, die würde ich Experten nennen. Also Experten in welcher Form auch immer. Das könnten Experten sein, die quasi gelernt haben, diese Ergebnisse zu überprüfen, also rein technisch gesehen, aber die trotzdem auch ein bisschen Expertenwissen in diesem jeweiligen Gebiet haben müssen.

Iris

Ja, und ich würde sogar sagen, nicht nur ein bisschen Expertenwissen haben sollten, sondern ein fundiertes Expertenwissen haben werden, weil wir nicht dazu hinkommen sollen, dass wir alle mit so KI-Halbwissen durch die Gegend laufen, sondern es braucht auch noch Menschen, die das möglichst volle Expertenwissen haben.

Dierk

Ja, und da kommt natürlich jetzt dann so ein bisschen die Problematik, die Herausforderung. Wie können wir diesen Experten glauben? Weil es Menschen gibt, die sich sicherlich Halbwissen aneignen können oder Viertelwissen, vielleicht ist es ein bisschen weniger, und die das gut verkaufen können. Und insofern glaube ich auch, das wäre sozusagen meine Ergänzung zu deiner Antwort, Menschen wie du, die eben auch über Jahre hinweg gezeigt haben, dass sie Experten sind und nicht mal in einer kleinen Videoserie oder wo auch immer, dass wir so eben kurz aus dem Ärmel sind, sondern die wirklich bewiesen haben durch ihren Lebenslauf, durch ihre Tätigkeiten, durch ihre Aussagen, was weiß ich. Also es gibt ja viele Möglichkeiten, die das unter Beweis gestellt haben und die dann gerne auch KI nutzen können für ihre Unterlagen. Also ich habe lange überlegt, wenn ich meine Unterlagen erstelle, das mache ich auch mit KI, schreibe ich das dazu oder nicht dazu? Und in der Anfangsphase war ich ein bisschen zurückhaltend, weil ich gedacht habe, naja, dann glauben die Menschen, dass ich es selber nicht kann. Mittlerweile ist es für mich eigentlich eher ein Qualitätsmerkmal, dass ich sage, wenn ein Trainer heute noch Unterlagen erstellt ohne KI, also wirklich ohne KI, dann hat er sozusagen die neueste Methode nicht gelernt, also dann ist er veraltet an der Stelle und wenn er es tut und nicht aufschreibt oder nicht preisgibt, sozusagen keinen Hinweis gibt, dann ist es einfach auch nicht fair den Teilnehmenden gegenüber. Also insofern steht bei mir auf all meinen Deckblättern, erstellt, ich sage mal ganz platt von mir und mit Unterstützung von KI.

Iris

Super. Und ich glaube, die wahre Expertise, die zeigt sich dann in allen möglichen Live-Kontexten. Nicht in Videos, sondern tatsächlich so wie hier jetzt in einem Live-Kontext, wo wir in einem Austausch sind, auf einer Bühne, in einem Seminarkontext. Dann kann man erkennen, ist es eine wahre Expertise oder ein wahrer Experte oder nur ein Schauspieler.

Dierk

Oder ein Schnacker, hatten wir ja im Vorgespräch. Ein Schnacker, für die nicht Norddeutschen, Dampfplauderer, richtig.

Also, wir hatten eben schon gesagt, Expertenwissen ist dann eine Fähigkeit oder ein Aspekt, den wir beachten sollten. Gibt es weitere Fähigkeiten, weitere Aspekte, die du nennen würdest, die Menschen trotz KI noch selbst beherrschen sollten oder vielleicht auch nur können?

Iris

Ja, das ist genauso dieser zweite Aspekt noch, der über dieses, ich sage mal, kognitive Bescheidwissen eben hinausgeht, nämlich das Emotionale. Ich arbeite sehr gerne mit den vier menschlichen, psychologischen Grundbedürfnissen nach Klaus Grawe und da ist eines zum Beispiel Kompetenz erleben, das dass wir als Menschen danach streben, uns kompetent fühlen zu können. Oder wenn wir das erleben, dass wir dann ein zufriedenes Leben führen. Wenn ich jetzt das Ganze auf die Spitze treiben würde und das Lernen auslagern wollte oder das Wissen aneignen, Kompetenzen aneignen, auslagern würde, dann würde mir was zutiefst Menschliches fehlen. Das würde rausgeschnitten werden. Und das fände ich eine ganz, ganz schreckliche Vorstellung. Ich glaube, wir Menschen sind lernende Wesen. Und das darf man uns nicht nehmen oder ich möchte es mir niemals nehmen lassen, selbst wenn durch KI vielleicht ein gleichwertiges oder besseres Ergebnis geliefert wird. Ich möchte beteiligt sein, ich möchte aktiv sein und ich möchte mich selbst als kompetent erleben dürfen. Dieses Glücksgefühl wäre ja total irrsinnig, wenn wir uns das nehmen lassen würden.

Dierk

Und dieses Glücksgefühl kommt aus meiner Sicht aus einer menschlichen Eigenschaft, aus der Neugierde. Ja, man braucht Neugierde auf Neues, also die Gier nach Neuem. Es ist ja manchmal auch ganz schön, diese Wörter auseinanderzunehmen, also die Gier auf was Neues. Und dann ist auch eine Gier was Schönes. Grundsätzlich würde ich sagen, gierig ist keine positive Eigenschaft, aber auf Wissen finde ich schon eine positive Eigenschaft. Und wenn ich mir diesen Begriff Neugier anschaue, ist es ja genau das, was man braucht. Und ich würde da auch, wenn du auch sagst, mit dem Kompetenzerwerb, würde da auch einen Unterschied sehen. Denn Neugierde, ich werde gesteuert, ich bin gierig. Wenn ich aber sehe, bei Perplexity, kann ich immer nur als Beispiel von mir einführen, da gibt es ja für eine Antwort immer noch weitere Fragen. Da werden mir weitere Fragen vorgeschlagen. Das ist gar nicht schlecht, dann kann man ein bisschen tiefer einsteigen, man wird geführt, aber man hat dann in dem Sinne, wie ich sagen würde, keine Neugierde. Man wird durch das System, da kriegt man ein paar Möhrchen vorgehalten und sagt, hier, willst du das noch wissen? Willst du das noch wissen? Es ist nicht diese Gier nach Kompetenzerwerb da. Würdest du das auch so sehen?

Iris

Sehe ich total so. Ich finde das einen ganz wichtigen und interessanten Gedanken, weil auch die Fragen für sich selber zu entwickeln, das ist ja auch Teil der Neugierde. Wo weiß ich noch nicht so viel? Mit was hängt das jetzt zusammen? Das ist ja auch Teil dieser Gier. Wie kann ich das Neue mit etwas Alten verknüpfen, mit anderen Neuen? Und wenn mir da schon die Frage so präsentiert wird, muss ich einfach nicht mehr selber drüber nachdenken. Das ist total schade.

Dierk

Und in dem Moment fällt mir auch ein, an vielen Stellen gibt es ja eben die KI-Experten, die einem überall sagen, wie man richtig prompten sollte, wie man die KI fragen sollte, wie man prompten sollte. Natürlich kann einem die KI helfen, die Fragen zu stellen, aber dann bin ich eigentlich auch schon, wie ich finde, noch nicht auf dieser Kompetenzstufe, die ich brauche, um mit der KI vernünftig zu kommunizieren.

Iris

Das muss ich selber erarbeiten, selber erforschen, sonst habe ich ja auch wieder nicht gelernt, wie ich prompte. Also es wird immer weniger, was wir, ja, ich meine, das Schöne wird einem eigentlich genommen, das Forschen, das Experimentieren und dieses Gefühl, ich habe es jetzt selber geschafft, das ist ja so wichtig.

Dierk

Ja, richtig. Wer diese Gierde hat, diese Neugierde hat, der wird da sicherlich zustimmen. Da gibt es vielleicht auch Menschen, die zu bequem und zu träge sind. Das sind ja die, die wir eben auch schon angesprochen haben, die sich vielleicht wirklich, die sich hinsetzen und vielleicht ein Stichwort eingeben, was sie gerade mal eben gehört haben und das eben eingeben und sich ein bisschen durch die KI da durchführen lassen. Wie können wir verhindern, dass das passiert? Also, dass die Menschen durch KI bequem und träge werden?

Iris

Also ich glaube, grundsätzlich verhindern können wir es nicht, weil es das bei bestimmten Themen immer geben wird und es wird auch manche Menschen geben, die das einfach so auch gut bisher durchs Leben gekommen sind und die weiter daran festhalten werden. Ich glaube, was wir tun können, auch gerade jetzt so mit unserem Beruf, ist eben gerade dieses Schöne am Lernen in den Vordergrund zu rücken. Und da kommen wir auch wieder so ein bisschen zu dem Coaching oder zum Lerncoaching. Ich erlebe es wirklich immer wieder, egal in welchem Alter, mit welchem Rucksack Menschen in Lernsituationen gehen. Und dieser Rucksack, der kommt leider sehr stark noch aus der schulischen Situation, selbst wenn es 40 Jahre her ist. Es lernen oft so verbunden mit Scham, mit Beurteilung, mit Anstrengung. Mit Fehler, die bestraft werden, sodass es einfach ein negatives Image hat. Und erst dann, wenn man eben für sich selber oder auch Lernkontexte erlebt, die jetzt eben nichts mit einer Beurteilung zu tun haben, merkt man, wie schön das ist. Und das vielmehr noch in den Vordergrund zu rücken und diese psychologische Sicherheit auch zu geben im Lernkontext. Da wäre man ja blöd, wenn man bequem ist, anstatt sich dieser Freude oder diesen Prozess zu genießen.

Dierk

Ja, gutes Stichwort, 40 Jahre. Nächstes Jahr feiere ich 40 Jahre Abitur und wir sitzen jetzt gerade wieder zusammen und planen unser Wiedersehen. Also alle fünf Jahre treffen wir uns. Wir waren damals 206 Abiturientinnen und haben nach 20 Jahren das erste Treffen gemacht. Da haben wir über 100 zusammen bekommen. Das wären jetzt ein bisschen weniger.

Aber interessant ist das, was du gerade sagtest, dass da einige dabei sind, wenn wir die jetzt ansprechen, ob du Lust hast, willst du kommen? Nee, ach nee. Die verbinden mit der Schule negative Erlebnisse. Und sie haben es nicht geschafft diese Erlebnisse zu kompensieren, sondern sie blocken einfach und haben dadurch keine Lust mehr auf Lernen. Für sie ist Lernen immer mit etwas Negativen verbunden und auch mit Anstrengung, mit harter Arbeit. Und ich sehe das auch an anderen Stellen. Ich habe Kurse für Bundeswehroffiziere. Das heißt, die haben 10, 12 Jahre gedient. Die haben unserem Land ihr Leben sozusagen zur Verfügung gestellt. So, die kommen dann eigentlich mitten im Leben nochmal raus in eine ganz andere Situation, Und da merke ich auch, dass die eben auch noch so lernen, als in Kopf ballern, Prüfung bestehen, Zertifikat haben. Und das ist eben auch mein Punkt, wo ich hoffentlich ein bisschen darauf einwirken kann, dass die lernen zu lernen. Das wäre jetzt sozusagen mein Motto. Also wenn ich das Lerncoaching bei mir anbieten werde, werde ich sagen, ich möchte auch Erwachsenen und darf ich gerade Erwachsenen lernen beibringen oder wieder zu lernen.

Wie du gerade sagtest, kreativ zu lernen oder Kreativität ist was Schönes, wird uns in der Schule ja auch abtrainiert. Also wird ja jede kreative Lösung, die falsch ist, die wird bestraft, du hast es gesagt.

Iris

Ich glaube, wenn wir auch so wegkommen von dem Ergebnis, ist es total wichtig, dass es nicht darum geht, ich produziere jetzt schnell ein Ergebnis, das richtig ist, sondern das eigentlich Menschliche liegt im Lernprozess, weil das Ergebnis, das werde ich tatsächlich durch KI mindestens genauso gut kreieren lassen. Aber dann sind wir ja alles eine Ansammlung von Deppen. Wenn man nicht mehr selber es auch könnte. Ja, schreckliche Vorstellung.

Dierk

Ja, und ich starte nächste Woche wieder einen KI-Kurs, ein KI-Training. Das geht über vier Tage, das ist sehr umfangreich, auch für die Bundeswehroffiziere in dem Umfeld. Und was ich dort machen werde, weil es das Thema KI ist, ich werde einbauen, dass die Teilnehmenden nicht nur etwas über KI lernen, sondern auch, dass sie lernen, mit KI zu lernen. Das ist nicht in den Unterlagen mit drin, das werde ich dazu bauen, weil mir das einfach wichtig ist. Und wenn sich das bewährt, werde ich diesen Aspekt auch in den anderen Trainings eben einbringen. Also selbst wenn ich zu irgendwas anderem leere, als Trainer aktiv bin, werde ich daneben immer noch so ein Beispiel haben und sagen, so, jetzt könnt ihr das und das machen, übt mal diese Aktivität mit irgendeinem KI-Tool, um den Menschen KI fürs Lernen näher zu bringen.

Iris

Finde ich eine sehr gute Idee, weil es dann nicht schon praktisch implizit ist. Es geht nicht darum, dass KI jetzt dein Lernen ersetzt, sondern du nützt es für dein Lernen.

Dierk

Du hast es im Prinzip schon ein bisschen gesagt, du lernst noch gerne, ich lerne noch gerne, wir sprechen über lebenslanges Lernen, ist kein neuer Begriff, das gibt es als Begriff schon länger als Konzept.

Welche Bedeutung hat diese Idee, also welche Bedeutung hat lebenslanges Lernen für dich im Zeitalter, für KI, erst mal persönlich und dann auch vielleicht mal für deine Coaches, die du ausbildest?

Iris

Also ich finde, dass jetzt gerade dieses Aufpoppen von KI so für die Normalbevölkerung ja nochmal ganz toll gezeigt hat, da gab es ja kein Curriculum dafür, da gab es auch keine vorgefertigte Lernziele, die da waren, was man können muss, sondern es kam so auf uns reingeprasselt und man hat sich selbst im Grunde selbst gesteuert, sich mit diesem Thema beschäftigt. Und von daher ist es, glaube ich, uns allen auch klar geworden, nochmals klar geworden, dass es immer wieder neue Sachen geben wird. Es wird irgendwann Computer geben, die keine physische Hardware mehr haben, sondern die irgendwie anders gesteuert werden. Und die Technik ist einfach so rasant, dass wir lebenslang etwas zu lernen haben. Und auch das, manche sagen, ja, das ist lebenslänglich. Also wo das nicht als, oder oft ist ja so, jetzt möchte ich mal fertig gelernt haben. Jetzt möchte ich, dass es mal gut ist, damit ich zur Ruhe komme und dass ich alles verarbeiten kann und kommt schon wieder was Neues daher.

Ich glaube, diese Kompetenz, die brauchen wir, dass wir nicht erschrecken, wenn Neues kommt, sondern es als Gelegenheit nehmen und auch eine gute Auswahl treffen können, wo ist es wichtig, up to date zu bleiben und was lasse ich erstmal so vorbeiziehen und springe vielleicht später auf den Zug auf. Also, dass man so für sich ein gutes Maß findet.

Ich glaube, dass das in Zukunft auch bei der Ausbildung von Lerncoaches eine Rolle spielt und auch bei den Coaches. Weil dadurch, dass jetzt alles Wissen noch leichter zugänglich ist, heißt es nicht, dass wir alles Wissen sofort parat haben müssen, sondern das, was wir brauchen sind zwei Sachen. Das eine ist das funktionale Wissen, also das weiß, damit ich gut handeln kann oder eine gute Kompetenz aufbauen kann. Und ich bin aber auch ein Fan von Grundlagenwissen, also Lernen ohne Ziel.

Einfach zum Beispiel Ludologie kam mir neulich über den Weg gelaufen und ich dachte mir, was ist das denn? Nie gehört vorher, Wissenschaft vom Spielen, werde ich jetzt sicherlich nicht in meinem Job gebrauchen können, aber es interessiert mich einfach.

Und ich weiß, irgendwann in zwölf Jahren werde ich plötzlich mal Verbindungen herstellen können und ja…

Dierk

Also insofern, da passt für mich so dieser Spruch, der Weg ist das Ziel. Also diese Lernreise, wo manch einer sagt, Mensch, eine Lernreise, das klingt so wunderschön. Lernen ist nicht schön, doch, Lernen ist schön, wenn man die Neugierde hat daran und die Neugier und wenn man sich eben an dem Kompetenzerwerb erfreuen kann, den man damit hat. Das finde ich ist da nochmal eine ganz gute Erklärung dazu.

Du hast es eben gesagt, sozusagen ein Beispiel für Grundlagenwissen. Mir ist da eingefallen, Mensch, wie kann man das eigentlich ein bisschen plastisch machen? Die Frage ist ja kochen. Ich kann mir Rezepte, ich konnte mir vor 50 Jahren schon Rezeptbücher kaufen. Da hat es mir aber geholfen, wenn ich weiß, wie man ein Ei brät. Da stand drin vielleicht ein Braten in den Ei oder würze das nach Geschmack oder so. Also viele Dinge. Da war auch vielleicht wichtig und hilfreich zu wissen, wie man Gemüse schneidet und, und, und. Also dieses Grundlagenwissen, was ich brauche, um mich in der Küche vernünftig zu bewegen, um als Koch oder Köchin ein vernünftiges Ergebnis hinzubekommen, unabhängig davon welches Rezept ich dort gerade jetzt anwende. Und natürlich braucht man heutzutage eigentlich keine Rezepte mehr. Man könnte ja sagen, hier, guck mal, ich habe noch, ich habe eine Avocado, ich habe einen Blumenkohl und habe noch ein paar Kartoffeln. Was kann ich daraus kochen? Da kriegst du sicherlich tolle Rezepte. Aber trotzdem muss ich eben wissen, also erst mal muss ich wissen, was ist eine Avocado und passt Avocado zu Blumenkohl. Aber so dieses Grundlangwissen auch, was ist kochen, was ist braten?

Das ist vielleicht banal, weil es wären für mich auch Beispiele, wie ich das ganz gut verstehen kann und wie ich für mich dahin kommen kann, Grundlagenwissen ist wichtig, das was du sagtest.

Wenn ich jetzt nochmal so auch an die Menschen denke, die sich noch nicht mit KI beschäftigen, ich weiß gar nicht, ob die Menschen, wenn man sich jetzt mal Deutschland anschaut, ob die Menschen, die sich mit KI beschäftigen, schon in der Mehrzahl sind oder noch nicht? Keine Ahnung. Ich weiß nicht, ob du Studien kennst. Mein Gefühl würde mir sagen, die Mehrheit nutzt es noch nicht. Das heißt, wir reden ja quasi zu einer Mehrzahl von Menschen, die es entweder ablehnen, die es ablehnen aus verschiedenen Gründen, aus Nichtwissen, fehlender Neugierde und so weiter. Es gibt Menschen, die es ablehnen, weil sie gar kein Einsatzgebiet für sich sehen. Wie würdest du denen denn begegnen? Also wie würdest du denen das Lernen mit KI oder überhaupt die Nutzung von KI näher bringen?

Iris

Also so in Seminaren oder Trainings mache ich es, indem ich es einfach wie selbstverständlich einbinde, dass man jetzt zum Beispiel, wenn es ein Kommunikationstraining ist und es geht darum, auf unliebsame Fragen gut antworten zu können, dass wir dann halt mal Chat-GPT aufmachen. So eine Frage in den Raum werfen lassen und dann antwortet man, dann antwortet er wieder zurück.

Also das ist gar nicht, wollen wir das jetzt mal bei KI ausprobieren, sondern als selbstverständlichen Teil im Training. Und das ist interessant, weil dann viele sagen, boah, ich habe mich versucht, bisher immer so ein bisschen dran vorbei zu mogeln, aber tatsächlich kann es ja sehr hilfreich sein, also gar nicht so ein riesen Tamtam drum machen, sondern wie so eine natürliche Sache, so jetzt haben wir ein Flipchart-Shift, so und jetzt nehmen wir eine KI-Tool, um eine Methode im Training zu machen. Das ist so das, wo ich eben gerne herangehe und auch möglichst niedrigschwellig, also jetzt kann ich wahnsinnig komplexen, schwierigen Sachen, sondern erstmal so ein bisschen eine Ideensammlung kann sein, nachdem man aber erst selber Ideen gesammelt hat, um einen Abgleich zu machen. Ist da noch was dabei, was wir vielleicht selber noch nicht kreieren konnte? Also dieses Zusammenspiel auch immer ganz klar zu machen.

Dierk

Das ist ja auch eine Erkenntnis hier aus dem Gespräch. Was würdest du jungen Menschen raten, die sich fragen, ob sich Lernen überhaupt noch lohnt? Wir haben nämlich eben über lebenslanges Lernen gesprochen. Wir haben darüber gesprochen, dass Lernen in der Schule sehr häufig nicht gefördert wird, sozusagen Lernen aus unserer Sicht. Also warum sollten junge Menschen überhaupt noch lernen?

Iris

Ich glaube, ich wiederhole mich tatsächlich. Ich glaube, wenn die ein verkümmertes, trauriges Leben führen wollen, dann sollten sie aufhören zu lernen, weil sie brauchen bloß auf den Knopf drücken und KI wird ihnen was ausspucken.

Wenn sie aber Freude am Leben haben wollen und wenn sie diese Freude, was erreicht zu haben, den Erfolg zu spüren. Wenn sie das weiter haben wollen, dann sollen sie lernen. Das ist genauso, wie wenn ich, keine Ahnung, ich häkle manchmal Mützen. Die sind nicht schön. Das braucht viel Zeit und auch noch erstaunlich viel Geld, wenn man so Wolle selber kauft. Mit einem Knopfdruck könnte ich mir bei Amazon eine viel schönere Mütze bestellen. Aber diese, das wollen wir ja, wir wollen selber was tun, weil wir Spaß dran haben. Wir wollen selber am Motorrad rumschrauben, auch wenn wir es uns leisten könnten, das in die Werkstatt zu geben. Wir wollen selber eine Sprache lernen, auch wenn wir eigentlich unser Handy nehmen könnten und es übersetzt simultan. Das ist ja etwas sehr dem Menschen Eigentümliches. Und wenn wir uns das nicht nehmen lassen wollen, dann sollten wir Lust haben auf Lernen.

Dierk

Ja, Lust haben auf Lernen. Da würde ich auch nochmal, auch ich wiederhole mich jetzt, ich würde von der Lernreise sprechen. Da ist die Reise das Schöne. Vielleicht fahren manche Menschen in die Sonne, um braun zurückzukommen. Denen ist das Ergebnis wichtig, dass sie braun sind, weil braune Menschen sind erholt. Ich sehe das nicht so, aber ist ja egal. Das kann jeder für sich entscheiden. Aber die Lernreise finde ich ist wichtig und wirklich diese Neugier, die Neugier auf etwas Neues. Und eben dieser Spruch, diese Mission, der Weg ist das Ziel. Also, dass es Spaß macht, etwas zu lernen.

Und auch da, auch aus meiner persönlichen Sicht, mit den ganzen Microsoft-Tools schlage ich mich ja schon 40 Jahre rum. Weiß nicht, wie lange ich arbeite, schon 40 Jahre? Also, egal, schon ziemlich lange. Ich habe immer wieder neue Funktionen für mich raussuchen müssen oder rausgesucht. Ich habe das früher, habe ich das in den Handbüchern nachgeschlagen. Danach kam irgendwann Google, da habe ich Webseiten gefunden, wo das erklärt war. Und jetzt frage ich Perplexity und das gibt mir eine sehr gute Beschreibung.

Und auch da, es geht schneller, das Ergebnis geht schneller. Ich habe wieder etwas gelernt, aber eigentlich war es schön zu wissen, hey, ich habe jetzt etwas erreicht, also ich habe meine Kompetenz erweitert, brauche ich vielleicht nie wieder diese Funktion, die ich da genutzt habe. Es hat mir doch ein bisschen geholfen und da brauche ich vielleicht beim nächsten Mal, bei einer nächsten Fragestellung in Excel zum Beispiel, brauche ich nicht fragen, weil ich weiß, aha, das hast du damals so und so gemacht, so wie du mit deiner Ludologie, Ludologie, richtig, siehst du? Das habe ich übrigens heute gelernt, was Ludologie ist, das ist so eine Neugierde, die einem da hilft.

Also der Weg ist das Ziel und vor allen Dingen, vielleicht, das ist vielleicht so das, was ich heute mitnehme, es ist noch wichtiger in der heutigen Zeit für junge Menschen, die also quasi vielleicht noch in der Schule sind oder in der Ausbildung, im Studium, wo wir ja immer oder sehr häufig noch dieses vereitete Lernen haben, also bestrafen, benoten und so weiter, dass die sagen, hey, ich finde meinen Weg, Und der Weg macht Spaß und der heißt, ich mache das mit KI.

So, ich habe von jungen Menschen gesprochen. Gibt es denn bei älteren Menschen, die schon Lebenserfahrung mitbringen, die schon Berufserfahrung mitbringen, die eine lange Lernerfahrung mitbringen, gibt es da andere Antworten? Oder würde die Antwort da anders aussehen von dir?

Iris

Inwiefern KI da nützlich ist, meinst du?

Dierk

Richtig, also warum sollen denn Menschen, ich sage mal ganz platt, die kurz vor der Rente stehen, warum sollen die jetzt noch anfangen, mit KI sich was beizubringen?

Iris

Also da mache ich tatsächlich immer wieder die Erfahrung, dass es wie so eine Art Abgleich ist. Was weiß ich schon durch meine Lebenserfahrung, Berufserfahrung, was sagt mir jetzt KI dazu, dass es oftmals ein ganz erhebendes Gefühl ist, dass vieles davon, oh ja, das hätte ich auch selber so gewusst oder gekonnt, also erstmal so, ich bin gut und dann aber dadurch, dass dies so ein positives Feedback ist, eine ganz große Lust, da noch weiter herum zu experimentieren und in neue Welten auf eine sehr einfache Weise einsteigen zu können.

Das erlebe ich tatsächlich, wenn diese Schwelle überschritten wurde. Ich traue mir das jetzt dazu, dass ich da einfach mal was frage, weil ich habe ja auch vorher abgeglichen, das hat schon Hand und Fuß.

Und da eröffnen sich ja tatsächlich für viele ganz neue Welten. Weil es halt auch so intuitiv ist und so einfach ist. Man muss nicht komplizierte 13 Schritte durchführen, bis man dann mal zu einem Ergebnis kommt, sondern man kann ja auf eine ganz einfache Weise sich neue Gebiete erobern.

Dierk

Und wenn man ein gewisses Expertenwissen hat oder einen Experten, der etwas absichert, dann muss ich dafür keine Bücher kaufen. Ich muss dafür nirgendwo hinfallen. Ich muss mich nur hinsetzen. Und das kann ich ja eigentlich auch schon am Smartphone machen. Also ich muss jetzt noch nicht mal einen Schreibtisch oder irgendeinen PC haben. Ich kann das immer und überall machen und kann mich immer und überall beobachten, quasi in dieses Lernen einsteigern.

Aber eben, das stelle ich dann bei mir fest, bei mir muss es immer so einen konkreten Anlass haben. Also du hast das Wort Ludologie gehört. Ich habe andere Themen, wo ich sage, Mensch, das würde ich jetzt gerne wissen. Und zwar, ich würde nicht ein Halbwissen haben im Sinne von, das wird ja schon so und so sein, weil ich möchte es sozusagen erklärt haben und möchte es überprüfen können, ob das, was dort steht, auch wirklich richtig ist.

Iris

Das kann ich nicht zuschaufeln, sondern was mache ich damit? Manchmal verwerfe ich auch wieder, weil ich kein Umsetzungsgebiet habe und anderes zeigt sich halt dann durch Tun.

Dierk

Ich habe vorhin, wir haben jetzt über die Schule gesprochen, wir haben hoffentlich auch nicht zu sehr auf der Schule rumgehauen, denn meine große Tochter ist Gymnasiallehrerin, aber die ist da ganz anders unterwegs. Sie versucht natürlich weil sie natürlich auch als Digital Native gar ganz anders reingewachsen ist. Sie versucht, das sehr gut zu verbinden. Und was ich so sehe und höre, finde ich da schon sehr, sehr interessant, wie sie als junge Lehrerin da dran geht. Wir beide können die Schule nicht verändern, aber wir beide sind ja auch primär, zumindest kann ich es von mir sagen, für Erwachsene unterwegs.

Gibt es ein paar Punkte, die du jetzt vielleicht dann sozusagen auch mir als Lerncoach oder auch anderen Menschen, die als Lehrende unterwegs sind, nochmal so mitgeben würdest, wie sich Lernen und Lehren verändern sollte durch KI, mit KI?

Iris

Also ich glaube, dieses grundsätzliche Befähigen, gut mit KI umzugehen, das ist ein ganz zentrales Thema und wird auch in Zukunft immer bedeutsamer werden in jeder Situation.

Stichworte dazu haben wir schon, glaube ich, einige genannt. Das Zutrauen, sie zu nutzen für persönlichen Bedarf und zugleich aber auch immer wieder die Einladung, selber zu denken, selber zu reflektieren, selber sich unabhängig zu machen auch von KI. Also so eine Art Parallelweg zu gehen. Das halte ich für extrem wichtig.

Für alle Lernenden und alle, die mit Lernen zu tun haben.

Dierk

Ja, also lernen, lernen. Also insofern nicht auswendig lernen, sondern, ja, wobei, stopp, wenn ich jetzt sage, nicht auswendig lernen, ist nicht auswendig lernen eine Art von Wissenserwerb, das, was wir auch brauchen, um dieses Grundlagenwissen zu haben?

Iris

Ja. Also wenn wir jetzt von Sprache ausgehen, dann natürlich müssen wir bestimmte Vokabeln auswendig lernen. Manche können wir herleiten und so weiter, aber wir brauchen einen Grundwortschatz, um überhaupt kommunizieren zu können. Es darf auch in Zukunft einen Bestandteil beim Lernen haben. Kommt drauf an, was das Ziel ist.

Aber es ist natürlich nicht das große Ganze, was wir wollen, durch auswendig lernen, wir wachsen und uns entwickeln, sondern durch auch eigene Ich sage mal kreatives Lernen durch Zusammenhänge erkennen, Muster erkennen, Verknüpfungen herstellen, reduzieren können. Das ist ja so viel mehr als den Input eins zu eins wieder ausgeben zu können.

Dierk

Eine Frage fällt mir da jetzt nochmal ein, die du schon ein bisschen beantwortet hast oder die wir schon beantwortet haben, aber ich würde das gerne nochmal ein bisschen zusammenfassen.

Wie kann denn KI das Lernen unterstützen, ohne es zu ersetzen? Also wo würdest du jetzt wirklich sagen, das ist neues Lernen, Lernen mit KI? Wo müsste man Wert drauflegen, klarzumachen, wofür man KI nutzen kann oder sollte?

Iris

Also was ich zum Beispiel eine wunderbare Anwendungsmöglichkeit finde, wenn ich jetzt auf eine Prüfung hin lerne, dass KI in die Prüfung Prüfer oder Prüferinnenrolle schlüpft.

Also mich mit unerwarteten Fragen, die so ein bisschen anders formuliert sind, als man sie eben so beim Lernen vor sich hatte, weil das einfach eine tolle Trockenübung ist und trotzdem darf ich spontan reagieren und kann mir dann auch noch ein Feedback einholen. War das jetzt korrekt, wie ich es gesagt habe, wo könnte ich ein bisschen genauer sein, wo könnte ich noch mehr dazu sagen?

Das finde ich eine hervorragende Möglichkeit, KI zu nutzen.

Dierk

Ja, okay, sehr gut. Also KI nicht nur um zu lernen, sondern um das Lernen auch zu überprüfen und als KI einfach als eine andere Möglichkeit, Lernen auch anzuwenden.

Iris

Ja, ganz genau. Noch was. Also ich finde zum Beispiel auch als Reflexionspartner, dass ich Fragen erhalte, ich habe mich in ein bestimmtes Thema eingearbeitet, dass ich immer wieder so eine Erinnerung bekomme, wo stehst du gerade, wie zufrieden bist du mit dem Fortschritt, was hat gut funktioniert in der Vergangenheit, also als so ein Sparringspartner, um das eigene Lernen zu reflektieren. Auch das finde ich ist mit KI sehr viel schöner, als wenn man sich jetzt die Fragen selber überlegen würde, weil da ganz andere Fragen kommen oder ich auch eine bestimmte Rolle halt vorher geben kann. Jetzt stellen mir Reflexionsfragen aus der Rolle eines Künstlers und jetzt stellen mir mal Reflexionsfragen aus der Rolle eines Mediziners oder so. Da kommen ja ganz andere Sachen und das bewirkt nochmal, dass ich anders über mich und mein Lernen nachdenke. Das finde ich auch schön.

Dierk

Ja, und was ich interessant finde dabei ist, du hast ja gesagt, die KI als Prüfer zu benutzen. Wenn ich jetzt wiederum auf mein KI-Training reflektiere und ich gesagt habe, die sollen auch mit KI lernen, dann ist das das, was ich dort eben einbauen werde.

Und der Vorteil ist eben, dass wir dort einen Syllabus haben. Also wir haben eine Beschreibung dessen, was in dem Training vermittelt werden soll. Das heißt, man kann natürlich die Trainingsunterlagen sagen und guck mal da rein und stell mir Fragen.

Man kann aber auch dann ergänzend dazu den Syllabus hochladen, bereitstellen und sagen, so, dieser Syllabus, bitte nutze ihn, um mir Fragen zu stellen.

So, man merkt schon, wir sind hier im regen Austausch.

Jetzt haben wir vorhin gesagt, okay, KI kann unterstützen, sollte aber menschliches Lernen oder kann es gar nicht ersetzen. Was sind da so Punkte, hast du irgendwo erlebt, wo menschliches Wissen oder menschliches Können einer KI überlegen war, wo das besser war oder wo das besser ist, wo der Mensch besser ist?

Iris

Ja, an vielen Stellen muss ich sagen. Also es ist ja nach wie vor so, dass KI immer noch und gerade in letzter Zeit wieder etwas vermehrt halluziniert, wo ich einfach merke, das stimmt nicht, was da produziert wurde. Ich merke auch bei manchen Zusammenfassungen von Büchern beispielsweise, dass da nicht die Bücher die Grundlage sind, sondern Rezessionen, die passieren. Finde ich, ist auch eine unsägliche Verknappung von dem, was eigentlich drinnen steckt. Ich habe neulich mal so einen kleinen Turing-Test gemacht, wo ich eine kleine Lärmpraline nur von KI habe erstellen lassen und mir gedacht habe, boah, Wahnsinn, wie banal. Der Wortteil, wo es um ein bisschen Wissen vermitteln ging zu diesem Modell oder dem Konzept, das war also, ich sage mal, unterstes Niveau. Während es dann, wenn es darum ging, das Wissen anzuwenden und den Teilnehmenden wirklich, dass sie rausgehen und eine Anwendung gelernt haben, war sehr gut, aber das vorherige, dieses Verknüpfen, mit welchen Konzepten korrespondiert es, das habe ich nicht sozusagen als Vorlage bekommen, so jetzt da ein Seminar zu machen.

Also immer wieder bei der Seminarkonzeption, wo ich wieder über den Haufen werfe und sage, nee, das geht nicht. Das darf noch verbindender, verknüpfender, tiefgehender sein. Auch wenn es manchmal gar nicht so rüberkommt, aber das braucht es.

Dierk

Ja, also es wird wahrscheinlich auch Aspekte geben, wo mit unserem heutigen Wissen wir sagen, das wird eine Maschine nie schaffen.

Iris

Also es gibt viele Stellen, wo ich sage, da ist der Mensch noch immer überlegen.

Dierk

Die Frage ist, ob es in 100 Jahren vielleicht mal anders ist, weil die Menschen hätten im 19. Jahrhundert auch nicht gesagt, dass wir mal zum Mond fliegen. Das kann man sich nicht vorstellen. Heute ist das überhaupt kein Thema mehr.

Das, was du gerade gesagt hast, würde ich noch mal ein bisschen aufgreifen. Und auch sagen, wo Menschen aus meiner Sicht oder ergänzen, wo bei den Menschen aus meiner Sicht in dem Bewusstsein, sie haben ein Bewusstsein für das, was da an Buchstaben und an Aussagen oder auch an Bildern rüberkommt. Also sie haben ein Bewusstsein, erst mal das Gefühl, stimmt das, stimmt das nicht? Wie fühle ich mich damit? Hilft mir das?

Also eine KI kann Aufgaben ausspucken, das hast du ja gesagt, um sie in die Umsetzung zu bringen. Das ist wunderschön, aber vielleicht fehlt dann der KI das Bewusstsein, das quasi auf diesen Menschen anzupassen, der da gerade davor sitzt und man holt diesen Menschen nicht ab, das heißt, er hat ein paar Aufgaben, die er machen könnte, aber er hat keinen Bock, weil die KI ihn sozusagen nicht bewusst angesprochen hat, ihm nichts bewusst gemacht hat.

Iris

Ja, und ich glaube, das ist auch genau unsere Aufgabe als Coach, die dann immer wichtiger wird. Wir können, also ganz praktisches Beispiel aus dem Lerncoaching, wir können KI mitnutzen, dass sie uns einen guten Lernplan erstellt. Und dann können wir gemeinsam mit dem Coach hier drauf gucken und sagen, ja, passt das so?

Und dann sagt er vielleicht ja, aber du als Coach, du spürst, da ist irgendwas. Das ist nicht ein Ja, sondern es ist ein Ja, ja. Das ist ein Ja, aber du spürst es, dass da noch irgendwas ist und dann fragst du nach. So, das hört sich für mich jetzt nicht 100%, sondern 70% überzeugt an. Wo können wir denn nochmal nachbessern? Und dann wird es ihm vielleicht auch erst selber bewusst. Und das ist die Leistung eines Coaches. Das Spüren.

Dierk

Die Leistung eines Coaches, eines Menschen, auch da könnte ja eine KI trainiert werden, so eine Frage zu stellen. Aber die steht dann da irgendwo. Und ich als Mensch, ich sehe das bei dem anderen, bei der anderen und kann sagen, hey, ich spüre gerade, das kann die KI nicht, ich spüre gerade, das turnt dich noch nicht an, das spricht dich noch nicht an.

Viele Themen, die wir hatten. Ja, und ich merke auch immer wieder, natürlich bereiten wir Fragen vor, wir bereiten Themen vor, aber da sind jetzt noch eine ganz Menge Fragen und Themen quasi dazugekommen oder ein bisschen angepasst worden. Also insofern fühlt sich das für mich gerade sehr, sehr gut an.

Ich habe gerade eine Frage, die haben wir nicht vorbereitet. Hol mal deine Glaskugel raus. Wie sieht das Lernen mit KI in fünf Jahren aus? Bedenke vielleicht, sagst du auch, du sagst es für zwei oder für zehn Jahre, aber ich frage mal so, wie sieht das Lernen mit KI oder ohne KI, wie auch immer, in fünf Jahren aus?

Iris

Ich glaube, dass sich in Zukunft so etwas wie ein Hobby oder Lernen als Hobby etablieren wird, wo man einfach plötzlich die Zeit hat und den Raum hat, einfach aus Spaß und Freude zu lernen und in Pflichtkontexten KI mehr und mehr das Steuerrad übernehmen wird.

Sprich, wenn ich etwas lernen soll, um etwas zu erreichen, dann kann das KI in vielen Dingen eben gut alleine. Aber wenn es um Spaß und Freude geht beim Lernen, das wird ein ganz neues Segment sich entwickeln. Da bin ich überzeugt davon.

Dierk

Dafür sorgen, dass diese Neugierde da ist, wenn ich jetzt mal so ein bisschen auf unser Gespräch zurückblicke und dass eben keine Bequemlichkeit und keine Trägheit entsteht.

Und dass wir den Menschen zeigen, Lernen kann Spaß machen, nein, Lernen macht Spaß, Lernen macht Spaß und kann durch KI eigentlich noch spaßvoller werden, noch mit mehr Spaß gefüllt werden, mit mehr tollen Erlebnissen. Unter anderem auch, weil natürlich die KI oder KI an sich die Medien verbindet.

Auch das ist etwas, was wir bei dir noch gar nicht in dem Gespräch beleuchtet haben. Ich lerne sehr viel über Lesen, also über Wörter, über Buchstaben, über Sätze. Ich brauche keine Videos und bin immer froh, mittlerweile eben noch besser durch Perplexity, ich bin froh, wenn ich die Antworten als Text kriege. Google hat mir immer häufiger irgendwelche Videos angezeigt und da musste ich immer ein bisschen scrollen, um Texte zu finden.

Also insofern zusammengefasst, ich glaube, dass es da auch ganz gut unterstützen kann, weil es die Medien verbindet und ich fange mit einem Medium vielleicht an, weil das Medium ist das, was mir gerade als erstes sozusagen in die Hände kommt und dann komme ich auf die Idee und dann schlage ich mit der KI eine Brücke zum anderen Medium, also vom Video zum Text, zum Audio, wie auch immer.

Iris

Ja, das ist ja viel leichter jetzt. Du kannst ja nullkommanix ein Skript erstellen lassen von Video oder einem Podcast und dann entspricht es genau deinem Lernstil, wie du halt das gut und gerne machst.

Dierk

Und das ist ein gutes Abschlusswort, weil heute hatten wir kein Skript. Die Iris habe ich in echt gesehen und ich sehe sie ja auch echt, das könnt ihr uns glauben.

Zum Abschluss habe ich immer die Frage, gibt es noch irgendwas, was du sozusagen zusammenfassen wolltest, so eine Art Botschaft, irgendetwas, was du noch nicht gesagt hast oder wo du noch mal drauf hinweisen wolltest?

Iris

Ich glaube, diese Ambivalenz zu KI, also bleibe die Zuhörerinnen und die Zuhörer kritisch optimistisch.

Dierk

Okay, super. Kritisch, optimistisch, das lassen wir jetzt so stehen.

Das war die 44. Episode. Iris, vielen Dank für die Zeit und für deine Aussagen und für deine Unterstützung hier.

Iris

Und ich danke vielmals für die interessanten Fragen. Macht es gut.

Dierk

Ja, und ich greife das auf, denn ich freue mich auf die Fragen unserer Zuhörenden und unserer Zuhörerinnen und auf das Feedback. Ihr könnt mir Kommentare unter die Episode schreiben, ihr könnt mich natürlich auch anmailen, den Link darauf auf dem Blog, den findest du in den Shownotes und vielleicht habt ihr ja auch Fragen, die ich klären kann, ihr habt vielleicht Gesprächspartner, die ihr mir empfehlen könnt, immer wieder gerne, denn ganz wird der Untertitel verspricht: Kleine Nadelstiche für ein lebendiges und erfolgreiches Business.

 

Wie mache ich meinen Job in Zeiten von KI zukunftssicher?

Wie mache ich meinen Job in Zeiten von KI zukunftssicher?

Ich habe mich zu diesem Blogbeitrag vom ARD KI Podcast inspirieren lassen. In der Folge vom 22.10.2024 haben Gregor Schmalzried und Fritz Espenlaub die Frage gestellt „Wie mache ich meinen Job zukunftssicher?“ Die beiden haben mich mit einem sehr guten Beispiel zum Nachdenken gebracht, denn ich fühlte mich bei diesem Beispiel „ertappt“. Auch ich gehörte zu den Menschen, die behauptet haben, dass KI Menschen keine Arbeitsplätze wegnimmt, sondern nur denjenigen, die nicht mit KI arbeiten. Das mag häufig stimmen, ist aber trotzdem zu kurz gedacht. Gregor und Fritz haben sich an einen Cartoon erinnert:

Es handelt sich um einen Cartoon, der um das Jahr 1900 spielt. Darin unterhalten sich zwei Pferde miteinander über die aufkommende Bedrohung durch Automobile. Das eine Pferd versucht das andere zu beruhigen und sagt sinngemäß: „Keine Sorge, das Taxi wird dir nicht deinen Job wegnehmen, sondern ein Pferd, das ein Taxi fährt, wird dir deinen Job wegnehmen“. (mehr …)

KI – BCS Foundation in Artificial Intelligence

Training Titelzeile

KI – BCS Foundation in Artificial Intelligence

In der heutigen digitalen Welt ist Künstliche Intelligenz (KI) zu einer Schlüsseltechnologie geworden, die nahezu alle Branchen revolutioniert. Das Seminar „BCS Foundation in Artificial Intelligence“ bietet einen umfassenden und praxisorientierten Einstieg in die Welt der KI.

Dieses dreitägige Seminar vermittelt fundierte Grundlagen der Künstlichen Intelligenz und bereitet Sie optimal auf die international anerkannte BCS-Zertifizierung vor. Sie lernen die wichtigsten KI-Konzepte, Anwendungsbereiche und Technologien kennen und verstehen, wie diese in der Praxis eingesetzt werden können.

Besonders geeignet ist dieses Training für Fach- und Führungskräfte, IT-Professionals und alle, die ihr Wissen im Bereich KI erweitern und mit einem anerkannten Zertifikat nachweisen möchten. Die Kombination aus theoretischem Wissen und praktischen Beispielen ermöglicht es Ihnen, KI-Potenziale für Ihr Unternehmen zu erkennen und zu nutzen.

Ziele des Trainings

Ziele

Das Seminar „BCS Foundation in Artificial Intelligence“ vermittelt umfassende Kenntnisse und Verständnis der Terminologie sowie allgemeiner Prinzipien der Künstlichen Intelligenz. Die konkreten Lernziele umfassen:

  • Grundlegende Begriffe, Prinzipien und Definitionen der Künstlichen Intelligenz (KI) erklären können, einschließlich des Verständnisses von intelligenten Agenten und deren Typen

  • Ethische und nachhaltige Aspekte von KI-Projekten erläutern, insbesondere menschenzentrierte und vertrauenswürdige KI sowie die Bedeutung von Ethik und Nachhaltigkeit in der Entwicklung und Anwendung von KI

  • Die Rolle von KI im Kontext von Universal Design und der vierten industriellen Revolution beschreiben

  • Vorteile, Herausforderungen und Risiken von KI-Projekten erkennen und bewerten, um fundierte Entscheidungen im Umgang mit KI-Anwendungen treffen zu können

  • Grundlagen des maschinellen Lernens (Machine Learning) verstehen, einschließlich der Theorie, der Praxis und des Aufbaus einer Machine-Learning-Toolbox

  • Beziehung zwischen KI, maschinellem Lernen und Robotik erläutern und die Schnittstellen zwischen diesen Disziplinen analysieren

  • Funktionsweise und Eigenschaften von Robotern und intelligenten Robotern erklären und deren Zusammenhang zu intelligenten Agenten aufzeigen

  • Rollen, Verantwortlichkeiten und das Zusammenspiel von Mensch und Maschine im Kontext von KI-Projekten und zukünftigen Arbeitswelten beschreiben

  • Praktische Erfahrung mit gängigen Open-Source-KI-Tools und Methoden zur Datenvisualisierung sammeln

  • Grundlagen des Managements und der Teamdynamik in KI-Projekten anwenden, einschließlich agiler Ansätze und erfahrungsbasierter Lernmethoden

Nach Abschluss des Kurses sind die Teilnehmer in der Lage, fundierte Entscheidungen über den Einsatz von KI in ihren Organisationen zu treffen und die Potenziale sowie Grenzen aktueller KI-Technologien zu verstehen.

Nutzen des Trainings

Nutzen und Motivation

Das Seminar „BCS Foundation in Artificial Intelligence“ bietet einen umfassenden und praxisnahen Einstieg in die Welt der Künstlichen Intelligenz (KI). Teilnehmer erwerben fundierte Kenntnisse über die grundlegenden Konzepte, Anwendungsgebiete und Grenzen von KI sowie über ethische und nachhaltige Aspekte der KI-Entwicklung. Ein besonderer Fokus liegt auf der praktischen Anwendung: Sie lernen, wie intelligente Systeme funktionieren, erhalten Einblicke in maschinelles Lernen, KI-Agenten und Robotik und arbeiten mit modernen Open-Source-KI-Tools.

Das Seminar vermittelt zudem Methoden zur erfolgreichen Integration von KI in Projekte, zur Steuerung von KI-Projekten unter Berücksichtigung ethischer Prinzipien und zur Zusammenarbeit von Mensch und Maschine. Durch interaktive Vorträge, Fallbeispiele und Hands-on-Übungen wird das Wissen direkt anwendbar gemacht.

Nach erfolgreichem Abschluss können Sie die international anerkannte BCS Foundation AI-Zertifizierung ablegen – ein entscheidender Vorteil für Ihre Karriere im KI-Bereich. Unternehmen profitieren davon, dass ihre Mitarbeitenden gezielt KI-Kompetenzen entwickeln, Risiken besser einschätzen und innovative, nachhaltige KI-Projekte erfolgreich umsetzen können.

Zielgruppe des Trainings

Zielgruppe

Die Zielgruppe des BCS Foundation in Artificial Intelligence Seminars umfasst primär Personen, die ein Interesse an künstlicher Intelligenz haben oder KI in ihrem Unternehmen implementieren möchten. Besonders angesprochen werden Fachleute und Führungskräfte wie CTOs und CIOs, sowie Experten für Organisationsveränderung und Geschäftsprozesse. Auch Web-Entwickler, IT-Architekten und Data Scientists profitieren von diesem Kurs, da er umfassend KI-Konzepte vermittelt und auf die international anerkannte BCS-Zertifizierung vorbereitet.

Das Seminar richtet sich zudem an mittlere und höhere Führungskräfte, die Teams leiten oder zusammenstellen, welche KI-abhängige Anwendungen und Dienste entwickeln. Diese Entscheidungsträger benötigen ein fundiertes Verständnis des industriellen KI-Kontexts, um Potenziale zu erkennen und Risiken zu minimieren. Der Kurs ist besonders wertvoll für Personen, die ihre Karriere im Bereich der künstlichen Intelligenz voranbringen möchten und ihre Fähigkeiten mit einem anerkannten Zertifikat nachweisen wollen.

Inhalte des Trainings

Inhalte

Menschzentrierte, ethische und nachhaltige KI

  • Grundbegriffe: Was ist menschliche und künstliche Intelligenz?
  • Intelligente Agenten: Definition und Funktionsweise
  • Ethik und vertrauenswürdige KI: Bedeutung, Prinzipien, Überwachung und Bewertung
  • Nachhaltigkeit: Die drei Säulen der Nachhaltigkeit und die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele
  • KI als Teil von „Universal Design“ und der vierten industriellen Revolution
  • Maschinelles Lernen als zentraler Treiber der KI-Entwicklung

Künstliche Intelligenz und Robotik

  • Intelligente Agenten: Abhängigkeiten, Leistungsmaße, Umgebungen, Aktuatoren und Sensoren
  • Agententypen: Reflex-, modellbasierte Reflex-, zielbasierte und nutzenbasierte Agenten
  • Zusammenhang von KI-Agenten und maschinellem Lernen
  • Roboter: Definition, Paradigmen und die Verbindung zu intelligenten Agenten

Nutzen, Herausforderungen und Risiken von KI-Projekten

  • Nachhaltigkeit und Werteorientierung in KI-Projekten
  • Vorteile von KI-Systemen und Mensch-Maschine-Kombinationen
  • Ethische Herausforderungen und typische Limitationen von KI-Systemen im Vergleich zum Menschen
  • Risiken von KI-Projekten: Beispiele, Teamzusammensetzung, Rollen (z. B. Domänenexperten), Fit-for-Purpose, Unterschiede zwischen Wasserfall- und agilen Projekten

Maschinelles Lernen: Theorie und Praxis

  • Grundprinzipien des maschinellen Lernens: Lernen aus Erfahrung (nach Tom Mitchell)
  • Aufbau eines Machine Learning Toolkits: Typische Aufgaben wie Vorhersage, Objekterkennung, Klassifikation, Clustering, Empfehlungssysteme
  • Unterschiedliche Lernarten: Überwachtes, unüberwachtes und semi-supervised Lernen
  • Praktische Beispiele und Anwendungen mit Open-Source-Software und Cloud-Diensten

Mensch-Maschine-Zusammenarbeit und die Zukunft der Arbeit

  • Management, Rollen und Verantwortlichkeiten von Menschen und Maschinen im KI-Kontext
  • Auswirkungen von KI auf Arbeitswelt, Gesellschaft und Organisationen
  • Zukünftige Entwicklungen und Herausforderungen im Zusammenspiel von KI und menschlicher Arbeit

Zertifizierung (optional)

  • Vorbereitung auf die BCS Foundation AI Prüfung
  • Prüfungsinhalte und Testfragen
  • Durchführung der Zertifizierungsprüfung
Methodik des Trainings

Methodik und Durchführung

Dieses Training setzt auf eine ansprechende Mischung aus Vortrag und Diskussionen. Auf der Basis der Schulungsunterlagen wird die Wissensvermittlung durch praxisnahe Darstellung vorgenommen und durch aktive Beteiligung der Teilnehmenden zum jeweiligen Lernstoff ergänzt und erweitert. Die jahrelange Erfahrung von Dierk Söllner als Trainer und Berater im IT Management, in der Organisationsentwicklung und in der Aus- und Weiterbildung von IT-Fach- und Führungskräften sichert eine perfekte Kombination aus Training und Beratung.

Voraussetzungen des Trainings

Sprache und Unterlagen

Die Seminarsprache ist deutsch. Das begleitende Workbook ist derzeit nur in Englisch verfügbar.

Dieses Kompaktseminar kann mit einer Zertifizierungsprüfung abgeschlossen werden:

  • Multiple-Choice-Prüfung in Englisch
  • Closed Book, d.h. keine Hilfsmittel zulässig
  • Dauer: 60 Minuten für 40 Fragen mit jeweils vier Antwortmöglichkeiten (Nur eine Antwortmöglichkeit ist richtig)
  • Bestehensgrenze: Mindestens 26 von 40 Fragen korrekt beantworten (65%)

 

Dauer des Trainings

Dauer und Umfang

3 Tage (jeweils 9:00 – 17:00 Uhr)

Sprache des Trainings

Voraussetzungen

Für den Besuch dieser Schulung sind keine Vorkenntnisse notwendig, lediglich Interesse und Affinität zur Technologie. Alle Inhalte werden in der Schulung erarbeitet.

oder gleich direkt zum nächsten Schulungstermin anmelden

Dierk Söllner Profilfoto
Sie haben Fragen zum Trainingsangebot? Gerne nehme ich mir die Zeit, um Ihre Ideen und Anforderungen persönlich zu besprechen. Buchen Sie einfach einen unverbindlichen und kostenlosen Gesprächstermin bei mir.

KI – BCS Essentials in Artificial Intelligence

Training Titelzeile

KI – BCS Essentials in Artificial Intelligence

In der heutigen digitalen Welt ist Künstliche Intelligenz (KI) zu einer Schlüsseltechnologie geworden, die nahezu alle Branchen revolutioniert. Mein Seminar „BCS Essentials in Artificial Intelligence – KI-Grundlagen kompakt mit Zertifizierung“ bietet Ihnen einen kompakten und praxisorientierten Einstieg in die Welt der KI.

Dieses eintägige Seminar vermittelt fundierte Grundlagen der Künstlichen Intelligenz und bereitet Sie optimal auf die international anerkannte BCS-Zertifizierung vor. Sie lernen die wichtigsten KI-Konzepte, Anwendungsbereiche und Technologien kennen und verstehen, wie diese in der Praxis eingesetzt werden können.

Besonders geeignet ist dieses Training für Fach- und Führungskräfte, IT-Professionals und alle, die ihr Wissen im Bereich KI erweitern und mit einem anerkannten Zertifikat nachweisen möchten. Die Kombination aus theoretischem Wissen und praktischen Beispielen ermöglicht es Ihnen, KI-Potenziale für Ihr Unternehmen zu erkennen und zu nutzen.

Ziele des Trainings

Ziele

Das Seminar „BCS Essentials in Artificial Intelligence“ vermittelt grundlegende Kenntnisse und Verständnis der Terminologie sowie allgemeiner Prinzipien der Künstlichen Intelligenz. Die konkreten Lernziele umfassen:

  • Verständnis der Definition und Bedeutung von menschlicher und künstlicher Intelligenz
  • Kennenlernen des Konzepts „Lernen aus Erfahrung“ und dessen Bezug zum maschinellen Lernen
  • Verständnis der verschiedenen Arten von Künstlicher Intelligenz
  • Einblick in den grundlegenden Prozess des maschinellen Lernens (ML)
  • Erkennen der Herausforderungen und Risiken im Zusammenhang mit KI-Projekten
  • Verständnis der Zukunftsperspektiven von KI und der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine
  • Vorbereitung auf die international anerkannte BCS-Zertifizierungsprüfung

Nach Abschluss des Kurses sind die Teilnehmer in der Lage, fundierte Entscheidungen über den Einsatz von KI in ihren Organisationen zu treffen und die Potenziale sowie Grenzen aktueller KI-Technologien zu verstehen.

Nutzen des Trainings

Nutzen und Motivation

Grundlegendes KI-Verständnis

  • Sie erwerben fundierte Kenntnisse über die Grundprinzipien der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens.
  • Sie lernen die verschiedenen Arten von KI-Systemen und deren Anwendungsmöglichkeiten kennen.

Praxisrelevanz

  • Sie können Beispiele für maschinelles Lernen in geschäftlichen, sozialen und wissenschaftlichen Kontexten identifizieren.
  • Sie erhalten Einblicke, wie KI das Wachstum Ihres Unternehmens unterstützen kann.

Risikobewertung und Ethik

  • Sie lernen die Herausforderungen und Risiken von KI-Projekten kennen.
  • Sie entwickeln ein Verständnis für ethische und rechtliche Aspekte der KI-Nutzung.

Zukunftsorientierung

  • Sie erfahren, wie KI die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine in Zukunft prägen wird.
  • Sie sind besser auf die zukünftigen Anforderungen und Einsatzgebiete von KI in der Arbeitswelt vorbereitet.

Am Ende des Kurses legen Sie eine Prüfung ab und erhalten das international anerkannte BCS Essentials Certificate in Artificial Intelligence.

Dieser Kurs ist besonders wertvoll für Fach- und Führungskräfte, die KI in ihrem Unternehmen implementieren möchten oder ein grundlegendes Verständnis für KI-Konzepte und -Anwendungen benötigen.

Zielgruppe des Trainings

Zielgruppe

Die Zielgruppe des BCS Essentials in Artificial Intelligence Seminars umfasst primär Personen, die ein Interesse an künstlicher Intelligenz haben oder KI in ihrem Unternehmen implementieren möchten. Besonders angesprochen werden Fachleute und Führungskräfte wie CTOs und CIOs, sowie Experten für Organisationsveränderung und Geschäftsprozesse. Auch Web-Entwickler, IT-Architekten und Data Scientists profitieren von diesem Kurs, da er grundlegende KI-Konzepte vermittelt und auf die international anerkannte BCS-Zertifizierung vorbereitet.

Das Seminar richtet sich zudem an mittlere und höhere Führungskräfte, die Teams leiten oder zusammenstellen, welche KI-abhängige Anwendungen und Dienste entwickeln. Diese Entscheidungsträger benötigen ein fundiertes Verständnis des industriellen KI-Kontexts, um Potenziale zu erkennen und Risiken zu minimieren. Der Kurs ist besonders wertvoll für Personen, die ihre Karriere im Bereich der künstlichen Intelligenz voranbringen möchten und ihre Fähigkeiten mit einem anerkannten Zertifikat nachweisen wollen.

Inhalte des Trainings

Inhalte

Einführung in künstliche und menschliche Intelligenz

  • Definition und Geschichte der KI
  • Der Zusammenhang zwischen maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz
  • Universal Design & die vierte industrielle Revolution

KI-Anwendungen: Nutzen, Herausforderungen & Risiken

  • Die Vorteile von KI im Unternehmenskontext
  • Risiken und ethische Herausforderungen der KI
  • Finanzierungsquellen für KI-Projekte & Marktchancen

Grundlagen des maschinellen Lernens

  • Einführung in intelligente Agenten und neuronale Netzwerke
  • Überwachtes, unüberwachtes und verstärkendes Lernen
  • Maschinelles Lernen in der Praxis: wirtschaftliche, soziale und wissenschaftliche Anwendungsfälle

Zukunft der KI: Zusammenarbeit von Mensch & Maschine

  • Wie KI die Arbeitswelt verändert
  • Zukünftige Richtungen der Mensch-Maschine-Kollaboration

Zertifizierung (optional)

  • Vorbereitung auf die BCS Essentials AI Prüfung
  • Prüfungsinhalte und Testfragen
  • Durchführung der Zertifizierungsprüfung
Methodik des Trainings

Methodik und Durchführung

Dieses Training setzt auf eine ansprechende Mischung aus Vortrag und Diskussionen. Auf der Basis der Schulungsunterlagen wird die Wissensvermittlung durch praxisnahe Darstellung vorgenommen und durch aktive Beteiligung der Teilnehmenden zum jeweiligen Lernstoff ergänzt und erweitert. Die jahrelange Erfahrung von Dierk Söllner als Trainer und Berater im IT Management, in der Organisationsentwicklung und in der Aus- und Weiterbildung von IT-Fach- und Führungskräften sichert eine perfekte Kombination aus Training und Beratung.

Voraussetzungen des Trainings

Sprache und Unterlagen

Die Seminarsprache ist deutsch. Das begleitende Workbook ist derzeit nur in Englisch verfügbar.

Dieses Einstiegsseminar kann mit einer Zertifizierungsprüfung abgeschlossen werden:

  • Multiple-Choice-Prüfung in Englisch
  • Closed Book, d.h. keine Hilfsmittel zulässig
  • Dauer: 15 Minuten für 10 Fragen mit jeweils vier Antwortmöglichkeiten (Nur eine Antwortmöglichkeit ist richtig)
  • Bestehensgrenze: Mindestens 7 von 10 Fragen korrekt beantworten (70%)

 

Dauer des Trainings

Dauer und Umfang

1 Tag (9:00 – 17:00 Uhr)

Sprache des Trainings

Voraussetzungen

Für den Besuch dieser Schulung benötigen Sie keine Vorkenntnisse. Alle Inhalte werden in der Schulung erarbeitet.

oder weitere Details per Kontaktformular übermitteln

Dierk Söllner Profilfoto
Sie haben Fragen zum Trainingsangebot? Gerne nehme ich mir die Zeit, um Ihre Ideen und Anforderungen persönlich zu besprechen. Buchen Sie einfach einen unverbindlichen und kostenlosen Gesprächstermin bei mir.

Soll ich Künstliche Intelligenz in mein Portfolio aufnehmen?

Soll ich Künstliche Intelligenz in mein Portfolio aufnehmen?

In einer Welt, die sich rasant durch technologische Innovationen verändert, stand ich in den letzten Monaten vor einer wichtigen Frage: Sollte ich Künstliche Intelligenz (KI) in mein Produktportfolio aufnehmen? Seit ChatGPT verfügbar ist und viele andere Anbieter gefühlt wöchentlich neue Releases fertigstellen, ist das Thema KI omnipräsent im Business und damit auch bei meinen Kunden. Diese Entscheidung war alles andere als leicht und erforderte eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken, die KI für Unternehmen und Einzelpersonen mit sich bringt. Ich musste mir die Frage stellen, wie meine Kunden eine solche Entscheidung aufnehmen und vor allem wie meine Entscheidung überhaupt gestaltet ist. Nach sorgfältiger Abwägung habe ich mich dazu entschlossen, KI-Trainings anzubieten und Unternehmen als Business Coach bei der Implementierung von KI zu unterstützen. In diesem Blogbeitrag möchte ich meine Überlegungen näherbringen und aufzeigen, warum ich glaube, dass KI ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen Geschäftswelt geworden ist (oder sein wird) und was ich mit meiner Arbeit dazu sinnvoll beitragen kann. (mehr …)

Business Akupunktur

Business Akupunktur

Business Coaching Podcast „Business Akupunktur“

Kleine Nadelstiche für ein lebendiges und erfolgreiches Business

Organisationen sind mehr denn je einem externen und internen Anpassungsdruck ausgesetzt. Daher ist Organisationsentwicklung nach wie vor überlebenswichtig. Das betrifft Strukturen, Abläufe und vor allem die beteiligten Menschen. Der Podcast Business Akupunktur beleuchtet regelmäßig monatlich verschiedene Fragestellungen dazu:

  • Welche praktischen Beispiele, Erfolge und Erfahrungen in der Organisationsentwicklung können wir teilen?
  • Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz im Zusammenhang mit den verschiedenen Aspekten der Organisationsentwicklung?
  • Wie können wir den Ansatz von Keep-Management nutzen, um in Veränderungsprojekten Bewährtes zu erhalten und damit den Change absichern?
  • Wie kann Business Coaching für die Menschen im Rahmen von Organisationsentwicklung unterstützen und zum Erfolg beitragen?
  • Wie können Menschen in Organisationen besser lernen, um der Notwendigkeit eines lebenslangen Lernens nachhaltiger und erfolgreicher zu dienen?

Business Akupunktur ist auf den bekannten Podcast Portalen verfügbar

Hybride Teams mit KI führen (1/2)

In dieser Episode diskutiere ich mit Sven Schnägelberger und Robert Vogel die Führung hybrider Teams, in denen Menschen und KI-Systeme gemeinsam agieren. Im Zentrum stehen die veränderten Anforderungen an Führungskräfte, der Aufbau von Vertrauen, die Kommunikation und die Integration von Künstlicher Intelligenz als gleichwertige Ressource im Team. Wir erörtern typische Missverständnisse, beleuchten Chancen und Herausforderungen sowie die Notwendigkeit, individuelle Führungsstile an neue Teamkonstellationen anzupassen.

Künstliche Intelligenz bei Sartorius – Erfahrungen aus der Praxis

In dieser Episode spreche ich mit Frank Strickstrock, Manager Application Foundation Service bei Sartorius, über die Praxis der künstlichen Intelligenz im Unternehmen. Wir beleuchten die Entwicklung und den Einsatz interner KI-Tools wie Chatbots zur Unterstützung der Mitarbeitenden, zeigen konkrete Anwendungsfälle, etwa aus IT und HR, und diskutieren sowohl Vorteile als auch Herausforderungen der Einführung. Besonderes Augenmerk liegt auf der Bedeutung von Datenqualität, stufenweise Entwicklung passender Lösungen und der Rolle von Transparenz und Governance im Unternehmenskontext.

Bewahren UND Verändern: Wie Keep-Management Change-Projekte wirklich trägt

In dieser Episode erklärt Change-Experte Frank Semrau, wie Keep-Management Change-Prozesse nachhaltig unterstützt: nicht durch radikale Umbrüche, sondern durch gezieltes Bewahren von Stabilität, Ritualen und Identität. Er zeigt, warum Widerstand wertvolle Hinweise liefert, wie Change-Tempo und Tiefe in Einklang gebracht werden und warum kleine Schritte oft mehr bewegen. Ein inspirierendes Gespräch über nachhaltige Veränderung – für mehr Sicherheit, Akzeptanz und Erfolg in Agilität, digitaler Transformation oder Organisationsentwicklung.

Lebenslanges Lernen ganz nebenbei?

In dieser Episode spreche ich mit Simon Qualmann über den „Working-Learning-Gap“ – die Lücke zwischen Lernabsicht und Arbeitsalltag. Wir beleuchten, warum Lernen im Beruf oft zu kurz kommt, welche Rolle Führungskräfte bei der Schaffung von Rahmenbedingungen spielen und wie Selbstorganisation helfen kann. Simon teilt Erfahrungen aus Projekten, gibt Praxisbeispiele und betont die Bedeutung von Ritualen, psychologischer Sicherheit und bewusster Zeitplanung. Wir diskutieren auch den Einfluss von Automatisierung und KI auf Lernzeit und warum Unternehmen Lernen als Wertschöpfung verstehen sollten, um Wissen nachhaltig im Arbeitskontext zu verankern.

Vom KI-Hype zum Mehrwert – generative KI entlang des Wertstroms einsetzen

In dieser Episode spreche ich mit Alex Lichtenberger über den Einsatz von Wertstromanalysen in Kombination mit generativer KI. Wir beleuchten, wie Unternehmen durch Value Stream Mapping Engpässe und Qualitätsprobleme identifizieren und anschließend mit KI-Lösungen gezielt verbessern können. Alex erklärt anschaulich, wie sich Prozessabläufe durch die Integration von KI effizienter gestalten lassen und welche Herausforderungen, etwa beim Datenschutz oder durch Ängste im Team, auftreten. Die Episode vermittelt praxisnahe Einblicke in die Potenziale und Stolpersteine der Umsetzung KI-gestützter Prozessoptimierung im Unternehmensalltag.

Warum soll ich in Zeiten von KI noch lernen?

In dieser inspirierenden Episode spreche ich mit Iris darüber, warum Lernen auch im Zeitalter von KI essenziell bleibt. Iris teilt praxisnahe Tipps, wie wir neugierig und motiviert bleiben, und zeigt, dass KI zwar unterstützt, aber menschliche Fähigkeiten, Neugier und lebenslanges Lernen unersetzlich sind. Ihre positive Haltung und wertvollen Impulse machen Mut, sich weiterzuentwickeln und neue Wege zu gehen. Lass dich von unserem Gespräch anstecken – für mehr Freude am Lernen und nachhaltigen Erfolg im Business!

Digitale Souveränität im Jahr 2025

In dieser Episode spreche ich mit Eberhard Wolff über die Bedeutung digitaler Souveränität im Jahr 2025. Wir beleuchten, warum die Unabhängigkeit von US-amerikanischen Tech-Konzernen für Unternehmen und Gesellschaft immer wichtiger wird, welche Risiken durch Abhängigkeiten entstehen und wie europäische sowie Open-Source-Alternativen zur Stärkung der eigenen Kontrolle beitragen können. Ziel unseres Gesprächs ist es, sachlich zu informieren, Bewusstsein für digitale Abhängigkeiten zu schaffen und praxisnahe Ansätze für mehr digitale Selbstbestimmung aufzuzeigen.

Training Within Industry – Kleine Impulse, große Wirkung

In dieser Episode spreche ich mit Götz Müller über „Training Within Industry“ (TWI). Diese Methode wurde in den 1940er Jahren entwickelt, um unerfahrene Arbeitskräfte effizient in der Industrie zu schulen und Führungskräfte zu befähigen, Wissen strukturiert zu vermitteln. TWI hat historische Wurzeln, ist aber heute immer noch aktuell – etwa in Lean Management und der deutschen Meisterausbildung. Götz erklärt, wie die Vierstufen-Methode funktioniert und warum sie auch heute noch hilfreich ist. Gemeinsam zeigen wir, wie kleine Impulse große Wirkung entfalten können. Ein spannendes Thema für alle, die Arbeitsprozesse optimieren möchten und sich insbesondere für nachhaltige Wissensweitergabe interessieren!

Macht und Selbstausbeutung

In dieser Episode begrüße ich Stephanie Borgert, Komplexitätsforscherin und Autorin, die über Machtstrukturen und Selbstausbeutung in modernen Arbeitswelten spricht. Wir beleuchten, wie Selbstorganisation oft unbewusst zu Konformität und Kontrolle führt und diskutieren Macht als dynamisches Prinzip statt personalisierter Herrschaft. Stephanie teilt ihre Perspektiven auf Michel Foucaults Machttheorien und deren Relevanz für New Work und agile Frameworks. Die Episode bietet tiefgehende Einblicke in die Mechanismen von Macht und Verantwortung sowie deren Einfluss auf Organisationen und persönliche Arbeitsweisen.

Digital Detox – Zwei Generationen im Gespräch

In dieser Episode spreche ich mit meiner Tochter Henrike über „Digital Detox“. Wir beleuchten das Thema aus zwei Generationenperspektiven, diskutieren den bewussten Verzicht auf digitale Medien u.a. zur Stressreduktion und für ein bewussteres Leben. Henrike teilt ihre Erfahrungen mit einer Social-Media-Challenge im Januar und ich erläutere meinen Ansatz, inspiriert durch die Rauhnächte und das Buch „Atomic Habits“. Wir erörtern, was Digital Detox bedeutet, und betonen, dass es keine einheitliche Definition gibt, sondern vielmehr darum geht, ein Gleichgewicht zur ständigen digitalen Erreichbarkeit zu finden. Uns hat der Austausch zwischen den zwei Generationen sehr viel Spaß und Einblicke gebracht. Lass Dich von unserem Gespräch inspirieren und entdecke, wie Du ein gesünderes Gleichgewicht zwischen digitaler Welt und analogem Leben finden kannst, denn das ist unser beider persönliches Ziel bei „Digital Detox“.

Gutes bewahren in agilen Transformationen

In dieser Episode spreche ich mit Christoph Schmiedinger über „Keep Management“ in agilen Transformationen und beleuchten das Thema “Bewahren” in Veränderungsprozessen. Christoph teilt als erfahrener Executive Consultant seine Erkenntnisse aus zahlreichen Transformationsprojekten genau mit dem Blick darauf nicht nur Veränderungen voranzutreiben, sondern auch Bestehendes wertzuschätzen. Er betont: „Wir Menschen tendieren dazu, schnell mal eher auf die Defizitseite zu gucken, sehr oft.“ Aus seiner und meiner Sicht ist es gerade in Zeiten des Wandels jedoch entscheidend, das Gute nicht aus den Augen zu verlieren.

Du wirst erfahren, wie Christoph in Transformationsprojekten vorgeht, um das Beste aus beiden Welten zu vereinen – Verändern und Bewahren. Ein besonders interessanter Aspekt ist sein Ansatz, bestehende Stärken bewusst zu identifizieren und das auch seinen Auftraggebern deutlich zu machen. Er sagt: „Wir haben ganz oft Dinge, die laufen gut, aber das heißt noch nicht, dass die systematisch im ganzen Unternehmen gut laufen.“

Verändern ohne Bewahren?

In dieser Episode begrüße ich Edgar Rodehack, der uns in die Unterschiede zwischen Change Management und Keep Management einführt. Er erläutert, wie Organisationen Veränderungen erfolgreich gestalten können, ohne die bewährten Strukturen und Prozesse zu gefährden. Durch praxisnahe Beispiele zeigt er auf, wie wichtig es ist, sowohl Innovationen voranzutreiben als auch bestehende Stärken zu bewahren. Diese Balance ist entscheidend für nachhaltigen Erfolg in einer dynamischen Geschäftswelt. Edgar gibt wertvolle Einblicke, die Führungskräften helfen, ihre Strategien effektiv anzupassen und gleichzeitig Stabilität zu gewährleisten.

Veränderung absichern mit den systemischen Gesetzen

Veränderung absichern mit den systemischen Gesetzen

In dieser Episode von Business Akupunktur spreche ich mit Jörn Ehrlich über die Bedeutung der systemischen Gesetze für Unternehmen. Jörn erläutert, dass diese Gesetzmäßigkeiten, die auf jahrzehntelangen Erfahrungen basieren, entscheidend sind, um Veränderungen erfolgreich abzusichern. Besonders betont er das Recht auf Zugehörigkeit sowie die Notwendigkeit von Anerkennung und Wertschätzung im Teamkontext. Diese Prinzipien helfen Führungskräften, ein harmonisches und effektives Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem alle Mitarbeiter sich geschätzt fühlen und zur gemeinsamen Zielerreichung beitragen können.

Keep Management – Die andere Seite von Change

In dieser Episode des Podcasts „Business Akupunktur“ hatte ich die Freude, mit Horst Lempart über das Konzept des Keep Managements zu sprechen. Horst, der sich selbst als „Persönlichkeitsstörer“ bezeichnet, erläuterte, wie Keep Management als Gegenpol zum allgegenwärtigen Change Management fungiert. Er betonte, dass in einer Zeit ständiger Veränderungen und Krisen viele Menschen unter Veränderungsmüdigkeit und -überforderung leiden. Keep Management soll hier als stabilisierender Faktor wirken und die Selbstregulationskompetenz der Mitarbeiter stärken. Horst stellte die drei Grundprinzipien des Keep Managements vor: Repariere nicht, was nicht kaputt ist; finde heraus, was gut funktioniert und tue mehr davon; wenn etwas trotz vieler Anstrengungen nicht funktioniert, versuche etwas anderes. Er erklärte, wie Keep Manager als „neugierige Traditionalisten“ agieren und sich auf die Werte und Stärken des Unternehmens konzentrieren. Anhand konkreter Beispiele zeigte Horst, wie Keep Management in der Praxis aussehen kann – von der Verbesserung der IT-Kommunikation bis hin zur Neuausrichtung von Teamstrukturen. Besonders interessant fand ich Horsts Ausführungen zum lösungsorientierten Beratungsansatz und seine Sichtweise auf Probleme als Wirklichkeitskonstruktionen. Er betonte, dass Veränderung nicht um ihrer selbst willen stattfinden sollte und dass Keep Management hilft, einen ausgewogenen Ansatz zwischen Bewahren und Verändern zu finden. Insgesamt bot das Gespräch mit Horst wertvolle Einblicke in einen oft vernachlässigten Aspekt des Managements und zeigte Wege auf, wie Unternehmen Stabilität und Veränderung in Einklang bringen können.

Ungewissheit produktiv nutzen oder was können wir von Raumschiff Enterprise lernen

In dieser Episode begrüße ich Astrid Kuhlmey zu einem spannenden Gespräch. Wir diskutieren, wie man Ungewissheit produktiv nutzen kann, inspiriert von der Serie „Raumschiff Enterprise“. Astrid, mit über 30 Jahren Erfahrung im Management und als Beraterin, teilt ihre Ansichten über den Umgang mit Unsicherheiten und Krisen. Sie betont die Bedeutung von Körperintelligenz und intuitiven Fähigkeiten, um in unvorhersehbaren Situationen handlungsfähig zu bleiben. Astrid beschreibt Ungewissheit als einen natürlichen Zustand, der trotz bester Planung auftreten kann. Sie erklärt, dass Ungewissheit oft ein Gefühl von Unbehagen auslöst, da sie unerwartete Ereignisse mit sich bringt, die Menschen verunsichern. Astrid hebt hervor, dass der Umgang mit Ungewissheit von der Fähigkeit abhängt, schnell auf diese Gefühle zu reagieren und ins Handeln zu kommen. Sie erläutert, dass die moderne Gesellschaft durch die Industrialisierung und Technologisierung versucht hat, Ungewissheit zu eliminieren, was jedoch nicht vollständig möglich ist. Im Gespräch wird auch die Relevanz von Ungewissheit in der heutigen Zeit beleuchtet, insbesondere im Kontext von Krisen wie der Pandemie und geopolitischen Konflikten. Astrid betont, dass der Körper oft vernachlässigt wird, obwohl er eine wichtige Rolle im Umgang mit Ungewissheit spielt. Sie erklärt, dass intuitive Fähigkeiten und subjektivierendes Handeln entscheidend sind, um in ungewissen Zeiten effektiv zu agieren. Abschließend diskutieren wir, welche Kompetenzen erforderlich sind, um Ungewissheit zu bewältigen, und ziehen Parallelen zu „Raumschiff Enterprise“ als Modell für den Umgang mit dem Unbekannten.

Erfolg durch Eigeninitiative – Selbstwirksamkeit als Wegweiser

In dieser Episode erwartet Dich das Thema „Erfolg durch Eigeninitiative – Selbstwirksamkeit als Wegweiser“. Mein Gast Dr. Sven Haase, ein holistischer Organisationsentwickler und systemischer Coach, wird uns erklären, warum Selbstwirksamkeit im beruflichen Kontext so wichtig ist. Er sagt: „Es geht immer bei einem selbst los, bei allen Themen, die wir irgendwie machen.“ Sven wird uns zeigen, wie Selbstwirksamkeit nicht nur unsere Arbeit, sondern auch unser persönliches Leben positiv beeinflussen kann.

In dieser Episode erfährst du, wie du deine eigene Selbstwirksamkeit stärken und dadurch mehr Energie und Motivation in deinem Beruf gewinnen kannst. Sven betont: „Wie viel schöner ist es denn, wenn mir die Arbeit sogar noch Energie schenkt und ich dann von der Arbeit nach Hause gehen kann und total energetisiert und mit einer totalen Motivation auch meinem persönlichen Projekt noch nachgehen kann.“ Wir werden auch darüber sprechen, wie Unternehmen von selbstwirksamen Mitarbeitenden profitieren können und wie man einen holistischen Ansatz in der Organisationsentwicklung umsetzen kann. Ich wünsche dir viel Spaß und inspirierende Eindrücke bei dieser Episode. Los geht’s!

Unternehmen brauchen keine Organisationsentwicklung!?

In dieser Episode von „Business Akupunktur“ spreche ich mit Carolin Fiechter über das Thema Organisationsentwicklung und Value Management. Carolin, als erfahrene Organisationsgestalterin, teilt ihre Einsichten über den Wandel von Kostenmanagement zu Value Management und betont, wie wichtig es ist, Organisationen gezielt zu gestalten und die Entwicklung bewusst zu steuern. Sie erklärt, dass Organisationen sich ständig weiterentwickeln und dass es keinen festen Endzustand gibt, sondern dass sie sich kontinuierlich anpassen und verändern müssen.

Ausbildung endlich neu denken

Diese Episode beschäftigt sich mit den Herausforderungen und Chancen der Ausbildung in deutschen Unternehmen. Die Gästin Kristin Stein ist Pädagogin, Lernbegleiterin, Beraterin und Coach. Sie setzt sich für Veränderung und Entwicklung in der Ausbildung ein. Sie erklärt, warum viele AusbilderInnen überfordert sind, wie man Ausbildungsmethoden modernisieren kann und wie man Auszubildende motiviert und fördert. Sie bietet zusammen mit ihrer Kollegin Aenne Holz eine Weiterbildungsreihe für Ausbilderinnen an, die aus acht Modulen besteht, die online und interaktiv gestaltet sind. Die Themen reichen von Ausbildungsordnung und Lernzielen über Feedback und Konfliktmanagement bis hin zu gesetzlichen Grundlagen und Mediation. Die Episode bietet wertvolle Einblicke und praktische Tipps, die zur Verbesserung der Ausbildungsqualität beitragen können.

Agilität ist tot! Lang lebe Agilität!

Ich spreche in dieser Episode mit Jan Fischbach, einem erfahrenen Scrum-Trainer und Berater, über Agilität und Scrum. Wir diskutieren die historischen Wurzeln von Scrum, wie es von Toyota und anderen Unternehmen beeinflusst wurde und wie Scrum dazu beitragen kann, Produkte zu verbessern, mit Komplexität umzugehen und sich kontinuierlich zu verändern. Unser Gespräch basiert auf vielen Blogbeiträgen von Jan, deswegen lege ich Dir diese Episode besonders an Herz!

Worüber sprechen wir? Hier ein paar Fragen, auf die Du Antworten erhältst:

  • Wie sind Scrum und Agilität entstanden?
  • Was ist der Unterschied zwischen Scrum Mastern und Agile Coaches?
  • Warum werden gerade viele Scrum Master entlassen?
  • Was hat Jan Fischbach von Jeff Sutherland, einem der beiden Autoren des Scrum Guide gelernt?
  • Welche Tipps und Ressourcen kannst du nutzen, um mehr zu lernen?

Silodenken nervt total! Oder?

In dieser Episode des Podcasts Business Akupunktur spreche ich mit Christina Grubendorfer, einer Organisationsberaterin und Autorin, über das Thema Silo-Denken. Wir klären, warum Silo-Denken eine natürliche und funktionale Folge der Arbeitsteilung ist und welche Vorteile es für die Fachlichkeit, die Zugehörigkeit und die Zielerreichung hat. Wir diskutieren auch, wie man mit den Nachteilen des Silo-Denkens umgehen kann, indem man übergeordnete Ziele und Zwecke definiert, die Zusammenarbeit über die Bereiche hinweg fördert und andere Perspektiven einbezieht. Wir betonen, dass man sich immer fragen sollte, was das eigentliche Problem ist, das man lösen will, bevor man das Silo-Denken als Erklärung oder Feindbild verwendet.

Kollegiale Organisation – Wie geht das?

Diese Podcastepisode beschäftigt sich mit dem Organisationsmodell der Arineo GmbH, das auf vier Dimensionen der verteilten Führungsarbeit basiert. Meine beiden Gäste Verena Heyn und Ralf Mackowiak erklären, wie sie das Modell partizipativ mit den Mitarbeitenden entwickelt haben und welche Vorteile es für die Zusammenarbeit, die Kundenbindung und die Mitarbeiterzufriedenheit bietet. Sie erläutern auch, wie sie neue Mitarbeitende in die kollegiale Organisation einbinden und wie sie mit Herausforderungen wie Selbstorganisation, Kommunikation und Verantwortung umgehen. Die Episode bietet einen spannenden Einblick in eine alternative Form der Organisationsgestaltung, die auf Stärkenorientierung, Flexibilität und Vertrauen beruht.

Psychologische Sicherheit – Was steckt dahinter?

In dieser Episode diskutiere ich mit Insa Meier über das wichtige Thema der psychologischen Sicherheit am Arbeitsplatz. Psychologische Sicherheit ist der Glaube oder das Vertrauen, dass man nicht bestraft oder gedemütigt wird, wenn man in einem Team oder in einer Gruppe von Menschen Ideen, Fragen, Bedenken oder Fehler äußert oder zugibt. Wir sprechen über die Bedeutung von Fehlerkultur, offener Kommunikation und konstruktivem Feedback in Teams und klären die Rolle von retrospektiven Meetings wie Scrum-Retrospektiven, um die Zusammenarbeit zu reflektieren und zu verbessern. Insa und ich sprechen auch über die Bedeutung von klaren Kommunikationsstrukturen, wie dem Stellen von klärenden Fragen und dem Schaffen von Raum für offenen Austausch.

Führung im Tandem – Wie soll das gehen?

Zitat Jenny Pfeifer

„Es geht um die Idee, dass eben nicht mehr im klassischen Sinne eine Person alleine entweder Personen oder ein Thema führt, sondern dass das auf mehreren Schultern liegen kann und in diesem Fall eben im Tandem also bei zwei Personen geteilte Verantwortung liegt.“

Zitat Jenny Pfeifer

„Ich glaube, dass es ein bisschen jetzt noch mal einen Aufschwung erlebt hat oder mehr Awareness quasi durch die ganze Bewegung New Work und flexibleres Arbeiten.“

Zitat Jenny Pfeifer

„Ich glaube, es bietet für sehr, sehr viele Menschen einen Vorteil, Führung zu zweit anzubieten und macht den Arbeitsmarkt einfach offener für alle möglichen Lebensumstände und das finde ich schön und deswegen hoffe ich, dass das Konzept auch immer weiter wächst.“

Zitat Jenny Pfeifer

„Ich glaube, das ist auch eine Herausforderung oder eine der Voraussetzungen, wollte ich sagen, im Hiring, also wenn man sich darum bemüht, ein Tandem einzustellen oder vielleicht eine Tandempartnerin, ein Tandempartner zu finden zu einer schon vorhandenen Person, geht es, glaube ich, darum, wirklich zu gucken, sind beide in der Lage, sich gut selbst alleine zu strukturieren, aber auch zusammen.“

Zitat Jenny Pfeifer

„Ich glaube, das ist eine gute Möglichkeit für jemanden, der da vielleicht noch unsicher ist, aber wo mindestens genug Leute um diese Person herum erkennen oder sagen würden, wir glauben, du passt supergut in eine Führungsrolle und das auch zu zweit.“

Superpower Facilitation

Zitate Jacob Chromy

„[Facilitation] macht es möglich, dass eine Gruppe von Menschen in einem Prozess gut zusammenkommen kann, gut zusammenarbeiten kann und gemeinsam gut zu Ergebnissen kommen kann.“

Zitate Jacob Chromy

„Schmerz hat mich angetrieben. In meiner früheren Rolle war ich Konzepter in einer Digitalagentur und ich habe Konzepte entwickelt und diese Konzepte hab ich dann vorgestellt und dann bin ich immer auf Widerstand gestoßen.“

Zitate Jacob Chromy

„Also, es braucht einen Einstieg. Dann haben wir den eigentlichen Mittelteil. Was wollen wir denn eigentlich? Wollen wir informieren? Wollen wir diskutieren, wollen wir was entscheiden, wollen wir Ideen entwickeln, wollen wir Perspektiven hören. Vielen ist gar nicht klar, was sie eigentlich wollen. Und je nachdem, was sie wollen, braucht es natürlich unterschiedliche Methoden.“

Zitate Jacob Chromy

„Also, diese Dreiteilung, Einstieg, Mittelteil, Ausstieg, paar Grundmethoden. Check-in, Schreiben statt Reden, Kleingruppenarbeit, Blitzlichter, Stimmungsbilder abfragen, Anonymität gewährleisten, ein paar Biases, also kognitive Biases aushebeln. Und das, glaube ich, diese Grundlage kann jeder lernen.“

Zitate Jacob Chromy

„[…] weil ich glaube, das Coach-Coachee-Verhältnis besteht aus einer Freiwilligkeit. Und ich kann mir meinen Coach, wenn mein Chef jetzt mein Coach ist und ich finde ihn als Coach nicht gut, werde ich ihn nicht los. Auf dem freien Markt kann ich mir einen anderen Coach suchen, aber wenn ich jetzt zwangsgecoacht werde, ich weiß nicht, ob das dieser Grundidee des Coachings und der Haltung, die da drinsteckt. Deswegen glaube ich nicht, dass Führungskräfte Coaches sein sollten. Was Führungskräfte aber aus dem Coachingbereich lernen können, ist vielleicht eine fragende Haltung.“